Pfarrerin nimmt Wahl nicht an
08.10.2012 | 19:12 Uhr 2012-10-08T19:12:00+0200
Methler. Um 10.22 Uhr am Sonntag stand das Ergebnis fest: 12 von 13 Presbyter der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Methler stimmten in der Margaretenkirche für Melanie Sieber als Nachfolgerin von Christiane Medias. So weit, so schlecht: Denn noch am gleichen Abend erklärte Sieber für alle überraschend, dass sie die Wahl nicht annimmt.
Was für die Kirchengemeinde umso betrüblicher ist, als die Gegenkandidatin ihre Bewerbung bereits am Freitag zurückgezogen hat. Bedeutet: Die Gemeinde steht wieder ganz am Anfang ihrer Suche nach einem neuen Pfarrer oder einer neuen Pfarrerin.
Alternativangebot
Melanie Sieber habe, erklärte Pfarrer Jochen Voigt gestern im Gespräch, ein Angebot für eine weitere Stelle gehabt, für das sie sich schließlich auch entschieden habe. Natürlich wäre es schön gewesen, sagt Voigt, wenn Sieber das Presbyterium schon am Samstag über das Alternativangebot in Kenntnis gesetzt hätte. Andererseits sei es aber auch nicht ungewöhnlich, dass Bewerber mehrere Eisen im Feuer haben. Gegenkandidatin Ursula Borchert wiederum hat schon am Freitag darauf hingewiesen, dass sie nun doch in ihrer Gemeinde in Bochum bleibe.
Und wie geht es weiter? Man habe bereits Kontakt zum Landeskirchenamt aufgenommen, sagt Pfarrer Voigt. Denn die Frage, die sich jetzt auftut, lautet: An welcher Stelle darf die Gemeinde im Verfahren für die Neubesetzung der Pfarrstelle einsteigen? Muss sie wieder ganz von vorn beginnen? Meint: Muss die Stelle neu ausgeschrieben werden? „Hier wären dann Fristen einzuhalten, die dazu führen, dass sich das Verfahren noch weitere zwei bis drei Monate hinzieht“, erklärt Pfarrer Voigt. Könnte die Gemeinde aber zurückgreifen auf die übrigen drei Bewerber, die sich gemeinsam mit den beiden Pfarrerinnen, die schließlich das Rennen machten, auf die freie Stelle beworben haben, würde die Gemeinde viel Zeit sparen. Hier sei aber fraglich, sinniert Voigt, ob einer der im ersten Pfarrstellenbesetzungsverfahren Unterlegenen dazu bereit sei.
Landeskirchenamt gefragt
Die Kirchengemeinde erwartet in den nächsten Tagen eine Reaktion des Landeskirchenamtes und teilt dann mit, wie es weiter geht im Verfahren um die Besetzung der Pfarrstelle. Pfarrer Voigt hofft, dass die Stelle sobald als möglich besetzt werden kann, stemmt er doch bis dahin den Dienst in der Gemeinde nahezu allein.
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