Auf in die Bergwelt von Wesel!

Foto: Evamaria Schaller/Urbane Künste Ruhr
Mit sieben speziellen Erlebnistouren wollen die Initiatoren der "Urbanen Künste Ruhr" unbekannte Ecken und Kanten im Kreis Wesel zeigen.

Am Niederrhein.. Der Kreis Wesel hat eine Menge unbekannter Ecken und Kanten – auch für die Einheimischen, die seit der Gebietsrefom von 1975 mit diesem Kunstprodukt im niederrheinischen Ruhrgebiet zu leben gelernt haben. Dass es hier auch für Ortskundige eine Menge zu entdecken gibt, wollen im Juni sieben Künstler beweisen, die im Auftrag der Urbane Künste Ruhr sieben sehr spezielle Erlebnistouren „Reisen im Kreis“ anbieten werden: „Die Tour als Skulptur“ zum Beispiel oder „die erste österreichische Weseler Bergtour“ oder aber auch eine „Expedition durch Xanten – mit Fellinis Satyricon und den Batavern“.

Was zunächst ein wenig seltsam klingt, was auch der Kurator Kay von Keitz gerne zugibt. Was das soll? Neugierig machen: Die Urbanen Künste wollen „Menschen im Ruhrgebiet mit neuen Möglichkeiten der Nutzung und Betrachtung von sichtbaren und verborgenen Orten des urbanen Lebens“ konfrontieren.

Künstler als Reiseführer

Und zwar aus der originellen Perspektive der zu „Reiseführern“ mutierten auswärtigen Kunstschaffenden Uschi Huber, Daniela Brahm, Evamaria Schaller, Lutz Fritsch, Hans Winkler und Christian Odzuck. Diese Sechs haben sich, wie Nicola Schudy, die in Dinslaken ab dem 14. Juni ein „Reisezentrum“ für die Augenöffnertouren managen wird, intensiv mit den Eigenheiten und der Geschichte des 1042 Quadratkilometer großen Kreises Wesel beschäftigt, die ja nicht erst mit der Kohleförderung begann und mit der Schließung von Zeche Lohberg 2005 nicht endete. Ob ländliche Idylle oder verwaiste Industrieanlagen, Baggerseen oder Abraumhalden, Autobahnen oder Auenlandschaften oder besondere Weseler, Weselaner und Weselinskis: Dieses nur scheinbar alltägliche Neben-, Durch- und Miteinander wollen sie zwischen dem 15. Juni und 16. August tageweise für Fußgänger, Radler und Bustouristen erfahrbar machen.

Alle fünf- bis sechsstündigen Erlebnis-Tagesreisen sollen mitten in Dinslaken beginnen: im Reisezentrum gegenüber dem neuen Einkaufszentrum „Neutor-Galerie“ an der Saarstraße 12, wo alle Touren auch enden werden. Hier gibt es für Auswärtige und Einheimische, die zu Entdeckern werden wollen, nicht nur konkrete Infos und Tipps zu den Tagesausflügen, sondern auch eine schöne Tasse Kaffee. Für den Kaffee gilt übrigens wie für alle Touren, die jeweils samstags und sonntags stattfinden sollen: Er ist kostenlos.