ASG-Mitarbeiter in Sorge

Familie Betzinger pflanzte ihren Familienbaum, eine Sommerlinde, im  November 2014 im Ereigniswald. Dort sterben zurzeit zahlreiche der gepflanzten Bäume ab.
Familie Betzinger pflanzte ihren Familienbaum, eine Sommerlinde, im November 2014 im Ereigniswald. Dort sterben zurzeit zahlreiche der gepflanzten Bäume ab.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Frei werdende Stellen im Bereich der Grünflächenunterhaltung und des Winterdienstes sollen nicht mehr besetzt werden. Die Mitarbeiter sorgen sich.

Wesel..  Sparen heißt das Gebot der Stunde, auch beim städtischen Betrieb ASG (Abfall, Straßen, Grünflächen). So sollen frei werdende Stellen im Bereich der Grünpflege künftig nicht mehr besetzt werden (wir berichteten). Das sorgt sämtliche ASG-Mitarbeiter verständlicherweise, denn was ist mit ihren Arbeitsplätzen? Im Betriebsausschuss am Donnerstag waren die Besucherreihen deshalb gut gefüllt.

300 000 Euro sparen

Innerhalb von elf Jahren soll die Belegschaft, die für die Grünflächenunterhaltung und den Winterdienst zuständig ist, von 52 auf 40 Kollegen schrumpfen, das Entgelt für diesen Bereich ist schließlich seit 2001 lediglich um vier Prozent gestiegen. Also wird beim Personal gespart - sozialverträglich, wie es heißt. 300 000 Euro bringt dies am Ende. Bei weiteren Stelleneinsparungen würde man an Grenzen stoßen, sagte Betriebsleiter Ulrich Streich, dies sei aber ein vertretbarer Vorschlag. Bis auf die Linken sehen das die anderen Parteien auch so. Ludger Hovest (SPD) kündigte an, alle frei werdenden Stellen kritisch zu hinterfragen, sprach aber zur Beruhigung der Belegschaft gleichzeitig von einer Beschäftigungsgarantie. Personalratsvorsitzende Sandra Kämmerer machte deutlich, welche Opfer die ASG-Mitarbeiter bereits gebracht hätten. Vor allem die Zukunft der Auszubildenden sehe schlecht aus.

Beschlossen wurde der Vorschlag dennoch, was sich wohl auch im Stadtbild bemerkbar machen wird. Während Wolfgang Lingk (CDU) noch auf das anstehende Stadtjubiläum 2016 verwies, wo es doch gepflegt aussehen müsse, sagte Norbert Segerath (Linke), dass die Entscheidung ja gut zum auf den Weg gebrachten Tourismuskonzept passe, wo Wesel als grüne Stadt bezeichnet werde.

Die Ursache ist noch ein Rätsel

Der Ereigniswald am Auesee ist in keinem guten Zustand. Das verkündete Hovest nach einem Hinweis seines Parteikollegen Rolf Blommen, der der Ideengeber dafür war. 15 der gepflanzten Bäume seien bereits total kaputt, weitere sähen ebenfalls schon „ziemlich mies“ aus. Woran das liegt, vermochte auch ASG-Fachmann Heinz-Georg Oberender nicht zu beantworten. Das Problem sei zwar bekannt, aber warum es auftrete, sei noch ein Rätsel. Die Bäume würden genauso gewässert wie alle anderen. Möglicherweise liege der Fehler in der Lieferung aus einer Baumschule. Er kündigte allerdings bereits an, dass man notfalls die Bäume ersetzen werde.

Einen Erfolg vermeldete Ulrich Streich gegen Ende der öffentlichen Sitzung. Die vor knapp vier Jahren auf dem Dach des ASG-Betriebshofes installierte Photovoltaikanlage liege kontinuierlich über den prognostizierten 108000 Kilowattstunden pro Jahr. 2014 beispielsweise seien 115131 Kilowattstunden verzeichnet worden, davon habe man 51000 selbst verbraucht. Die Anlage sei damit sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich erfolgreich.