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In der Gemeinde geht eine Ära zu Ende

19.05.2012 | 18:00 Uhr
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In der Gemeinde geht eine Ära zu Ende
Ev. Kirche verabschiedet Sylke Tornau und Friedhlem Wolff

Altena. Jahrzehntelang haben Sylke Tornau und Friedhelm Wolff ihren Dienst für die Evangelische Kirchengemeinde Altena verrichtet. Wenn beide nun in den verdienten Ruhestand gehen, endet in der Gemeinde eine Ära.

Ein wenig Bammel hat Sylke Tornau vor dem morgigen Sonntag: Da wird die langjährige Gemeindesekretärin im Gottesdienst in der Lutherkirche verabschiedet. „Ich hoffe, es wird für mich nicht zu emotional“, sagt die Frau, die als gute Seele im Gemeindebüro gilt. Dort hat sie am 6. Juni ihren letzten Arbeitstag. „Sie weiß einfach alles“, sagt Pfarrerin Merle Vokkert über Sylke Tornau. Die ist im Gemeindebüro erste Ansprechpartnerin für jeden, der dort anruft oder persönlich vorbeikommt. „Ich habe gerne mit Menschen zu tun“, sagt Sylke Tornau über sich selbst.

Als die gebürtige Altenaerin am 1. April 1986 im Gemeindebüro anfing, führte sie das Kirchenbuch, in dem alle kirchlichen Amtshandlungen in der Gemeinde erfasst werden, und die Kasse. Zuerst saß sie in der heutigen Diakoniestation, mittlerweile ist ihr Arbeitsplatz im Lutherhaus.

In 26 Jahren als Gemeindesekretärin hat sie viele Veränderungen erlebt: Als sie ihre Stelle antrat, gab es fünf Pfarrer in der Gemeinde. Heute sind es als Folge des dramatischen Einwohnerschwunds in Altena nur noch zwei. Begonnen hatte die 64-Jährige mit 15 Stunden pro Woche, in den Ruhestand geht sie nun mit einer 30-Stunden-Stelle und einem größeren Aufgabengebiet. Künftig hat sie mehr Zeit für die Familie: Sie ist verheiratet und hat zwei Kinder, die sie öfter mal besuchen kann: Schließlich leben die in Gütersloh und Berlin.

Rückblick auf den 1. Oktober 1973: Das war der erste Tag von Friedhelm Wolff als Friedhofsverwalter. Sein letzter Tag auf diesem Posten wird der 28. Juni sein, am 8. Juli wird auch er in einem Gottesdienst verabschiedet.

In den 38 Jahren, in denen der mann aus Nachrodt nun im Dienst ist, hatte er es oft mit Leuten zu tun, die in einer schwierigen emotionalen Situation waren. „Er war oft der Prellbock“, beschreibt Pfarrerin Vokkert die Arbeit Wollfs.

Grab mit Schaufel ausgehoben

Als der als Friedhofsverwalter begann, musste er ein Durcheinander an Karteikarten ordnen. Seine Stelle, zuständig für die evangelischen Friedhöfe im Mühlendorf und in Nachrodt, war über längere Zeit unbesetzt. Bis heute hat sich im Friedhofswesen viel geändert: Früher dauerte es einen Tag, bis ein Mann mit der Schaufel ein Grab ausgehoben hat, heute verrichtet ein Bagger diese Arbeit in gut einer Stunde. Früher gab es 20 Prozent Urnen-Bestattungen, heute sind es 50 Prozent dieser vergleichsweise günstigen Form der Beerdigung.

Für den Ruhestand hat sich Wolff, der in der Paul-Gerhardt-Kantorei und beim MGV Frohsinn in Nachrodt singt, viel vorgenommen, „Ich will zeigen, dass der Wolff nicht vor den Schrank laufen muss“ sagt er schmunzelnd. Er liebäugelt mit einem Besuch der Fachhochschule Lüdenscheid.

Von Thomas Urban

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