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Ungewisse Zukunft für Elverlingsen

25.05.2012 | 22:43 Uhr
Ungewisse Zukunft für Elverlingsen
Elverlingsen mit dem Kohlekraftwerk im Hintergrund

Werdohl. Ende März 2013 werden im Stadtteil Elverlingsen keine Menschen mehr wohnen. Die Siedlung neben dem Mark-E Kraftwerk ist dann leer. Passieren wird dort erst einmal nichts, wie Erik Höhne, technischer Vorstand des regionalen Energieversorgers Enervie (Mark-E) bestätigt. Überlegungen, dort das Kraftwerk zu erweitern, gebe es allerdings nach wie vor.

Rückblick: Im Frühjahr 2008 erhalten die 44 Mietparteien und elf Hausbesitzer im Stadtteil Elverlingsen Post. Darin steht in freundlichen aber unmissverständlichen Worten, dass Mark-E seine Möglichkeiten der Energie-Erzeugung ausbauen möchte. Ein Option: Eine Erweiterung des Kraftwerks Elverlingsen auf dem Gelände der Siedlung.

Kurz zuvor hatte die Mark-E die Mietshäuser von der Wohnungsgesellschaft Werdohl gekauft. Um verstehen zu können, was es für viele Menschen in Elverlingsen bedeutet, ihre Wohnung zu verlassen oder ihr Haus aufzugeben, lohnt ein Blick in die Geschichte: Über viele Jahrzehnte haben Familien neben dem Kraftwerk gewohnt, deren Männer auch dort gearbeitet haben.

Geld für die Umsiedlung

Um die Siedlung Elverlingsen leerziehen zu können, nimmt die Mark-E, die heute zum regionalen Energieanbieter Enervie gehört, Geld in die Hand. Wie viel, darüber schweigt man sich in der Zentrale in Hagen aus. Immerhin reicht es, um Rechtssicherheit zu schaffen – für die Hausbesitzer, für die Mieter und für die Mark-E.

Mehrere Jahre haben die Elverlingser Zeit, sich von ihrem Zuhause, von ihrer Heimat zu trennen. Die letzten Elverlingser, das steht jetzt fest, werden die Siedlung am 31. März 2013 verlassen.

Was kommt dann? Erik Höhne, technischer Vorstand bei Enervie in Hagen, gibt da eine eher verhaltene Antwort: „Vor vier Jahren war das mit Elverlingsen eine richtige Entscheidung. Aus heutiger Sicht muss man sagen, dass eine Erweiterung im Bereich Kohle kaum noch realistisch ist.“ Denkbar, so Höhne, sei aber nach wie vor ein Gaskraftwerk.

Regenerative Energien sind die Zukunft

Zum Projekt Elverlingsen sagt Höhne: „Wir treiben das zurzeit nicht voran. Trotzdem ist die Fläche erforderlich, wenn man eine Erweiterung will.“

Es ist allerdings nicht so, dass Enervie irgendwann einmal mit einer gewissen Selbstherrlichkeit entschieden hätte, die Überlegungen für Elverlingsen zunächst nicht weiter voranzutreiben. Vielmehr richtet sich der Energieversorger ausschließlich nach den Gegebenheiten des Marktes.

Der Markt: Das sind immer mehr regenerative Energien. Der neue Windkrafterlass des grünen NRW-Umweltministers Johannes Remmel schafft neue Möglichkeiten. Auf Wasserkraft setzt man bei Mark-E schon seit vielen Jahrzehnten, etwa beim Laufwasserkraftwerk in Dresel.

Und Elverlingsen? „Solche Kraftwerke werden gebraucht, auch im Jahr 2020“, sagt Erik Höhne. Technisch gesehen ist Elverlingsen auf dem Stand des Machbaren. Seit 2007 hat Enervie 35 Millionen Euro investiert. Für den zentralen Block E 4 rechnet man mit weiteren zehn Jahren Betriebsdauer.

Um die Siedlung kümmert sich bei Enervie jetzt eine eigene Projektgruppe. Bis zu diesem Sommer sollen die Fachleute Antworten auf Fragen finden, wie man dort künftig Verkehrssicherung betreiben kann oder ob eventuell Straßen gesperrt werden müssen.

Matthias Alfringhaus

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