Das aktuelle Wetter Werdohl 21°C
Jüdischer Friedhof

Letzte Ruhe in heiliger Erde

25.07.2012 | 19:00 Uhr
Letzte Ruhe in heiliger Erde
Der jüdische Friedhof in Altena Judenfriedhof RND

Altena.   Eine Anfrage des Salomon-Ludwig-Steinheim-Instituts rückt den jüdischen Friedhof in Altena ins Blickfeld: Das Institut für deutsch-jüdische Geschichte an der Universität Duisburg-Essen will den Altenaer Gräberbestand erfassen und dokumentieren.

Eine Anfrage des Salomon-Ludwig-Steinheim-Instituts rückt den jüdischen Friedhof in Altena wieder ins Blickfeld: Das Institut für deutsch-jüdische Geschichte an der Universität Duisburg-Essen will den Altenaer Gräberbestand erfassen und dokumentieren. Stadtarchivarin Monika Biroth unterstützt das Projekt und bittet in der Bevölkerung um Spenden für eine Online-Edierung. Der Friedhof ist zwar geschlossen, aber es besteht in Ausnahmefällen noch immer die Möglichkeit, Bestattungen vornehmen zu lassen.

Anfragen für jüdische Begräbnisse hat es zwar seit Jahrzehnten nicht mehr gegeben, aber sie sind möglich, wie Ruth Prinz, Geschäftsführerin des Landesverbandes Westfalen-Lippe der jüdischen Gemeinden, erklärt. Ein triftiger Grund wäre, wenn ein gebürtiger Altenaer verstirbt und den Wunsch nach Bestattung in der alten oder noch immer aktuellen Heimat geäußert hat. Zudem besteht eine Bestattungsberechtigung für Nachfahren jener Juden, die bereits auf dem Friedhof begraben liegen.

Weil es in der Burgstadt selbst keine Synagoge und auch keinen zuständigen jüdischen Geistlichen gibt, ist die jüdische Gemeinde Hagen für Altena mitverantwortlich. Sie führt zwar die Bestattung durch, ist aber nicht im Besitz des Friedhofs. „Das sind wir als Landesverband “, erklärt Ruth Prinz. Er vertritt die Interessen der westfälisch-lippischen jüdischen Gemeinden von Dortmund aus. Der Verband hat ein Abkommen mit Altena getroffen und den städtischen Bauhof mit der Pflege des Grundstücks betraut. „Da wird regelmäßig der Rasen gemäht und das Unkraut gejätet“, erklärt Ruth Prinz. „Auch die Gräber selbst werden gepflegt, aber niemals geöffnet.“

Einmal im Jahr Ortstermin

Weil die Erde als heilig gilt und auf ewig den Toten überlassen wird, laufen jüdische Gräber nicht ab, wie es auf kommunalen und christlichen Friedhöfen üblich ist. Deshalb befinden sich auf dem malerisch gelegenen Stück Erde auch noch sehr viele alte Grabsteine. Leider aber gelangen auch ungebetene Gäste wie Wildschweine manchmal auf den Friedhof.

Bei schwerwiegenderen Schäden erfolgt eine Absprache über Neubepflanzungen. Einmal im Jahr schickt der Landesverband einen Friedhofsbeauftragten, der eng mit dem örtlichen Denkmalamt zusammenarbeitet. Weil der Friedhof das letzte Zeugnis jüdischen Lebens in Altena ist, wurde er 2007 unter Denkmalschutz gestellt.

Die Grabbestände gehen höchstwahrscheinlich bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts zurück. Kleine abgelegte Steine auf den Köpfen der Grabsteine zeugen davon, dass bis heute Besucher kommen.

Von Ina Hornemann


Kommentare
Aus dem Ressort
Einkleiden der Sternsinger
Spenden
Auch in Affeln steht der Gang der Sternsinger vor der Tür und deswegen trafen sich alle Kinder, die gerne als Sternsinger mitgehen wollen, am Freitagmorgen im Affelner Pfarrheim zum Einkleiden.
Meisterliches Wurstwissen seit nunmehr 56 Jahren
Metzgerei
Ernst-Walter Middendorf ist 73 Jahre alt und mit Begeisterung Metzger. Der Senior-Chef der Metzgerei Graf, der schon längst das Rentenalter erreicht hat und „die Füße hoch legen“ könnte, liebt seinen Beruf noch genauso wie am ersten Tag seiner Lehre.
Gut 30 Sternsinger machen sich auf den Weg
Sternsinger
Mehr als 30 Kinder in Nachrodt nehmen an der inzwischen 56. Sternsingeraktion teil. Gestartet wurde das Dreikönigssingen, wie die katholische Tradition auch genannt wird, bereits gestern im Kölner Dom.
Was sich ganz normale Altenaer für das neue Jahr wünschen
Umfrage
Was erwartet uns im neuen Jahr? Eine Frage, aber viele verschiedene Antworten, genau so unterschiedlich, wie die Menschen nun mal sind. Ergebnisse einer Befragung nach dem Zufallsprinzip.
Berlins mythische Unterwelt und der Wert eines Häftlings
Kunsthalle Südwestfalen
Bekannt wurde der Werdohler Künstler Thomas Volkmann im heimischen Raum vor allem durch seine gemalten Parodien, die schrille und bunte, zornige und wilde Figuren, vor allem aber Gesichter zeigen. Jetzt zeigen Thomas Volkmann und Gerhard Kania ihre kreativen Projekte in der Kunsthalle Südwestfalen.
Fotos und Videos
Die 50er im Sauerland-Museum
Bildgalerie
Ausstellung
Geschichte der Warsteiner Brauerei
Bildgalerie
Historische Bilder
Weitere Nachrichten aus dem Ressort
Musikalischer Dank
--- Nachrichten aus...
Familiäre Atmosphäre
--- Nachrichten aus...
Mit Willi Weitzel nach Malawi
--- Nachrichten aus...