Aufgeweckte Pinguine in der Bütt
12.02.2012 | 18:02 Uhr 2012-02-12T18:02:00+0100Wesel.Eines ist den Pinguinen vom 1. Dinslakener Narrenkomitee 1979 besonders wichtig: Auch die vierte, von ihnen organisierte, Weseler Herrensitzung ist sauber geblieben.
„Wir brauchen keinen Striptease, wir brauchen euch“, rief der Präsident der Frackträger, Peter Anton Becker, am Ende der Veranstaltung ins Publikum. Tunlichst darauf bedacht, nicht in die Schmuddelecke abzudriften, feierten sie mit den Narren am vergangenen Sonntag in der Niederrheinhalle.
Schlager und Tanz
Doch zum ersten Mal seitdem die Dinslakener das Zepter des Männerkarnevals in der Hansestadt in der Hand haben, stagnierte die Entwicklung spürbar. Waren in den vergangenen Jahren immer ansteigende Zuschauerzahlen zu verzeichnen, blieb die Niederrheinhalle in diesem Jahr auffallend leer.
Dabei hatten die Pinguine erneut ein buntes und abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt: Büttenreden, Musik- und Tanzdarbietungen, Buchredner und mit Marry ein echter Schlagstar ließen keine Wünsche offen. Und auch wenn der – vielleicht von einigen erhoffte – Striptease ausblieb: Ein Nummerngirl durfte bei der Herrensitzung natürlich ebenfalls nicht fehlen.
Den nicht immer einfachen Anfang des närrischen Vormittags machte Büttenredner Fritz Esser. Ihm folgten Bauchredner Addy Axxon und der Showtanz der Gruppe Rheinfeuer Koblenz. Der tänzerische Auftritt, fester Bestandteil des Programms der Pinguine, stellte auch in diesem Jahr einen der Höhepunkte der Herrensitzung dar.
Die anschließenden Aufführungen konnten das Niveau der Tanzgruppe nicht ganz halten. Nur schwer gelang es der Birkesdorper Buureband, vollmundig als eine „der größten Karnevalsbands“ angekündigt, trotz eingängiger Karneval-Hits das Publikum zum mitsingen und mitklatschen zu animieren.
Schlagersängerin Marry hatte es da aufgrund ihrer weiblichen Reize schon bedeutend einfacher, die Männer hingen an ihren Lippen und folgten bereitwillig jeder Aufforderung der Musikerin. Tanzend und johlend sangen sie gemeinsam Lieder wie „Tausend Mal du“ oder „Wir wollen die Eisbären sehen“.
Der Auftritt des Popsternchens war zeitgleich der Abschluss der diesjährigen Herrensitzung. Mit Applaus bedacht, verließen die Pinguine die Bühne. Im Publikum wurde dagegen noch kräftig weiter gefeiert.
Von der erstmals nicht ganz überzeugenden Herrensitzung entmutigen lassen sich die Pinguine jedoch nicht: Mit dem 20. Januar 2013 steht der Termin für das nächste Jahr schon fest.
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