Aus Papier Geld machen

Foto: WAZ Fotopool

Schermbeck..  Not macht erfinderisch. Da hat sich die Gemeinde Schermbeck im Rahmen des EU-Förderprogramms Leader ein professionelles Spiel- und Bewegungsraumkonzept erstellen lassen – aber keine 2,5 Millionen Euro, um die schöne Theorie auch in die Tat umzusetzen. Deshalb muss nun ein neuer Geldgeber her. Seit einem Beratungsgespräch Anfang März im Düsseldorfer Ministerium liebäugeln die Schermbecker mit dem Städtebauförderprogramm, das 70 Prozent der Gesamtkosten übernehmen könnte. Allerdings genügt für den Antrag das reine Spielplatzkonzept, das den Politikern im November 2014 vorgestellt wurde, nicht.

Die Gemeinde musste in Windeseile ein sogenanntes integriertes Handlungskonzept erstellen, um bereits in diesem Jahr Geld aus dem Fördertopf zu bekommen. Gerd Abelt vom Bauamt hat sich gesputet, damit das 50-seitige Konzept fristgerecht eingereicht werden konnte. „Es liegt sogar schon in Düsseldorf“, sagt Herbert Tekaat von der Gemeinde. Wenn der Rat in der Sitzung am kommenden Dienstag, 16 Uhr, über das Papier abstimmt, dann muss der Beschluss bei der Bezirksregierung nachgereicht werden.

Kernstück des Konzepts ist zwar das Thema Spiel und Bewegung, aber eingebettet ist dieser Bereich in das große Ziel, Schermbeck attraktiv für junge Familien zu machen. Dazu gehört neben spannenderen Freizeitmöglichkeiten für junge und alte Menschen auch eine „städtebauliche Neuordnung“ des nördlich der Sparkasse gelegenen Bereichs an der Erler Straße. Hier soll geprüft werden, ob die Einmündung Erler Straße/Mittelstraße so verändert werden kann, dass sie verkehrssicherer ist. Und: Auch eine Umgestaltung im Bereich der Mühlenteiche könnte die Attraktivität des Ortskerns steigern.

Eine Piazza für Schermbeck

Spielpark, Bewegungsband, Erneuerung einzelner Spielplätze, Verbindungswege zwischen den Spiel- und Bewegungsräumen, Sicherung vorhandener Freiflächen für Abenteuerspiel, Gestaltung der Schermbecker Piazza – das sind die Hauptpunkte des Spiel- und Bewegungsraumkonzepts, die im Idealfall schon ab diesem Jahr umgesetzt und bis 2020 fertig gestellt werden könnten. Dabei rechnet die Gemeinde damit, dass Schermbeck von den mit 2,5 Millionen Euro angesetzten Kosten nach Abzug der Förderung nur noch 750 000 Euro übernehmen müsste. Und die lassen sich auf dem Papier noch ein bisschen schöner rechnen: „Ausgehend von einem Umsetzungszeitraum 2015 bis 2020 würde sich für die Gemeinde Schermbeck eine jährliche Belastung von ca. 125 000 in einem Zeitraum von sechs Jahren ergeben.“