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65 Mitarbeiter in Sorge

Nicht nur eitel Sonnenschein beim Steilmann-Konzern

12.07.2012 | 19:42 Uhr
Nicht nur eitel Sonnenschein beim Steilmann-Konzern
Das Bild zeigt Protestbanner am Steilmann Firmensitz am Donnerstag, 24.5.2012 in Wattenscheid. Foto: Gero Helm / WAZ FotoPool.

Rünthe/Wattenscheid. In der Firmenzentrale in Bergkamen herrscht - zumindest nach außen hin - eitel Sonnenschein. Doch über Wattenscheid haben sich schwarze Wolken zusammengebraut. Dort bangen 65 Mitarbeiter der Solutions Modelogistik GmbH um ihre Jobs, ihnen droht die Kündigung.

Diese will der in Rünthe ansässige Modekonzern Steilmann (Steilmann Holding AG, vormals Miro Radici AG) aussprechen. Steilmann will den letzten Rest des traditionsreichen Steilmann-Kapitels in Wattenscheid, schließen.

Die Versendung der Oberbekleidung soll zukünftig über einen externen Dienstleister erfolgen. Der Standort in Wattenscheid sollte deshalb schon Ende Juni geschlossen werden, hatte der Konzern im Februar verkündet. Bisher wird dort noch gearbeitet, die Räumlichkeiten sind bis Ende September angemietet.

Die Verhandlungen über einen Sozialplan und Interessensausgleich sind gescheitert, derzeit läuft ein Einigungsstellenverfahren.

„Es ist für uns Mitarbeiter eine unerträgliche Situation, immer wieder neue Kündigungstermine zu erfahren. Da dem Betriebsrat bislang keine konkreten Angebote und Unterlagen zur Verfügung gestellt wurden, muss nun im Einigungsstellenverfahren ein Interessensausgleich und Sozialplan verhandelt werden. Erst dann werden wir erfahren, wann wir gekündigt werden und mit welchen Abfindungsbeträgen jeder Einzelne bedacht wird. Dieses Verhalten der Geschäftsleitung spottet jeder Beschreibung“, klagen Betroffene, die darauf hinweisen, dass 2011 Gewinne erwirtschaftet worden seien.

„Noch vor kurzem konnten wir in einem WAZ-Interview lesen, wie fantastisch es für den Konzern läuft. Hunderte Mio. Umsatz. Auf der anderen Seite wir altgedienten Mitarbeiter“, heißt es in einem offenen Brief. In den letzten Jahren hätten die Versand-Beschäftigten durch Sanierungstarifverträge, Verzicht auf Weihnachtsgeld und unbezahlte Überstunden erhebliche Zugeständnisse zum Erhalt des Standortes gemacht. Jetzt sollen die Mitarbeiter „zu unsozialen Bedingungen abserviert werden“.

Die Beschäftigten fordern, den Verlust des Arbeitsplatzes „wenigstens finanziell abzugelten. Gegebenenfalls gibt es eine Möglichkeit der Weiterbeschäftigung in der Radici Hometextile GmbH in Bergkamen“.

INFO

Die Miro Radici AG, seit Juni 2012 „Steilmann Holding AG“, hatte das defizitäre Steilmann-Unternehmen 2006 übernommen. Die Firma Solutions Modelogistik in Wattenscheid (ehemals Steilmann-Zentralversand) – letzter Rest des Steilmann-Imperiums in Wattenscheid – hatte Radici nach dem Outsourcen an den Logwin-Konzern erst im Februar 2012 wieder zurückgekauft.

Von Ralf Drews

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20.07.2012
12:59
Nicht nur eitel Sonnenschein beim Steilmann-Konzern
von stronzo | #2

Inzwischen wurde die Wattenscheider-Logistik-Firma an die ECMG AG veräußert. Hier beabsichtigt Dr. Puller sich und den Namen Radici vergeblich aus der Schußlinie zu bringen. Ist doch der alte und neue Geschäftsfüher derselbe: Wilhelm F. Brandt - der Mann für alle Insolvenzfälle ber der Firma Radici. Ferner spitzt sich wohl die Lage bei dem neuen Dienstleister MOTEX zu. Teilbereiche werden wieder in Wattenscheid erledigt, um Termine zu wahren und somit wichtige Kundschaft zu halten. In der Logistik-Branche ein wohl einmaliges Scheitern.

13.07.2012
10:51
Nicht nur eitel Sonnenschein beim Steilmann-Konzern
von stronzo | #1

Der Hohn ist, dass der neue Dienstleister in Hörselgau, die Firma Motex, absolut überfordert ist mit den neuen Aufgaben, so dass die termingerechte saisonale Auslieferung der Ware mehr als gefährdet ist. Man hört, dass erste Kunden schon Konventionalstrafen angedroht haben, weil sie die Ware nicht rechtzeitig angeliefert bekommen.

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