Alles für den Grünen Hahn

Foto: www.blossey.eu

Schermbeck..  Energie sparen, schonend mit Ressourcen umgehen, Fehler beseitigen, die Geld kosten; das soll der „Grüne Hahn“ bewirken. Die evangelische Kirchengemeinde St. Georg hat sich im Herbst entschieden, an dem gleichnamigen Umweltmanagementsystem der evangelischen Landeskirche teilzunehmen. „Das Ziel ist die Zertifizierung“, erklärt Horst Friedrich, Presbyter und zugleich Beauftragter für das Projekt.

Gebäude auf dem Prüfstand

2001 startete der „Grüne Hahn“ mit zehn kirchlichen Einrichtungen, bis jetzt sind 700 Gemeinden zertifiziert. „Das System ist der Rahmen, es muss mit Leben gefüllt werden“, beschreibt der 61-Jährige das Prinzip. Gemäß fester Vorgaben hat die Gemeinde, die für das Projekt einen neunköpfigen Umweltausschuss mit sechs Haupt- und drei Ehrenamtlichen gründete, zunächst den Ist-Zustand zu erfassen. „Das betrifft in erster Linie die Gemeindegebäude.“

Das sind natürlich die Kirche, das große Gemeindehaus, die Kindertagesstätten „Hand in Hand“ und Kempkesstege sowie die Trauerhalle auf dem Friedhof an der Weseler Straße. Aber auch die Außenanlagen werden berücksichtigt. „Das ist der erste große Arbeitsblock.“ Baujahr, Gebäudegröße, Heizungsart, Wasser- und Stromverbrauch werden erfasst, ebenso die Müllmenge. Das habe die Gemeinde so systematisch „bisher nicht gemacht“. Zudem, so Friedrich, werden allgemeine Leitlinien geschrieben, etwa mit dem Inhalt, Energie sparen zu wollen.

„Welche Maßnahmen können und müssen ergriffen werden?“, formuliert der Schermbecker die nächste wichtige Frage. Bestand und Maßnahmen sollen in den kommenden drei bis vier Monaten erarbeitet sein, bis Ende des Jahres könnte die Zertifizierung gelingen. „Das ist ein sehr ehrgeiziges Ziel“, sagt Horst Friedrich, der sich in der passiven Phase seiner Altersteilzeit die nötige Zeit für den „Grünen Hahn“ nimmt. Fristen gebe es keine, aber der Aufwand sei groß: „Es muss alles dokumentiert werden.“ Die Zertifizierung übernehmen externe Gutachter.

Ganz wichtig ist dem 61-Jährigen, dass mit dem Projekt niemand bevormundet wird. Das sei „klar und deutlich“ gesagt worden. Mit dem „Grünen Hahn“ wolle die Gemeinde einen Prozess in Gang setzen. „Nicht die Zielerreichung, sondern der Weg ist entscheidend.“

Dennoch: Möglichst konkret soll es werden, und der Presbyter nennt Beispiele: den Austausch von Leuchtmitteln, der genaue Blick auf Raumtemperaturen, den Einkauf fairer Produkte oder das Schließen von Außentüren im Winter. „Es sind viele Kleinigkeiten, auf die wir achten.“ Aber auch bauliche Dinge rückten bereits in den Blick. „Wunderschön“ seien die großen bunten Glasfenster im Treppenhaus des Gemeindehauses, meint Friedrich, aber energetisch wohl ein Problem. Zur Lösung: „Es ist eine Gratwanderung.“ Und: Die Gemeinde sei „bereit, Geld in die Hand zu nehmen“.

Friedrich möchte im Gemeindehaus einen Briefkasten für den „Grünen Hahn“ aufhängen, um Vorschläge zum Projekt in einer Ideenbörse zu sammeln. „Die Ziele müssen erreichbar sein“, dämpft er zu große Erwartungen. Aber konkrete Ergebnisse sollen allen Beteiligten zeigen, dass mehr passiert als Konzepte zu schreiben und Fragebögen auszufüllen.