Ärger mit und ohne Baustelle

Die Baustelle ist wieder da, erneut stehen die Pendler im Stau.
Die Baustelle ist wieder da, erneut stehen die Pendler im Stau.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Drevenack und die B58 - das Dorf ist gut angebunden. Und ständigem Ausweichverkehr ausgesetzt

Hünxe..  Wieder ist Drevenack im Ausnahmezustand - und wieder wird der schmale Hunsdorfer Weg zur Ausweichstrecke für die B58. Bis zum 22. Juni lässt der Landesbetrieb Straßen NRW die Rinnsteine nachbessern, die bei den ersten Bauarbeiten nicht korrekt ausgeführt worden seien. Und die Drevenacker sind sauer, zu den Hauptverkehrszeiten läuft rund um das Dorf nichts mehr, kaum jemand mag die angegebene Umleitung nutzen. Nicht nur Hunsdorfer Weg, auch Alte Marienthaler Straße müssen deshalb als Ausweichstrecke herhalten, zum Ärger der Anwohner. Zu den ortskundigen Autofahrern kommen noch diejenigen, die umherirren und die Straßen verstopfen.

Doch es ist nicht nur der Ausnahmezustand Baustelle, der die Drevenacker nervt, die Arbeiten sollen am 22. Juni beendet werden. Wolfgang Braun lebt in zweiter Reihe an der Schermbecker Landstraße. „Klar, ich wohne nahe einer Bundesstraße“, sagt der 61-Jährige. Darauf sei er auch eingestellt gewesen, als er in sein Haus zog. „Es ist gut isoliert.“ Das Problem: Vor allem nachts geben Lkw-Fahrer im Drevenacker Ortskern Gas. Sie versuchen den Weg von der A3 zur A31 abzukürzen, um nicht über das Kreuz Oberhausen fahren zu müssen.

„Das Tempolimit wird in Drevenack zu wenig kontrolliert. Und wenn, wissen ohnehin alle, wo der Blitzer steht und gehen vom Gas.“ Sein Vorschlag: „Warum stellt man nicht dauerhaft ein Blitzgerät auf, so wie in Bricht?“ So etwas spreche sich schnell herum. Derzeit – ohne die Baustelle - geben die Fahrer in Höhe der Tankstelle Gas, um die Grünphase der Ampel noch zu erwischen. „Zeigt sie rot, biegen sie in Richtung Hünxe ins Dorf ab“, erklärt Braun. Der Umweg zahlt sich offenbar aus, denn in diesem Teil des Dorfes gilt durchgehend Tempo 50.

Im Rahmen der Bebauungsplandiskussionen um die Edeka-Erweiterung - ein Getränkemarkt soll hier entstehen - gab es mal die Idee eines Kreisverkehres. Sie wird nicht umgesetzt. Auf Tempo 30 in der Hünxer Straße angesprochen, sagt Bürgermeister Hermann Hansen, eine Temporeduzierung würde die Buslinie behindern. „Wir können auch keine Einbahnstraßenregelung umsetzen, das würde den Norden von Drevenack abschneiden“, erläutert er. Dass Autofahrer durchs Dorf „abkürzen“, wenn die Ampel ihre Rotphase hat, hält er schon für möglich. Auch, dass Eilige dann die 50 Stundenkilomeer großzügig auslegen. „Man kann es nicht verhindern“, sagt Hansen.

Der Schulbus hält in Höhe der Polizeistation. „Die Schüler müssen hier die Straße überqueren“, erläutert der Bürgermeister. Bislang habe es keine Unfälle dabei gegeben, auch keine Beinahe-Unfälle. „Das liegt daran, dass der Bereich recht übersichtlich ist“, sagt Hansen. Unter dem Strich sind die Probleme bekannt, Lösungen aber nicht in Sicht.