Die Liste der Grausamkeiten für die Bürger in Altena
22.05.2012 | 20:52 Uhr 2012-05-22T20:52:00+0200
Altena. Weil das Land der Stadt eine Finanzspritze gibt, müssen die Bürger „bluten“. Die Vorschlagsliste sieht Angriffspunkte vor, die den Bürger teuer zu stehen kommen.
Weil das Land der Stadt eine Finanzspritze gibt, müssen die Bürger „bluten“. Die Vorschlagsliste sieht Angriffspunkte vor, die den Bürger teuer zu stehen kommen.
Abwassergebühren
Die GPA schlägt vor, dem Verbraucher höhere Zinsen in Rechnung zu stellen. Bei der Abschreibung sollte der Neuwert kalkuliert werden. Nach dem aktuellen Vorschlag wären das 26 Prozent Aufpreis beim Schmutz- und 22 Prozent bei Regenwasser. Eine Familie müsste ca. 230 Euro im Jahr draufzahlen. Das brächte 600.000 Euro in die Kasse.
Verwaltung
Gehen im Rathaus Mitarbeiter in Pension oder wechseln den Arbeitgeber, steht hinter ihrer Stelle auch in Zukunft „kw“: „Kann wegfallen“. Nur Feuerwehrleute oder Sozialarbeiter bilden Ausnahmen. Mitte 2011 hatte die Verwaltung (ohne Eigenbetriebe wie Bauhof) 140 Mitarbeiter. Acht sind seitdem weggefallen. Bis 2021 sind weitere 30 Mitarbeiter raus. Einsparvolumen jährlich: über 400 000 Euro. Ab 2015 entfällt auch die Fachbereichsleiter-Ebene im Rathaus. Sparpotenzial: 80.000 Euro.
Straßenbau statt -flicken
Dünner wird die Personaldecke auch im Bauhof. Bagger und anderes schweres Gerät, das nicht täglich gebraucht will, soll sich der Bauhof tageweise mieten. Die GPA fordert „Straßenbau-Management“ statt „Flickschusterei“. Im Rahmen von Ausbauprogrammen sollen Straßen ausgebaut werden. Das müssen allerdings die Anlieger zahlen. Belastung: Bis zu mehreren Tausend Euro pro Grundstück.
Kita und Sport
Die Zahl der Kindertagesstätten wird dem tatsächlichen Bedarf angepasst. Das spart 80.000 Euro. Mindestens die Besserverdiener unter den Kindergarten-Eltern sollen höhere Beiträge zahlen. Davon verspricht sich der Kämmerer 15.000 Euro. Nicht nur Sportvereine müssen kräftig berappen: Vier Euro sollen sie künftig pro Stunde zahlen, wenn sie städtische Anlagen nutzen. Für Einrichtungen wie die Burg Holtzbrinck kassiert die Stadt zehn Euro pro Stunde von Seniorenkreisen, Hochzeitsgesellschaften etc. Das könnte 46.000 Euro in die Stadtkasse spülen.
Spiel und Spaß mit Hund
„Vergnügen“ wird generell teurer: Aufsteller von Glücksspielautomaten sollen künftig 12 statt 10 Prozent ihrer Einnahmen überweisen. Der Kämmerer freut sich über 25 000 Euro mehr. Hundehalter müssen draufzahlen. Ein Hund soll 84 statt 66 Euro kosten, bei zwei Hunden sind 200 Euro, ab drei Hunden 115 Euro pro Tier zu zahlen. Mehrertrag: 20.000 Euro.
Mieter und Hausbesitzer
Die Grundsteuer B für bebaute Grundstücke soll auf den fünffachen Einheitswert steigen. Stadtkämmerer Stefan Kemper hat folgende Beispiele errechnet: Bewohner einer 50 qm großen Mietwohnung am Breitenhagen müssen 13,50 Euro mehr im Jahr einkalkulieren. Eine gehobene Mietwohnung in der Innenstadt mit 100 qm kostet dann 106,10 Euro mehr. Ein Mehrfamilienhaus-Eigentümer mit 320 qm Wohnfläche berappt 3240 statt 2700 Euro.
Außerschulische Bildung
Der Zuschussbedarf für die Musikschule soll halbiert werden auf 45 000 Euro. Das gestaltet sich aufgrund der Konstruktion bei der VHS langwieriger, soll aber ebenfalls angepeilt werden. Gebäude und Personal der Bücherei verursachten „enorme Kosten“, hat die GPA festgestellt. „In vielen Kommunen geht das ehrenamtlich“, stellte der GPA-Mann fest.
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