50 Jahre und kein bisschen leise

Drei, die sich verstehen: Heinz Reinartz,  2. Vorsitzender,  Schatzmeister Hans Wäckers und Vorsitzender Friedel Dörken mit dem Büdericher Wappen.
Drei, die sich verstehen: Heinz Reinartz, 2. Vorsitzender, Schatzmeister Hans Wäckers und Vorsitzender Friedel Dörken mit dem Büdericher Wappen.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Jubiläum bei der Rentnergemeinschaft Büderich. Am nächsten Dienstag wird gefeiert.

Wesel..  Friedel Dörken hat Unterlagen mitgebracht. Dicke Mappen liegen vor ihm auf dem Tisch. Namenslisten von früher, der Text des Heimatliedes, das heute wieder zu Beginn der Treffen gesungen wird. Protokolle und Kalender, die über Fahrten und Feste berichten. In einem halben Jahrhundert kommt eben einiges zusammen. Am Dienstag, 12. Mai, laden die 35 aktiven Herren der Rentnergemeinschaft Büderich zum 50. Jubiläum.

Gefeiert wird im Gasthof van Gelder, in dem sich die Männer regelmäßig versammeln. Auch Wesels Bürgermeisterin Ulrike Westkamp hat sich angekündigt. Nach einem gemeinsamen Mittagessen startet eine Planwagenfahrt. Im Anschluss gibt es Kaffee und Kuchen für alle.

Neben dem Vorsitzenden Friedel Dörken sind Heinz Reinartz und Hans Wäckers zum Gespräch gekommen. Kaum sitzen sie, wird diskutiert. Über den nächsten Termin mit dem „K.O-Ausschuss“, den Koordinationsausschuss der Büdericher Vereine. Über die Maifeier, die diesmal ausfiel, weil sich alle Beteiligten aufeinander verließen...

Bei der Rentnergemeinschaft Büderich wird seit Jahr und Tag an einem Strang gezogen. Dabei begann alles 1965 mit Ruheständlern des damaligen Solvay-Salzbergwerks. Sie wollten ihre Freizeit kreativ gestalten und schlossen sich zusammen. Im Vordergrund stand von Beginn an die Geselligkeit. Und so ist es bis heute geblieben: Neben einem Sommerfest und einer Weihnachtsfeier, Spargel- und Grünkohlessen sind aktuell Ausflüge geplant. Beliebt sind Radtouren in die Region, etwa nach Krudenburg oder Bislich. Im August geht es gemeinsam nach Köln. Und dann sind da noch die Karnevalssitzungen, die die Rentner inzwischen auf die Beine stellen. Elf von ihnen bilden die Büdericher Hofsänger, die sich norddeutschen Liedern ebenso widmen wie dem Heimatlied, das Friedel Dörken vor einiger Zeit wieder entdeckte: „Wenn wir am langen Tisch fröhlich beisammen sind ...“

Acht Gründungsmitglieder gab es. Seither ging die Mitgliederzahl mal rauf, mal runter. 2013 waren es 45 Mitstreiter, heute hat die Gemeinschaft 35 Aktive. Neue Mitglieder, nennt Friedel Dörken einen Jubiläums-Wunsch. Wer im Ruhestand ist und seine Zeit gern in Gesellschaft verbringt, möge sich melden. Das Alter spielt dabei keine Rolle. Das jüngste Mitglied ist 1969 geboren, das älteste 1919.

Zum Jubiläum wurde eine kleine Ausstellungswand zusammengestellt. Da sieht man die Herren beim Reibekuchenbraten, das heute einem Spargelessen wich - früher wurden mit Volldampf gemeinsam Kartoffeln geschält. Ein Stück weiter fällt der Blick auf das Gründungsprotokoll, ursprünglich verfasst in Sütterlin und jetzt für jeden lesbar ins Heute übersetzt.

Hanna van Gelder, die Gastwirtin, kommt herein. Sie bringt Kaffee mit. Hanna ist etwas Besonderes. Sie ist die einzige „feste“ Frau im Männer-Bund. Neben ihr sind zwar auch Partnerinnen und Gastfrauen willkommen, aber sie sind eben nicht regelmäßig dabei. Hanna lächelt verschmitzt. „Ich habe keine Angst vor Männern!“

Bravo, Hanna, weiter so!