Ausverkauf an der Ellen-Key-Schule bescherte volles Haus

Manuel Terhorst hat sich eine Karte mit dem geteilten Deutschland gekauft. Xenia und Marion Ingenerf und Pia Ingenbleck stöberten mit im Unterrichtsmaterial vergangener Schülergenerationen.
Manuel Terhorst hat sich eine Karte mit dem geteilten Deutschland gekauft. Xenia und Marion Ingenerf und Pia Ingenbleck stöberten mit im Unterrichtsmaterial vergangener Schülergenerationen.
Foto: FUNKE Foto Services / Gerd Herma
Was wir bereits wissen
Kurioses aus dem Unterricht vergangener Jahrzehnte lockte viele Menschen an. Alte Karten waren der Renner

Wesel..  So voll, wie am Samstag, sind die Flure der Ellen-Key-Schule selten, selbst wenn die Schüler eilig in die große Pause stürmen. Da die Förderschule nach dem Sommerferien schließt, wurden die Gänge und auch einige Klassenzimmer kurzerhand zu Verkaufsräumen umfunktioniert.

Im Rahmen eines Trödelmarktes standen viele der alten Schulutensilien zum Verkauf. Auch die Kinder, die eigentlich auf dem Schulhof trödeln wollten, zogen wegen eines Platzregens in das trockene Foyer um. Hier hatten die Schüler die Möglichkeit, neben den Lehrmaterialien auch eigenes Spielzeug, Stofftiere oder Bücher zu verkaufen, um sich ihr Taschengeld aufzubessern.

„Mit so vielen Leuten haben wir nicht gerechnet“, staunte Schulleiterin Kerstin Gelbke-Motte, während sie sich durch das Getümmel wagte, um weitere Karten aufzuhängen. Die Karten an den Wänden, die unter anderem Europa, die Staaten der Erde, oder die Anatomie des Menschen zeigten, waren der absolute Verkaufsschlager. „Heute ist das die perfekte Retro-Dekoration für unsere Wohnzimmer“, freute sich eine Besucherin beim Kauf einer Weltkarte.

Telefone mit Wählscheibe

Die Schulleiterin beschreibt die Suche nach den verkaufbaren Lehrmaterialien als „Geschichtsstunde“ für ihre Schülerinnen und Schüler. Denn unter den vielen Utensilien haben die Kinder und Jugendlichen einige Dinge entdeckt, die sie sonst nur selten zu Gesicht bekamen. Dazu zählten alte Schreib- und Nähmaschinen, Telefone mit Wählscheibe und Schallplatten.

Zum Verkauf kamen außerdem Materialien aus dem Physik- und Chemieunterricht, wie Reagenzgläser und Glaskolben. Einige Besucher erstanden Spiele, Bücher und Fahrräder. Schüler, Lehrer, Eltern und viele weitere freiwillige Helfer trieben den Verkauf voran und handelten eifrig mit den potenziellen Käufern.

Zum Höhepunkt des Trödelmarktes wurden von den Schülerinnen und Schülern selbst gestaltete Stühle versteigert. „Die Schüler haben kaputte Stühle repariert, abgeschliffen und mit bunten Mustern versehen“, erklärte Kerstin Gelbke-Motte. Dabei ließen die Jugendlichen ihrer Kreativität freien Lauf. Manche Stühle zierten bunte Rosen, andere waren blau-weiß gepunktet, oder sahen aus wie Minions, Figuren aus einem Zeichentrickfilm.

Die Planung des Trödelmarktes hatte das Kollegium in den Schulunterricht integriert. „Wir hatten verschiedene Gruppen, die für Werbung, die Plakatgestaltung oder die Recherche von Verkaufspreisen zuständig waren“, so Gelbke-Motte.

Auch für das leibliche Wohl der Besucher haben die Schüler gesorgt, indem sie selbst gebackenen Kuchen anboten. In der Cafeteria kamen die Schüler und Gäste zusammen und tauschten Erinnerungen an die gemeinsame Zeit aus. Nach all den Jahren Ellen-Key-Schule in Wesel blickt Kerstin Gelbke-Motte wehmütig auf die vergangene Zeit zurück. „Wir freuen uns trotzdem auf unsere neuen Aufgaben und unsere Abschlussfahrt nach Winterberg“, erklärte die Schulleiterin. Von den Einnahmen des Trödelmarktes soll auf dieser Fahrt ein schicker Abschlussball organisiert werden.