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Ansteckende Gelassenheit

19.01.2016 | 20:00 Uhr
Ansteckende Gelassenheit
Elke Siemund mit der Aufnahme einer Geisha. Im Hintergrund zu sehen ist eine der Malereien vonFoto: Lars Fröhlich

Wesel.   Doppelausstellung imWeseler Restaurant Art: Elke Siemund zeigt Fotografien aus Japan, dazu gibt es Malereien von Jadwiga Kuczera zu sehen.

Die schönsten Dinge im Leben lassen sich oft nicht planen. Sie passieren einfach – und sind dann umso wundervoller. So etwas erlebte auch Elke Siemund, die sich eigentlich nie hatte vorstellen können, nach Asien zu reisen. „Afrika, das war immer unsere Leidenschaft“, sagt sie über sich und ihren Mann. „Wüstenfahrten. Aber Asien? Nee, das hat uns nie gereizt.“ Dann jedoch ging Sohn Kim im Rahmen seines Studiums nach Japan, hat dort mittlerweile einen Job und ist mit einer Japanerin verlobt. Für die Eltern Grund genug, dann doch einmal nach Asien zu fliegen. Einen ersten Versuch der Reise sagten Elke Siemund und ihr Mann nach der Katastrophe von Fukushima 2011 wieder ab, 2013 klappte es dann. Und was die Weseler Fotografin in Japan erlebte, veränderte ihre Meinung grundlegend.

„Das Fieber hat mich gepackt“, sagt sie nun über sich selbst. Und dieses Fieber möchte Elke Siemund mit anderen teilen. Im Flürener Restaurant Art an der Reeser Landstraße zeigt sie deshalb eine Auswahl von Fotografien, die während ihrer mittlerweile zwei Japan-Aufenthalten entstanden sind. Menschen, Landschaften, Bauwerke – es sind tolle Arbeiten, die zweifelsohne neugierig machen auf ein Land, das so anders ist als unseres. Weiß geschminkte Geishas, die früh morgens durch die Straßen flanieren, hat Elke Siemund in ihren Bildern festgehalten, aber auch märchenhafte Toriis am Rand eines Weges oder im typischen Manga-Stil gekleidete Jugendliche. Sie hat Erdbeben und Taifune ebenso miterlebt wie eine japanische Hochzeit.

Eröffnung am Sonntag

Was sie an dem Land so fasziniert hat? Das lässt sich in einer Antwort gar nicht zusammenfassen. „Es sind aber vor allem die Menschen“, versucht Elke Siemund ihre Begeisterung in Worte zu fassen. „Sie sind so ruhig und höflich. Distanziert zwar, aber sie vermitteln einem immer das Gefühl, willkommen zu sein.“ Die japanische Kultur nennt sie ebenfalls. „Die Sehenswürdigkeiten, die tolle Infrastruktur, die Sauberkeit und die Plätze der Ruhe, die man trotz der vielen Menschen findet.“ Eine ganz andere Ruhe als die, die sie in der afrikanischen Wüste kennengelernt hat. „Aber man wird einfach total geerdet.“ Es sei eine ansteckende Gelassenheit, die Japan ihr vermittelt habe und die sie so aus Deutschland nicht kenne. Mittlerweile hat die Weselerin sogar ein wenig Japanisch gelernt.

Ab Sonntag, 24. Januar, können sich Besucher des Art von Elke Siemunds Japan-Fieber anstecken und ein wenig mitreißen lassen. Um 11 Uhr wird die Ausstellung eröffnet, die bis zum 3. April zu sehen sein wird. Nach der Einführung berichtet die Fotografin selbst von ihren Asien-Reisen. Dazu wird japanischer Tee und Sushi gereicht.

Spiel mit Farben und Spiegelungen

Neben den Fotografien beinhaltet die Ausstellung auch Malereien von Jadwiga Kuczera. Die Bottroperin hat unter dem Titel „Im Wandel der Zeit“ Herbst-Impressionen festgehalten. In den stimmungsvollen Arbeiten, die vor allem schwedische Landschaften zeigen, spielt Jadwiga mit Farben und Spiegelungen.

Es sind ganz neue Bilder der Künstlerin, die in Marienthal eine Galerie hatte, sich aus gesundheitlichen Gründen nun aber zurückgezogen hat.

Gabi Kowalczik

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2016-01-19 20:00
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