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100 Lehrerjahre

20.06.2007 | 08:55 Uhr

ABSCHIED. Theo Löhl, Walter Lohmann und Bernd Ahlfaenger vom Konrad-Duden-Gymnasium sind nun im Ruhestand.

WESEL. 100 Lehrerjahre am Konrad-Duden-Gymnasium (KDG) sind Geschichte. Denn auch Pauker müssen ihre Schule irgendwann verlassen. Theo Löhl, Walter Lohmann und Dr. Bernd Ahlfaenger lehrten zusammen ein Jahrhundert lang am KDG. Gestern klemmten sie zum letzten Mal ihre Schultasche unter den Arm. Bereits am Dienstag verabschiedete das Kollegium die Lehrer.

"Überhaupt waren die 70er Jahre für das damals noch Staatliche Gymnasium am Herzogenring eine Zeit des Umbruchs", erinnert sich Schulleiter Dr. Heinzgerd Schott. Nicht nur, dass sich der Ton zwischen Lehrern und Schülern merklich entspannte, Theo Löhl wurde der erste Lehrer für Sozialwissenschaften am KDG. Zusammen mit Walter Lohmann gab er Geschichtsunterricht in Englisch, damals eine Revolution.

Jetzt will Oberstudienrat Lohmann sein Italienisch, Spanisch und Französisch aufbessern. Oder einem Fahrradclub beitreten, vielleicht einen Kochkurs besuchen, sich liegen gebliebener CDs und DVDs widmen. "Langweilig wird mir nicht werden", weiß der Klassikfreund. Zwei seiner Schüler spielten zum Abschied klassische Musik. Felix Raupp und Peter Palberg griffen in die Gitarrensaiten. "Ich wollte es besser machen als meine Lehrer", beschrieb Walter Lohmann seine Motivation, den Lehrerberuf zu ergreifen. Gut für die vielen Schüler, die er auf unzähligen Klassenfahrten gerne begleitete. Um sich selbst den Abschied zu erleichtern, spielt er seit einigen Jahren mit ehemaligen Schülern und Abiturienten Doppelkopf.

Genau 30 Jahre unterrichtete Bernd Ahlfaenger Chemie. Unüblich ist sein Anfang, er war als promovierter Wissenschaftler, der erste Seiteneinsteiger am KDG. In seiner Freizeit ist er begeisterter Paddler, jahrelang leitete der Studienrat die Kanu-AG. Drei seiner Schüler paddelten später sogar als WM-Teilnehmer im Kanu. Für Tochter und Enkelkind in Bayern hat Ahlfänger nun endlich mehr Zeit, der Schulgong holt ihn weder aus dem Kanu noch von den Skiern.

Theo Löhl konnte an der Feierstunde aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen, "er erzählte so wunderbare Geschichten", weiß Schott. Verdient gemacht hat sich der Studiendirektor um die Schulpartnerschaft mit Hagerstown. Der Austausch ist so beliebt, dass in diesem Jahr nur ein Drittel der angemeldeten Schüler mitfahren konnte. (sts)

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