175 Jahre Schützentradition

Der Thron im Jubiläumsjahr 1965:  Adjutant Werner Neuenhaus, Präsident Bernhard Borgmann und Bataillonskommandeur Theo Borgmann (obere Reihe v.l.) vordere Reihe v.l.  Änne Jeurissen und Otto Scholten, Hilde Scholten und Johann Maas, Emma Artz und Heinrich Abendroth, Königin Friedchen Abendroth und König Heinrich Artz, Doris Schlug und Willy Munsch, Else Maas und Anton Jeurissen, Inge Munsch und Matthias Schlug
Der Thron im Jubiläumsjahr 1965: Adjutant Werner Neuenhaus, Präsident Bernhard Borgmann und Bataillonskommandeur Theo Borgmann (obere Reihe v.l.) vordere Reihe v.l. Änne Jeurissen und Otto Scholten, Hilde Scholten und Johann Maas, Emma Artz und Heinrich Abendroth, Königin Friedchen Abendroth und König Heinrich Artz, Doris Schlug und Willy Munsch, Else Maas und Anton Jeurissen, Inge Munsch und Matthias Schlug
Foto: NRZ
Der Feldmarker Verein „vor’m Clever Tor“ feiert am Wochenende sein Jubiläumsfest. Am Sonntag ermitteln die Schützen ihren neuen Regenten.

Wesel..  Es ist ein stolzes Jubiläum, das der Schützenverein Wesel-Feldmark feiert: Ganze 175 Jahre lang besteht der Verein mittlerweile. Anlass genug, einmal auf die Anfänge und Geschichte zurückzublicken. Die Geburtsstunde des Vereins lässt sich ganz genau zurückverfolgen, nämlich auf den 20. Juli 1839. Vor den Toren der Stadt in der Feldmark, die damals stark von der Landwirtschaft geprägt war, fanden sich damals einige Bürger zusammen, die den Wunsch hegten, einen Schützenverein zu gründen. An diesem 20. Juli wurde der Beschluss gefasst, wie es in einem Protokoll nachzulesen war, das noch bis zum Zweiten Weltkrieg im Stadtarchiv aufbewahrt wurde.

Offiziell gegründet wurde der Schützenverein dann im Juni 1840, wie die Chronisten recherchierten und festhielten. Zunächst entstand die erste Kompanie, in der Bürger sich anmeldeten, die aus dem Bereich Feldmark bis hin zur Stadtmauer, dem Steintor, kamen. Eine zweite Kompanie wurde ebenfalls schnell gebildet, hier waren Bürger aus dem Gebiet rund um die Reeser Landstraße bis hin zur Grenze nach Flüren aktiv. Da zu dieser Zeit noch weitere Schützenvereine in Wesel entstanden, gaben sich die Feldmarker den Beinamen „vor’m Clever“ Tor, um sich abzugrenzen. Und passend war der Name auch, schließlich musste man früher, um von der Stadt aus die Gemarkung Feldmark zu erreichen, das Clever Tor passieren.

Tambourcorps und Reiterzug

Nach dem Ersten Weltkrieg feierten die Feldmarker schon 1919 wieder ein Schützenfest. Ein Jahr später wurde das Tambourcorps gegründet, der Reiterzug entstand 1924.

Einen großen Einschnitt in ihr Vereinsleben mussten die Feldmarker Schützen wie viele andere auch während der Zeit des Nationalsozialismus und Zweiten Weltkriegs hinnehmen. Auch das 100-jährige Bestehen des Schützenvereins 1940 konnten die Mitglieder mitten im Krieg nicht feiern.

Nach Kriegsende bestand bei einigen Feldmarkern die Sorge, dass das Schützenbrauchtum sein Ende gefunden haben könnte, doch schon 1948 trafen sich Vereinsmitglieder zu einer Versammlung, um das Vereinsleben wieder aufleben zu lassen.

1959 gründeten die Feldmarker eine Schießsportabteilung. 1970 entstand das „Karnevalskomitee vor’m Clever Tor“, drei Jahre später der Jungschützenzug. 1974 wurde eine Schießsportanlage mit Clubräumen auf dem Grundstück an der Ackerstraße gebaut, der Verein zog vom Schützenplatz am Tannenhäuschen dahin um. Dort feierten die Feldmarker auch 1990 ein großes Fest zum 150. Geburtstag des Vereins.