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Student aus Altena dreht sechs Monate in der Traumfabrik

18.07.2012 | 19:00 Uhr
Student aus Altena dreht sechs Monate in der Traumfabrik
Konstantinos Sampanis drehte während seines Auslandssemesters in den USA den Kurzfilm Six Feet Deep. Eigentlich studiert der Altenaer in Iserlohn Medienmanagement.Foto: privat

Altena.   Damit hätte der Altenauer Student selbst nicht gerechnet, als er sich zu einem Studienaufenthalt in den USA entschloss: Mit seinen Kommilitonen drehte Konstantinos Sampanis einen Film - und der wird womöglich auf dem Sundance-Film-Festival laufen. Es gilt als wichtige Plattform für Independentfilme.

Ein Geschoss hat sich durch das Hakenkreuz-Tattoo am Hinterkopf des Neonazis gebohrt. So endet „Six Feet Deep“. Das ist der Titel des Kurzfilms, den Konstantinos Sampanis während seines Aufenthalts an der Universität von San Diego drehte. Für den Altenaer Filmemacher kann diese Produktion ein Sprungbrett in eine internationale Karriere sein. „Six Feet Deep“ ist für eine Präsentation beim Sundance-Film-Festival eingereicht, der wichtigsten Plattform der unabhängigen Filmindustrie.

„Six Feet Deep“ ist ein düsteres und brutales Sozialdrama. Es erzählt die Geschichte zweier gut befreundeter Journalisten in den Vereinigten Staaten. Einer ist Afroamerikaner und findet einen brutalen Tod: In einer Tiefgarage wird er von Neonazis überfallen und ermordet. Sein Freund und Kollege findet ihn auf. Als ihn die Mörder noch höhnisch während ihrer Flucht angrinsen, sinnt der Journalist nach Rache.

Düsteres Sozialdrama um einen Neonazi-Mord

Er begibt sich dafür in den Sumpf des Untergrunds, rasiert sich den Schädel kahl und nimmt Kontakt zu jenem korrupten Polizisten auf, der die Verbrechen der Szene auch noch deckt. Eine geschickt inszenierte Lüge führt ihn tatsächlich zum Mörder seines Freundes. Aber der Rächer muss am Ende selbst eine hohen Preis für seinen Einsatz zahlen.

In Gemeinschaftsarbeit mit seinen Kommilitonen, allesamt Filmstudenten an der Uni von San Diego, ist Konstantinos Sampanis ein packender Film geglückt. „Das war meine erste Produktion in Amerika, zudem noch mit einem richtig großen Team. Das konnte ich voll auskosten“, berichtet der Student, der nun wieder sein wirtschaftliches Medienmanagement-Studium an der Iserlohner BiTS aufnimmt. Bestandteil des Studiums ist ein frei zu gestaltendes Auslandssemester, das Konstantinos Sampanis mit den richtigen Menschen im richtigen Moment zusammenbrachte.

Hollywood war nur einen Katzensprung entfernt

Film ist sein Thema. Deshalb suchte er bewusst einen entsprechenden Kurs an der Uni aus. Prompt wurde Konstantinos Sampanis als Regisseur für die Produktion „Six Feet Deep“ erwählt. „Als Auslands-Student bekommt man bei solchen Projekten eigentlich den nicht so attraktiven Job des Kabelträgers“, berichtet er schmunzelnd. Die jahrelange praktische Erfahrung mit seiner eigenen Produktionsfirma „Icarian Pictures“ aber wog viel.

Mit Alejandro Miyashiro (Cinematographer), Jeremy Fabunan (Editor), Kristian Rodriguez (Production Sound), der Produzentin Karla Esquivel und dem Drehbuchautoren Drew Clapp wurde ein Casting mit professionellen Schauspielern durchgeführt. Die Filmemacher machten sich auf die Suche nach geeigneten Drehorten, was in Los Angeles nicht allzu schwer ist. „Hollywood lag einen Katzensprung von meiner Unterkunft entfernt. Das war so, als ob man zum Bummeln nach Iserlohn fährt“, berichtet Sampanis.

Studenten kümmerten sich um Requisiten und Sponsoren selbst

Die Studenten mussten sich um nahezu alles selbst kümmern. Angefangen bei der Sponsorensuche bis hin zum Abschließen von Versicherungen und dem Erstellen von Requisiten. Flaggen mit Hakenkreuzen gibt der freie Handel schließlich aus naheliegenden Gründen nicht her.

Die hochprofessionelle Arbeit der Maskenbildner konnte einen Umstand nicht ausblenden: Der Hauptdarsteller rasierte sich für die Rolle als Untergrund-Nazi die Haare ab. „Da mussten wir auf Nummer sicher gehen und haben fünf Kameras eingesetzt. Das kann man nur einmal drehen.“

Vier Monate Arbeit an dem Film

Für den Dreh nahm sich das Team eine Woche Zeit. Inklusive Nachbearbeitung wurde „Six Feet Deep“ innerhalb von rund vier Monaten fertiggestellt. Sony Pro USA verfolgte das Projekt und berichtete über die Entstehung des Films. Zum Ausgleich für die schwere Kost von „Six Feet Deep“ bot sich für Konstantinos Sampanis noch die Beteiligung an einer Kurz-Komödie an. Bei „Big Kids' Stuff“ wirkte er als Cinematographer mit.

Noch sind die Filme für öffentliche Vorführung nicht freigegeben. Die Festivals möchten sich die Premieren vorbehalten. Wer reinschauen möchte, kann eine E-Mail an kon.sampanis@gmail.com schicken und ein Passwort anfordern. Dass eine Vorführung im Altenaer Apollo-Kino stattfinden wird, ist nicht auszuschließen. Inhaberin Nicole Güldner ist ein großer Fan der Sampanis-Produktionen.

Ina Hornemann



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