Aus der Gründung der GGS Innenstadt nichts gelernt

Foto: NRZ

Schulentwicklung. Danke „Bildungs“bündnis! Danke SPD, Grüne, Linke, WWW-Piraten!

Danke dafür, den Elternwillen, der noch vor einigen Wochen vom Weseler SPD-Alphatier in der Presse propagiert wurde, zu umgehen und mit der knappen 9:8-Abstimmung zugunsten der Erweiterung der Gesamtschule Dependance-Lösung und gegen die Realschule Mitte und Martinischule mit Füßen zu treten. All das gegen die Empfehlung eines schulfachlichen Expertengremiums, das von dem Ausschuss selbst beauftragt wurde, verschiedene Optionen für die Entwicklung der Weseler Schullandschaft zu prüfen. Welche Ignoranz und Selbstgefälligkeit von Politikern, die mehrheitlich so weit weg von Schule, Eltern und Kindern sind wie ich vom Friedensnobelpreis.

Doch eine Abstimmung reichte nicht, diese „Demokraten“ zu demaskieren! Auch der Antrag der CDU auf sofortige Elternbefragung wurde abgelehnt. Wer soll das verstehen? War die Hervorhebung des Elternwillens durch diese Parteien etwa nur Kalkül?

Haben der Ausschuss und die Stadt rund um die Gründung der GGS-Innenstadt nichts gelernt? Auch damals wurden wir als Eltern im Hauruckverfahren mit der Schließung der Brüner-Tor-Platz Schule sowie der evangelischen Böhlschule konfrontiert und uns das große vierzügige System der GGS-Innenstadt als alternativlose Lösung präsentiert. Ein Konzept sei längst in Planung hieß es. Jetzt wissen wir, dass es ohne Beschluss gar keine Planung geben kann. Die GGS-Innenstadt startete ohne Konzept und hat heute große Probleme.

Damals ging es uns als Eltern um Transparenz, umfassende Information und Dialog auf Augenhöhe. Um mehr nicht!

Im nächsten Jahr melden wir also unsere Kinder an einer Schule an, von der wir nicht wissen, wo sie die 5er beschult. Vier Züge in der Haupt- und vier Züge in der Realschule? Vielleicht im Paulinum, das das AVG nutzt? Und im übernächsten Jahr? Die nächsten acht Züge vielleicht in der leer stehenden Ellen-Key-Schule? Ein Raumkonzept, so Herr Kunstleben, könne erst nach einem Beschluss gemacht werden. Und da geht es nur um Räume, nicht um pädagogische oder soziale Fragen, Schulsport, Betreuung, AGs, Anbindung an den Hauptstandort, Kommunikation etc.

Was passiert, wenn in drei Jahren die acht Züge nach Obrighoven wechseln? Und im Jahr drauf noch einmal 220 Kinder? Ist dort genug Platz? Sollten wir nicht sofort die vom Schulplaner angedachte Campus-Lösung nehmen und das AVG nach Obrighoven umziehen lassen? Neben aller Ideologie muss man doch auch mal mit gesundem Menschenverstand in die Zukunft schauen dürfen, Fragen stellen. Aber nein, 120 Minuten im Ausschuss müssen reichen. Danke, SPD, Grüne, Linke, WWW-Piraten. Danke, Stadt Wesel.