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Hartz-IV-Empfänger und Hausbesitzer kratzt am Existenzminimum

26.07.2012 | 17:37 Uhr
Hartz-IV-Empfänger und Hausbesitzer kratzt am Existenzminimum
Stefan Schultz aus Bärenstein bei Werdohl kratzt am Existenzminimum: Er hat Ärger mit dem Jobcenter.Foto: Marcus Land/WR

Werdohl.   Für den Werdohler Stefan Schultz fühlt es sich so an, als würde er durch ein Netz fallen. Das soziale Netz. Sein Hartz-IV-Satz: 374 Euro. Zuschlag für Heizung und Unterkunft: 49,64 Euro. Seine Stromrechnung: 433 Euro. Macht: minus 9,36 Euro zum Leben. Gibt es nicht? Doch. Stefan Schulz ist Sozialhilfeempfänger und Hauseigentümer. Eine Zwickmühle. Wenn man kein Geld hat, eine kaputte Heizung zu reparieren.

Der Energieversorger drohte dem 43-Jährigen bereits an, Ende des Monats den Strom abzudrehen. Vorläufiger Tiefpunkt einer Geschichte mit vielen Schrecken. Denn was Stefan Schultz seit Anfang des Jahres widerfährt, hat mit landläufigen Vorstellungen von einer durchschnittlichen bürgerlichen Existenz nicht sehr viel zu tun.

Der mittellose gelernte Schlosser und Schweißer bewohnt seit Februar ein marodes Haus in Bärenstein. Mietnomaden haben ein Schlachtfeld hinterlassen, offenbar das Dach mutwillig zerstört. Der Vandalismus geschah, als Stefan Schultz nach einer Insolvenz zeitweise sein Haus nicht betreten durfte.

Vergangenen Herbst forderte ihn das Jobcenter dann auf, so sagt er, das Haus wieder zu beziehen. Seit sechs Jahren ist Schultz wegen Weichteilrheuma krank geschrieben, nicht arbeitsfähig. Die Luft im Erdgeschoss, wo er nun auf 45 Quadratmetern lebt, ist immer noch muffig. Den Schimmel, die Pilze an Decke und Wänden hat er aber beseitigen können. „Clorix!“, sagt er – ein Wundermittel. Andere Wunder dauern länger.

Im Winter ohne Heizung fast erfroren

Prekär wurde die Situation für Stefan Schultz Anfang Februar: Nach nur drei Tagen in der neuen, alten Wohnung produzierte die Heizbrenneranlage mehr Rauch als Wärme. Der Schornsteinfeger legte den defekten Allesbrenner still – zu gefährlich. Im Winter. Es war mächtig kalt. „Ich wäre fast erfroren“, erzählt Stefan Schultz. Eine neue Heizung musste her. Unbezahlbar. Und einen Vermieter, an den er sich hätte wenden können, hat Schultz nicht.

Aber es gibt das Jobcenter, das ihn betreut. Schultz schlug Alarm. Die Reaktion sei ablehnend gewesen. Also besorgte sich der patente Mann drei Warmwasserboiler aus dem Baumarkt, schloss zwei an und hatte wieder eine warme Wohnung. Und eine hohe Stromrechnung. Obwohl er in dem Haus nur seine 45 Quadratmeter beheizte. Als der Energieversorger im März den Strom ablesen ließ, hatte er seit Jahresanfang schon rund 2900 kw/h allein für die Heizung verbraucht – mehr als im vollen Jahr normal ist.

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    Seite 2: Jobcenter setzt 24,16 Euro für Heizkosten an

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Kommentare
20.06.2014
13:50
Hartz-IV-Empfänger und Hausbesitzer kratzt am Existenzminimum
von Stev | #22

Hallo Leute
Bin Kein Harz4 Schmarotzer auch wenn es Einige so darstellen Möchten!!!
Habe Schweres Rheuma Leiden und Muss Opiate Schlucken.
Deswegen bekomme ich Leider gar Keine Arbeit Mehr.
Zu Krank ein Kind zu Erziehen aber nicht Krank genug für den Behindertenausweiß mit dem Könnte Ich Eingestellt Werden und Arbeiten!!!
Welcher Gesunde Mensch Möchte mit mir Tauschen??? Tausche sofort!!!
Des weiteren versuche Ich alles mir mögliche von Harz4 weg zukommen werde mich wenn ich es schaffe wieder Selbständig Machen!!! Aber Leider dauert das unter den Gegebenen Umständen sehr Lange.
Aber werde weder für Euch noch irgendjemand anderen Aufgeben es zu versuchen!!!
Wenn es Nicht so viele Mietnormaden und Schlechte Menschen Geben Würde, die einen im Ruin Treiben (Insolvenz)würde es mir jetzt wesentlich Finanziell besser Gehen!!!
Der der ist ohne Schuld werfe den ersten stein!!!
MfG Stefan Schultz

27.07.2012
22:48
Hartz-IV-Empfänger und Hausbesitzer kratzt am Existenzminimum
von Rike57 | #21

Ich habe dass dumpfe Gefühl, Sie lassen sich von unserer Regierung ein A für ein U vormachen und beten alles nur nach, was von da kommt.
Wie gesagt, wenn Sie noch immer an eine Vollbeschäftigung glauben, sind Sie leider auf dem Holzweg.
Und selbst bei einer Vollbeschäftigung, gibt es immer noch welche ohne Job!
Aber, Sie glauben wohl auch das Märchen, man müsste Facharbeiter aus dem Ausland holen, weil es bei uns zu wenige gibt.Ich schlage Ihnen vor, sich mal mit dem Thema näher zu beschäftigen.Und nur weil Sie hier gerne recht behalten wollen und das Sozialsystem, was auch auf unser Krankensystem anwendung findet für ungerecht halten, wird es nicht besser.
Wenn es Ihnen nicht passt für andere (wie Sie schreiben), arbeiten zu wollen, können Sie gerne mal versuchen, wie weit Sie mit HartzIV kommen.
Ich für meinen Teil, zahle lieber für das bedingungslose Grundeinkommen, der eigenen Bürger, als irgendwelchen Bankern noch mehr Geld zum Zocken in den Allerwertesten zu blasen!
Glück auf!

27.07.2012
22:36
Hartz-IV-Empfänger und Hausbesitzer kratzt am Existenzminimum
von Rike57 | #20

Ne, bestimmt nicht!
Aber ich bin der Meinung, das hoffentlich nicht alleine, dass jemand der mehr verdient auch mehr Steuern zahlt.
Wenn Sie der Meinung sind unser Steuer- und Sozialsystem sei gerecht, dann bfinden Sie sich auf dem Holzweg.Denn bei uns ist es so, je mehr man verdient desdo weniger Steuern zahlt man.
Heute werden Frauen dafür bestraft, dass sie sich für ihre Familie entschieden hat, statt wie heute dem Staat die Erziehung der lieben Kleinen zu überlassen und Karriere zu machen (in Kleinkinderkrippen usw.), wie es heute der Fall ist.
Und was Ihre Meinung über die angeblichen gestiegenen sozialversicherungspflichtigen Jobs angeht, stehen da meistens Zeitarbeitsfirmen dahinter, dann für männl.Berufsgruppen oder irgendwelche Maßnahmen der Arbeits-, bzw.JobCenter.
Bei der Evonik in Essen, RWE AG in Essen, Karstadt in Essen usw.werden immer mehr Jobs abgebaut.Von Schlecker, Ihr Platz usw.ganz zu schweigen.
Oben weiter.

27.07.2012
14:51
#18
von popeye2 | #19

Vielleicht sollten Sie mal versuchen sich zu informieren. Von mir aus, auch bei Google, wenn gleich die Suchmaschine icht gerade nur bildungsnahe Quellen angibt. Die Anzahl der sozialversicherungspflichtigen Jobs in Deutschland waren noch nie so hoch wie heute. Selbst Personen ohne Berufsausbildung haben bei Bereitschaft zur Arbeit eine gute Chancen.
Ihre angebliche Gerechtigkeit besteht darin, das die arbeitenden Menschen mit ihren Steuern für das bedingungloses Grundeinkommen der Faulenzer aufkommen sollen.
Ohne das sie auch nur den geringsten Versuch machen müssen, für Ihr eigenes Einkommen zu sorgen.
Das kann nur einer fordern, der bereits jetzt von der Arbeit anderer lebt.

27.07.2012
13:36
Hartz-IV-Empfänger und Hausbesitzer kratzt am Existenzminimum
von Rike57 | #18

Im Gegenteil @ popeye2! Niemand wird mehr ausgehalten und lebt vom Geld eines Anderen! Es wird NIEMEHR ARBEIT FÜR alle GEBEN!
Es müssen immer wieder und noch mehr Leute auf Arbeitsplätze verzichten!
Die wenige Arbeit die noch da ist, kann man nicht mehr gerecht verteilen!
Das Steuersystem würde Gerecht.Jeder finanziert alles mit!
Ich würde mal Google vorschlagen...lesen bildet! ;-))

27.07.2012
09:23
Bedingungsloses Grundeinkommen
von popeye2 | #17

#13: Wie naiv sind Sie denn ? Ein bedingungloses Grundeinkommen erzeugt lauter "Lebenskünstler" die vor lauter Chillen keinen Handschlag mehr tun, während Sie von der arbeitenden Bevölkerung ausgehalten werden. Ich soll arbeiten und der feine Nachbar lebt von seinem bedingungslosen Grundeinkommen ? Wie lange soll denn sowas funktionieren ?
Ausserdem ist damit dem Lohndumping und der Schwarzarbeit erst recht Tür und Tor geöffnet. Wie lange dauert es wohl, bis die Arbeitgeber das Grundeinkommen miteinrechnen um niedrige Löhne zu rechtfertigen ?
Es muss keiner arbeiten, aber dann hat er auch kein Anrecht auf Geld von Steuerzahlern.

3 Antworten
Hartz-IV-Empfänger und Hausbesitzer kratzt am Existenzminimum
von Mr.Q | #17-1

@popeye2 #17:
Da haben Sie etwas falsch verstanden. Grundsätzlich soll das bedingsungslose Grundeinkommen JEDEM Bürger in gleicher Höhe zustehen, also auch dem Erwerbstätigen. Es gibt allerdings verschiedene Modelle, die je nach Höhe des Einkommens eine Abschmelzung des Grundeinkommens vorsehen. Grundsätzlich könnten Sie aber selbst entscheiden, ob Sie weiter arbeiten und damit über mehr Geld verfügen als jemand, der zu hause sitzt. Oder Sie bleiben auch zu hause, müssen dann aber mit dem Grundeinkommen auskommen, weil damit sämtliche Ansprüche gegen den Staat abgegolten sind. Oder Sie gehen vielleicht nur noch halbtags arbeiten und stocken mit dem Grundeinkommen Ihren Lohn auf... Damit hätte z. B. auch jemand anderes die Möglichkeit, die andere Hälfte Ihrer Stelle zu übernehmen. So eine schlechte Idee ist dieses bedingsungslose Grundeinkommen also gar nicht. Vor allen Dingen wäre dann endlich jeder für sich selbst verantwortlich, ohne das ständig nach Vater Staat gerufen würde.

Hartz-IV-Empfänger und Hausbesitzer kratzt am Existenzminimum
von Rike57 | #17-2

@ Mr.Q, richtig, genau so.
Und wer meint, dass die Leute deshalb nicht mehr arbeiten, hat unrecht.Neider wird es immer geben.Nach dem Motto: "Mein Nachbar fährt ein neues Auto (BMW usw.), will ich auch.Die fahren in Urlaub, ich will auch...usw.
Die Löhne , sie würden Staunen, würden nicht mehr gesenkt werden, da niemand arbeiten muß und schon gar nicht unter Billig-Lohn-Niveau.
Denn diese Arbeit brauche ich ja gar nicht mehr annehmen.Das wissen aber auch die Arbeitgeber, deshalb ist es ja in Deutschland, bei unserer Lobbyisten-Regierung so schwer da durchzudringen!
In der Schweiz, ist es doch auch möglich! Warum nicht im reichen Deutschland.
Geben wir lieber das Geld für uns aus, statt für Euroländer und Banken!

Hartz-IV-Empfänger und Hausbesitzer kratzt am Existenzminimum
von Rike57 | #17-3

Außerdem, sei noch gesagt, Leute ohne Arbeit wird es sowieso immer geben.
Es werden immer mehr Leute sein, ohne Arbeit, weil Maschinen, Roboter und Computer die Arbeitsplätze belegen.
Vollzeitbeschäftigung und Vollbeschäftigung, gehören der Vergangenheit an.
Für die wenige Arbeit, braucht man auch immer weniger Beschäftigte!
HartzIV, Renten, wird nicht durch die Empfänger teuer, sondern durch die, die das Geld verteilen. durch den Wasserkopf der daran hängt.Gebäude, Strom, Mieten, Gehälter usw.usf.

27.07.2012
09:19
Hartz-IV-Empfänger und Hausbesitzer kratzt am Existenzminimum
von Mr.Q | #16

Wenn ich mich in die Lage des Mannes hinein versetze, komme ich eigentlich nur auf eine Möglichkeit: die marode Hütte so gut es irgendwie geht zu verkaufen und eine Wohnung zu beziehen, die mir das Jobcenter bezahlt. Dort wohnen zu bleiben, nur weil ich Schulden für die Sanierung gemacht habe, ist doch völlig absurd. Jeder andere, der kein Hartz IV bezieht, weil er mit seinem Einkommen gerade so eben über dem Satz liegt, hätte auch keine andere Wahl. Hier jetzt dem Jobcenter den schwarzen Peter zuzuschieben - damit macht der Herr es sich ein bißchen einfach.

Interessanter Einwand übrigens von #15 captainkawa...

27.07.2012
09:11
Hartz-IV-Empfänger und Hausbesitzer kratzt am Existenzminimum
von captainkawa | #15

Arbeitsunfähig, aber die Decken abhängen - ja nee, is klar.

27.07.2012
05:29
Elena 72-was...
von mspoetnik | #14

...wollen Sie uns sagen?

27.07.2012
01:33
Hartz-IV-Empfänger und Hausbesitzer kratzt am Existenzminimum
von Rike57 | #13

Wer Geld hat und keine Existenzängste, dessen Leistung und Motivation ist um 100% besser!
Wer Geld hat, wird auf der Arbeit nicht Ausgegrenzt, weil man die ersten Monate auf einiges verzichten muss.Man kann mit den Kollegen mithalten.Ist sozial Ausgeglichen usw.
Sollte man mal drüber nachdenken!

Glück auf!

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