Acht Verletzte beim Brand eines Weihnachtsbaums in Wesel

Im ersten Obergeschoss dieses Hauses brannte der Weihnachtsbaum. Die Wohnung kann zurzeit nicht mehr genutzt werden.
Im ersten Obergeschoss dieses Hauses brannte der Weihnachtsbaum. Die Wohnung kann zurzeit nicht mehr genutzt werden.
Foto: FUNKE Foto Services / Gerd Herma
Was wir bereits wissen
Beim Kaffeekränzchen wollte eine Weselerin nochmal ihren schönen Christbaum erleuchten. Doch der fing Feuer. Die Feuerwehr rettete alle acht Bewohner.

Wesel.. Am Tag nach dem Großeinsatz der Feuerwehr in einem Mehrfamilienhaus an der Korbmacher­straße sind die Spuren des Brandes noch unübersehbar. Auf dem Bürgersteig liegen angekokelte Rollladen-Lamellen, im ersten Obergeschoss sind viele Fenster zerstört, und wo die Scheiben noch im Rahmen stecken, hat sich eine dicke Rußschicht auf das Glas gelegt.

In der ersten Etage des Vierparteien-Hauses war am Samstagnachmittag eine Damenrunde zum gemütlichen Kaffeekränzchen im Rahmen einer Familienfeier zusammengekommen. Die Kerzen am Christbaum hatte man noch einmal angezündet, was letztlich Bewohnern wie Gästen zum Verhängnis werden sollte.

Feuerwehr führte Bewohner mit Fluchthauben aus dem Qualm

Gegen 18.20 Uhr fing der Weihnachtsbaum Feuer. Rasant breiteten sich die Flammen aus, schnell machte sich beißender Rauch breit. Beim Eintreffen der Feuerwehr, die mit Kräften der Hauptwache sowie dem Löschzug Stadtmitte unter Einsatzleiter Uwe Wittkämper anrückte, war bereits der ganze Flur verqualmt. Mit so genannten Fluchthauben wurde ein Teil der acht im Haus befindlichen Menschen in Sicherheit gebracht. Zwei Bewohner des Dachgeschosses wurden über den Hubsteiger heruntergeholt, wie Jörg Grossart von der Feuerwehr auf Anfrage mitteilte.

Alle Geretteten erlitten dennoch eine Rauchgasvergiftung. Sie wurden nach der notärztlichen Erstbehandlung vor Ort mit dem Rettungswagen in die beiden Weseler und Dinslakener Krankenhäuser gebracht. Das DRK Alpen war mit zwei Fahrzeugen zu Hilfe geeilt, um die hohe Zahl der Opfer rechtzeitig versorgen zu können.

Zwei Verletzte sind weiter im Krankenhaus - aber keine Lebensgefahr

Deshalb wurden sie auch auf unterschiedliche Krankenhäuser verteilt. Sechs der Verletzten im Alter zwischen 63 und 84 Jahren konnten die Hospitäler wieder verlassen, zwei mussten stationär aufgenommen werden. Lebensgefahr besteht nicht. Um wen es sich hier handelt, vermochte die Polizei nicht zu sagen.

Die Wohnung in der 1. Etage wurde von einem 75 Jahre alten Mann und seiner 69 Jahre alten Frau bewohnt. Der Mann war zum Zeitpunkt des Brandes aber nicht zu Hause, hieß es bei der Leitstelle. Die im Erdgeschoss des Hauses untergebrachte Trinkhalle ist auch in Mitleidenschaft gezogen worden. Dort wurde auf einem Zettel an der Tür mitgeteilt: Wegen Brand heute geschlossen.

Während die zweite Etage und die Dachgeschosswohnung noch bewohnbar sind, muss im ersten Obergeschoss erst einmal gründlich renoviert werden.