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Tayali erlebt zweiten Frühling in Altena

17.03.2008 | 21:25 Uhr

Altena. Rhodrick Tayali erlebt derzeit seinen zweiten Frühling in Altena: Der Künstler mit Heimat in Köln lässt sich für seine Arbeit von der sauerländischen Natur inspirieren. ...

... Das Atelier im Graetz-Haus gestattet ihm Erholung in Kombination mit konzentriertem Arbeiten. Am Sonntag öffnete Rhodrick Tayali seine Türen für das kunstinteressierte Publikum. Wer Rhodrick Tayali in seiner Wirkungsstätte besucht, muss sich auf Blau in allen Nuancen einlassen. Die Farbe symbolisiert nicht nur Wasser und Himmel in den Bildern des Künstlers. "Sie ist lebenswichtig für mich", erklärt Tayali. Kraftvoll kann sie sich in den Landschaftsmalereien entfalten. Die Victoria-Fälle und der Sambesi sind eine große Inspiration für den Künstler. Malen kann er sie nur aus der Erinnerung an seine frühe Kindheit, die er in Afrika verbrachte. Vor seinem 40. Geburtstag will Rhodrick Tayali auf jeden Fall noch einmal in seine alte Heimat reisen. "Danach wird sich meine Kunst verändern", erklärt er. Derzeit spuken noch die kindlichen Dimensionen und Farben in seinem Kopf, die sich der junge Rhodrick Tayali einprägte, bevor er nach Deutschland kam. Die Eindrücke beider Lebensräume mischen sich, wenn der Künstler an seine große Farbpalette herantritt.

Grundsätzlich malt er in Öl, das zu einem bedachten Arbeiten zwingt. " Öl hat eine Geschichte", ergänzt Tayali. Manchmal muss er die Arbeit niederlegen, um an einem anderen Werk Fortschritte zu machen. "In dieser Zeit entwickle ich mich und mit mir das ruhende Bild", schildert der Künstler seine Vorgehensweise. Seitdem der Zyklus "Interspektion" abgeschlossen ist, widmet sich Rhodrick Tayali neuen Arbeiten, die den Betrachter herausfordern: Tayali malt Ton in Ton und geht sehr vielschichtig vor. Für die "Seelenbilder" reicht ein flüchtiger Blick nicht aus. Sie verlangen eine intensive Betrachtungsweise, um die Intention des Künstlers zu entdecken.

Es lohnt sich, das Gespräch mit Rhodrick Tayali zu suchen, um seine "Innensicht von zwei Welten" nachvollziehen zu können. Sein Weg ist längst nicht abgeschlossen und Tayali lädt in seinen Bildern ein, ein Stück mit ihm zu gehen. Obwohl er die meiste Zeit seines Lebens in Deutschland verbracht hat - "meine afrikanischen Wurzeln werde ich nie verleugnen können", sagt der Künstler.

Vater bedeutender Expressionist

In Afrika wurde ihm das Talent mit in die Wiege gelegt: Sein Vater Henry Tayali ist ein bedeutender Expressionist und bis heute ein großes Vorbild für seinen Sohn, der seine Arbeiten selbst auch im abstrakten Expressionismus sieht.

Nachdem Rhodrick Tayali künstlerisch längst in Altena angekommen ist, die Wälder durchstreifte und auch freundschaftliche Kontakte zu den Menschen in dieser Region aufgebaut hat, ist für den Künstler die Zeit gekommen, Projekte im Graetz-Atelier zu starten. In diesem Jahr möchte er erstmals Malschüler bei sich willkommen heißen und ihnen Einblick in seine Technik gewähren. Und auch da erweist sich der Atelier-Umzug nach Altena als Gewinn: "In welchem anderen Gebäude können sich Künstler so ausbreiten, wie in diesem?"

Von Ina Hornemann

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