„Ausgezeichnet, wunderbar!“

Ein Blick ins Kirchenschiff auf die Domkantorei Wesel und die Solisten.
Ein Blick ins Kirchenschiff auf die Domkantorei Wesel und die Solisten.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Es gab viel Applaus für Bachs Weihnachtsoratorium im Weseler Willibrordi-Dom. Es musizierten ein Orchester, der Chor der Domkantorei und Solisten.

Wesel..  Ganz leise, schon einige Minuten vor 18 Uhr, lauschte das Publikum gebannt dem Domglockenspiel, welches „Stille Nacht, Heilige Nacht“ – das wohl bekannteste Weihnachtslied - erklingen ließ. Kaum war der letzte Ton verstummt, füllten Orchester, der Chor der Domkantorei und Solisten die geschmückte Domkirche im Herzen von Wesel mit faszinierenden und würdigen Klängen aus Instrumenten und menschlichen Kehlen.

Harmonisch und ergreifend

Das zweite Konzert anlässlich des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach (1685 – 1750) – gespielt wurden diesmal die Teile vier, fünf und sechs – hat wieder viele Musikliebhaber das komplette Mittelschiff füllen lassen. Himmelwärts gerichteter Klang verzückte ob des perfekten Vortrags. Harmonisch, klangvoll, rund und ergreifend breitete sich die Musik aus.

Die Gäste lauschten den Künsten der Solisten Susanna Martin (Sopran), Esther Borghorst (Alt), Mark Heines (Tenor) und Gregor Finke (Bass). Finke vertrat den leider erkrankten Basssänger Peter Anton Ling.

Unter der Leitung von Ansgar Schlei genossen sowohl Publikum als auch Aufführende sichtlich das Konzert. Festlich und erhebend wie die Musik präsentierte sich auch der Willibrordi-Dom – glitzernde, hell erleuchtete Kronleuchter, ein strahlender Weihnachtsbaum und die Pfeifen der Domorgel, in deren Metall sich die Bilder vervielfachten – ein schönes Ambiente.

Mit der Eintrittskarte bekam man auch ein Heft, in dem man alle Gesangstexte verfolgen konnte. Sehr hilfreich für die Verständlichkeit. Auch gut: die zusätzlichen Erklärungen und Informationen über die Solisten und das gesamte Weihnachtsoratorium (BWV 248).

Eigentlich ist es ein musikalischer Zyklus zur spirituellen Bereicherung der weihnachtlichen Festkreisgottesdienste – beginnend mit den Teilen 1 und 2 (1. und 2. Weihnachtstag) und abschließend mit den Teilen 5 und 6 (am Sonntag nach Neujahr und am Epiphaniasfest, dem Fest der „Erscheinung des Herrn“ bzw. „Heilige Dreikönige“). Doch werden die sechs Teile aufgrund der Aufwendigkeit in ihrer Aufführung nur noch sehr selten in ihrer ursprünglichen Form beziehungsweise Bestimmtheit präsentiert.

Seit vielen Jahren wird Bachs Weihnachtsoratorium in öffentlichen Konzerten aufgeführt, so auch diesmal in Wesel. Die ursprüngliche gottesdienstliche Bestimmtheit wird auch durch die biblischen Texte deutlich: „Wo ist der neugeborene König der Juden?“ singt der Chor. Die Antwort im Alt: „Sucht ihn in meiner Brust, hier wohnt er, mir und ihm zur Lust!“

Stehende Ovationen

Besonders schöne Momente waren immer die Passagen, bei denen man die Melodie und oder den Text kannte. Zum Beispiel „Ich steh’ an deiner Krippe hier, o Jesulein, mein Leben.“ Abschließend bedankte sich das Publikum mit lang anhaltendem Applaus bei den vier Solisten, dem Chor und dem Orchester. Ansgar Schleis Arbeit hat sich für das Weseler Publikum wieder einmal aufs Positivste ausgezahlt. Auch ihm galt der respektvolle Beifall, der zum Schluss mit stehenden Ovationen gespendet wurde.

Mit „Ausgezeichnet!“ und „Wunderbar!“, beschrieben Sigrid Schmitz und Beate Schwinum, beide Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde Wesel, den Konzertabend. Da ließen es sich die Aufführenden nicht nehmen, eine Zugabe, noch mal mit vollem Orchester- und Chorklang, zu spielen und zu singen.