Auf nach El Salvador
12.02.2010 | 11:14 Uhr 2010-02-12T11:14:00+0100
Wesel. Der Bürgerkrieg in dem kleinen mittelamerikanischen El Salvador war gerade zu Ende, da gab es Hilfe aus Wesel. Sigrid Kowollik und Lothar Rauer initiierten sie zusammen mit der Eine-Welt-Gruppe vor 19 Jahren. Die beiden helfen noch heute, verbrachten gerade wieder fünf Wochen in dem Land.
Obwohl sie mittlerweile in Spanien leben, ist der Kontakt ins heimatliche Wesel nie abgerissen, sagt Klaus Bauer, der hier die Eine-Welt-Jugendgruppe leitet. Mit drei jungen Frauen, die darin aktiv sind, reist er vom 17. bis 30. März in das von sozialen Problemen gebeutelte Land. Das Quartett schließt sich der Flüchtlingshilfe Mittelamerika an und ist schon ganz gespannt auf das, was vor Ort wartet.
Lena Wizner (16) und Lisa Mindthoff (17) sind Schülerinnen am Konrad-Duden-Gymnasium, Natalie Nüse (20) ist ehemalige Pennälerin. Alle drei eint die Arbeit in der Eine-Welt-Jugendgruppe und ihr Interesse für El Salvador. Sie waren dabei, als im September Reyna und Esperanza aus den von Wesel unterstützten Dörfern am Bajo Lempa die Kreisstadt besuchten. So gab es schon mal unmittelbar geschilderte Einblicke in das für uns vielfach Fremde.
Nun bereiten sich alle drei noch intensiver auf ihren Aufenthalt vor, lesen viel über El Salvador. Erschreckend nennen sie die hohe Kriminalitätsrate in dem Land, zu der vor allem Banden beitragen, darunter auch Kinder. Interessant finden sie die Kultur, auf die sie in der Hauptstadt San Salvador, in der Bergregion und im Mangrovensumpf stoßen werden.
Mitten in Wald und Wildnis gegründet
Fünf Tage verbringen die Weseler am Bajo Lempa, wo auch die von Wesel unterstützten Dörfer Ciudad Romero und Nueva Esperanza liegen, die 1991 mitten in Wald und Wildnis gegründet wurden. In Ciudad Romero wird eine Kindertagesstätte unterstützt, außerdem gibt es zurzeit drei von Wesel aus bezahlte Stipendiaten, die ihre Ausbildung in der Hauptstadt genießen, und das Früchtprojekt, bei dem 200 Schüler an 200 Tagen eine Mittagsmahlzeit erhalten. Die vier Vertreter aus Wesel wollen sehen, wie das Geld eingesetzt wurde, das im Laufe des Jahres gesammelt und gespendet wird. Gut 20 000 Euro kommen schließlich zusammen, bei Veranstaltungen, von Kirchen, Privatpersonen und von Firmen.
Vielleicht wird es bald noch mehr sein. Denn die jungen Frauen wollen fleißig fotografieren und einen Film drehen. So können sie ihre persönlichen Erlebnisse dokumentieren und vermitteln – möglicherweise mit weiteren positiven Auswirkungen für die Menschen in Nueva Esperanza und Ciudad Romero. Auch in ihrer Schule würden sie das Projekt gern vorstellen und Interesse für entwicklungspolitische Fragen wecken.
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