120 junge Pferde zeigen sich den Zuchtrichtern

Dirk Isna Ettwig zeigen ihre Stute Rochade und das Hengst-Fohlen Finest bei der Vorstellung der Stuten- und Fohlenschau.
Dirk Isna Ettwig zeigen ihre Stute Rochade und das Hengst-Fohlen Finest bei der Vorstellung der Stuten- und Fohlenschau.
Foto: Funke Foto-Services
Was wir bereits wissen
Auf dem Gutshof Glückauf in Hünxe läuft am kommenden Donnerstag die Stuten- und Fohlenschau.

Hünxe..  Die Pferdezucht ist ein besonderes Hobby und es wird immer außergewöhnlicher, weil seltener. Die Züchter werden weniger, und somit auch die Pferde. Vor sechs Jahren wurden im Kreis Wesel noch doppelt so viele Fohlen geboren wie heute. Rund 7000 Pferde zählen die Kenner im Kreis insgesamt. Das sei auch ein Wirtschaftsfaktor. Schließlich ziehen Pferde Arbeitsplätze nach sich: Vom Boxenbauer über den Tierarzt bis zum Hufschmied und zum Saatguthersteller.

Immerhin 120 junge Pferde und Stuten werden es sein, die sich in der nächsten Woche auf dem Gutshof Glückauf in Hünxe zur Fohlenschau und Stuteneintragung versammeln.

Im Schritt und im Trab werden die Fohlen der Kommission erstmals Hallo sagen, sich präsentieren und eine erste Wertung in ihrem noch jungen Pferdeleben bekommen. Schöne Gliedmaßen, ein edler Kopf und eine ordentliche Haltung sehen die Zuchtrichter gerne. „Sportlich sollte das Pferd aussehen.

Nicht zu schwer und klobig, aber auch nicht zu leicht und fein“, weiß Jörg Zahn als Vorsitzender des Pferdezuchtvereins des Kreises Wesel. Die jungen Fohlen, die nicht älter als ein halbes Jahr sind, werden außerdem ins Zuchtbuch eingetragen, bekommen an diesem Tag sozusagen ihren Personalausweis, werden gechipt und gebrannt und sind danach nicht mehr zu verwechseln.

Auch die Stuten werden prämiert. Ob Fohlen oder Stute: Wer gut abschneidet, kann auf weiteren Schauen Preise bekommen. Dirk Ettwig, der als Vorstandsmitglied des Pferdezuchtvereins auf der Schau dabei ist und auch selbst ein Fohlen vorstellen wird, erinnert sich an Nicole Uphoff, die in den 90er Jahren mit ihrem Pferd Rembrandt Olympiasiegerin wurde.

Auch Rembrandt hat sich zuerst im Kreis Wesel einer Jury vorgestellt. Ein anderes Erfolgspferd aus dem Kreis ist der Hengst Fidertanz, der mittlerweile Vize-Bundeschampion der Reitpferde ist und europaweit zur Zucht eingesetzt wird.

Wenn der Gutshof Glückauf in Hünxe zum Treffpunkt der Branche wird, hoffen die Veranstalter, auch junge Leute unter den Zuschauern zu treffen. Denn in den eigenen Reihen mangelt es an Nachwuchs.

Schrumpfende Fohlenzahlen sind die Folge. Die Gründe dafür sind vielfältig, erklärt Dirk Ettwig: Wer sich für Pferdezucht interessiert, brauche Zeit, denn ein Pferd wolle unterhalten werden. Nicht nur mit gutem Futter, sondern auch mit Pflege und Auslauf.

Womit Pferdeliebhaber vor der nächsten Hürde stehen: dem Strukturwandel in der Landwirtschaft. Immer mehr potenzielle Weideflächen werden zu Ackerland für Mais oder anderes Getreide, andere Flächen werden ganz versiegelt. Und dann ist da noch die Freizeit, an der es schon bei Schülern mangelt.

Dabei lohne sich die Pferdezucht, denn der Reitsport fragt nach guten Pferden, erklärt Jungzüchter Markus Tißen. Wenn die weniger werden, steigt der Preis. Eine Investition kann sich also lohnen. Und junge Leute sind bei den Pferdezüchtern willkommen – auch ohne eigenes Pferd.

Die Eintragung und Stutenschau beginnt am Donnerstag, 25. Juni, um 10 Uhr auf dem Gutshof Glückauf in Hünxe. Zwischen 13 und 17 Uhr stellen die Züchter ihre neuen Fohlen vor.