Nach Großbrand in Bergkamen sind 51 Bewohner obdachlos
12.11.2012 | 10:28 Uhr 2012-11-12T10:28:00+0100
Bergkamen. 51 Bewohner zweier Mehrfamilienhäuser der Deutschen Annington wurden durch den Großbrand an der Gedächtnisstraße am frühen Montagmorgen innerhalb weniger Minuten obdachlos. Nach Mitteilung der Polizei soll ein Junge (6) um 5 Uhr im Kinderzimmer gezündelt haben.
Als der Brand für ihn nicht mehr zu kontrollieren war, verständigte er die Erwachsenen. Der Junge war in kürzester Zeit bereits zum zweiten Mal wegen Zündelei im Kinderzimmer aufgefallen. Das Jugendamt ist eingeschaltet.
10 Bewohner wurden vorsorglich wegen des Verdachts auf Rauchvergiftung in ein Krankenhaus gebracht. Erst gegen 13 Uhr hatten die Löscharbeiten zum Erfolg geführt. Bei dem Einsatz verletzte sich ein Feuerwehrmann am Bein. Er wurde zu einem Krankenhaus gebracht
Wegen der großen Rauchwolke, die in Richtung Nord-Osten abzog, blieben am Montagmorgen der Hagebaumarkt, ein Getränkehandel, eine Spielhalle und auch ein Taxi-Betrieb geschlossen. Die Hubert-Biernat-Straße sperrte die Polizei zwischen dem Rathauskreisel und dem Parkplatz des Gymnasiums.
Fenster war herausgeflogen
Das Kinderzimmer befand sich in einer Wohnung in 4. Obergeschoss des Mehrfamilienhauses Gedächtnisstraße 10. „Als wir gegen 5.15 Uhr am Einsatzort ankamen, brannte bereits die Wohnung in voller Ausdehnung“, berichtete Stadtbrandmeister Dietmar Luft. Das Fenster des Kinderzimmers war bereits herausgeflogen. Die Flammen schlugen außen nach oben in die Dachkonstruktion. Das Material zur Wärmedämmung, das nachträglich auf dem rund 800 Quadratmeter großen Dach angebracht worden war, fing sofort Feuer und brachte für die Feuerwehrleute überaus große Probleme.
Die Flammen fraßen sich unterhalb der zweiten oberen Dachhaut durch das Dämmmaterial. Dabei verhinderte diese zweite Dachhaut zunächst, dass das Löschwasser und der Löschschaum in breiter Front die Brandherde bekämpfen konnten. Die Feuerwehrleute demontierten deshalb große Teile der seitlichen Verblendung zu den Außenmauern, damit die Löschmittel von den drei im Einsatz befindlichen Drehleiter und der Teleskopmastbühne der Löschgruppe Oberaden in den Hohlraum gespritzt werden konnten. Außerdem sägten sie aus der nachträglich installierten Dachhaut große Streifen heraus, um Wasser zwischen dem ursprünglichen Betondach und dem Dämmmaterial zu bringen. Rund 140 Feuerwehrleute und andere Rettungskräfte waren im Einsatz. Unterstützt wird die Bergkamener Wehr von den Feuerwehren aus Kamen, Lünen, Werne und Dortmund.
Blutspendetermin im Rathaus
Die Bewohner der beiden Mietshäuser wurden zunächst im Ratstrakt betreut und medizinische versorgt. Dabei halfen zunächst auch die Ärzte und Sanitäter des Blutspendedienstes aus Hagen. Am Montag gab es einen regulären Blutspendetermin im Rathaus. Um die Brandopfer kümmerten sich dann andere DRK-Einheiten unter der Leitung des Leitenden Notarztes Karol Kuhn.
Die 51 betroffenen Mieter werden von Freunden oder Verwandten aufgenommen. Wo das nicht möglich ist, werden Hotelzimmer zur Verfügung gestellt. Der Sprecher der Deutschen Annington, der Eigentümerin des Gebäudekomplexes, Frank Jungblut versprach schnelle Hilfe. Das Wohnungsunternehmen will Mietern, deren Wohnungen unbewohnbar geworden sind, Ersatzwohnungen in der Nähe anbieten.
11:53
In der Haut der Eltern möchte ich im Augenblick nicht stecken . Der Junge ist 6. Er hatte vor nicht allzulanger Zeit schon mal gezündelt. Das Feuerzeuge oder Streichhölzer nicht in KInderhände gehören wird uns allen dabei sehr bewusst und nicht wenig Eltern werden gestern Abend ein wenig aufmerksamer gewesen sein und einige sagen bestimmt Gut das es Uns nicht passiert ist .
Ich persönlich sehe auf jeden Fall eines als Wichtigstes an .. Bei allem Finanziellem Schaden , es sind "nur" ein paar Menschen verletzt worden ,Keiner ist dabei ums Leben gekommen . Alles andere ist regelbar .
20:27
Das Kind kann nichts dafür.Man sollte über die eingebrachten Dämmstoffe mal nachdenken.Die Umweltverträglichkeit schon bei der Herstellung und später bei der Entsorgung.Jetzt im aktuellen Fall noch die Brennbarkeit.Sehr innovativer Dämmstoff.
18:24
Das Taschengeld für den Kleinen ist nun erstmal für die nächsten 500 Jahre gestrichen...
17:34
wie gefährlich die meist gebrauchten Dämmmaterialen im Brandfall sind. Erstaunlich gute Lobbyarbeit der Hersteller.
15:34
Tja, da haben sich die Eltern ja einen richtigen kleinen Feuerteufel angelacht....
Allerspätestens nach dem ersten Mal hätte ich zugesehen, dass so etwas nie wieder vorkommen kann und extremst darauf geachtet, dass das Kind weder Feuerzeug, Streichhölzer etc. in die Hände bekommt.
Für die Bewohner tut mir das leid, aber ich hoffe, ihnen kann schnell geholfen werden.
Wenn ich an die Kosten denke, die das Kind verursacht hat, dann gute Nacht. Kann mir nicht vorstellen, dass die Versicherung der Eltern (wenn überhaupt vorhanden) den Schaden ersetzen wird.