Abschied vom You und ein Neustart

Kathrin Riedel  will sich nach ihrer Schermbecker Zeit in Dinslaken ein neues Netzwerk aufbauen.
Kathrin Riedel will sich nach ihrer Schermbecker Zeit in Dinslaken ein neues Netzwerk aufbauen.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Kathrin Riedel hat im Evangelischen Jugendzentrum Schermbeck viel erreicht. Nun hat sie eine Stelle in Dinslaken übernommen und arbeitet mit angehenden I-Dötzchen

Schermbeck..  „Ich habe gar nicht gedacht, dass das so schwer sein könnte“, sagt Kathrin Riedel über ihren beruflichen Wechsel und dessen persönliche Folgen. Die 29-Jährige hat ihre Arbeit als Jugendleiterin im „You“ im evangelischen Gemeindehaus beendet, um in Dinslaken eine neue Aufgabe zu übernehmen.

Dort hat die ausgebildete Erzieherin und studierte Kindheitspädagogin eine Stelle bei der Stadtverwaltung angenommen, die genau zu ihrer Ausbildung passt. Sie soll an zwei städtischen Kindertagesstätten Familien mit Kindern im Vorschulalter den Wechsel auf die Grundschule erleichtern. „Bildung ohne Brüche“ ist das Programm „plusKita“ überschrieben, das vom Land gefördert wird. Neben der Möglichkeit, eine volle Stelle zu bekommen, gab der Zuschnitt der Aufgabe einen entscheidenden Impuls zuzugreifen.

Gerne, aber mit dem oft zitierten lachenden und weinenden Auge blickt die Schermbeckerin, die seit einiger Zeit in Dorsten wohnt, auf ihre Zeit in Schermbeck zurück. Sie sagt: „Ich komme aus der Gemeinde, ich bin dort groß geworden. Ich war immer Schermbeckerin.“ Und: „Als Jugendliche bin ich hier ein und ausgegangen.“

Das galt auch als Erwachsene und für ihre berufliche Zeit: Ihre Ausbildung zur Erzieherin, inklusive Vorpraktikum und Anerkennungsjahr, hat sie in der evangelischen Kita „Hand in Hand“ an der Erler Straße absolviert. Am Hans-Böckler-Berufskolleg machte sie parallel ihr Fachabitur und in einer „Überbrückungsphase“ arbeitete sie mit dem damaligen Jugendleiter Norbert Knorr zusammen.

In ihrer Zeit im Hort einer Heidener Kita („das war eine Chance“) fragte Käthe Spaltmann, Leiterin der evangelischen Kita Kempkes­stege, im Sommer 2007, ob Riedel dort eine Gruppe leiten wolle. Die Antwort war ein „Ja“, vier Jahre blieb sie dort. Zum Jahresanfang 2012 fing sie „nach einer kleinen Weltreise“, die immerhin sechs Monate dauerte, im Jugendheim an. „Ich wollte nicht so richtig weg“ beschreibt sie die Zeit nach der erfolgreichen Bachelor-Prüfung und dem Abschluss des zweieinhalb-jährigen Studiums in Mönchengladbach im vorigen Sommer. Die Anerkennung ihrer Berufsausbildung verkürzte das Studium.

Neu aufgestellt

Verständlich, dass das Weggehen aus dem „You“ und der Gemeinde schwerfiel, denn mit ihren Kollegen Patrick Bönki und Jenny Konstanty (sie übernimmt Riedels halbe Stelle) hat sie einiges aufgebaut. Wie berichtet, hat sich das Jugendheim mit anderen Angeboten neu aufgestellt und damit einen neuen, zudem größeren Besucherkreis gewonnen. Die Musik spielt im Programm des „You“ eine große Rolle. Mit der örtlichen Gesamtschule gibt es eine gut funktionierende Zusammenarbeit.

„Es hat super Spaß gemacht“, sagt sie über die Zeit in Schermbeck. Ab und an wird sich Kathrin Riedel noch im „You“ blicken lassen, zumal die meisten Besucher ihr dort bestens bekannt sind. Zu dritt, in einem kleinen Team zu arbeiten, habe ihr sehr gut gefallen. In Dinslaken hat sie es jetzt mit vielen (noch) neuen Ansprechpartnern zu tun. Zunächst möchte sie sich dort ein Netzwerk aufbauen und in ihre neue Tätigkeit einfinden. „Ich bin ganz am Anfang“, sagt sie, aber bis zu den Sommerferien wolle sie den Rahmen abgesteckt haben. Aber das sei auch eine Chance und Herausforderung: „Ich finde das spannend.“