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Motivationsschub bei der Leseförderung

29.05.2008 | 20:16 Uhr

Kamen. Frederieke weiß genau, was eine Bildungspartnerschaft zwischen ihrer Schule und der Stadtbücherei bedeutet. "Wir arbeiten jetzt enger zusammen," freut sich die Friedrich-Ebert-Schülerin.

Die Leseratten der Friedrich-Ebert-Schule finden die Bildungspartnerschaft mit der Bücherei richtig gut. (Bild: Paulitschke)

Eigentlich funktioniert das schon. Lesungen, Infoaktionen und gegenseitige Besuche gibt es längst. Seit gestern aber ist festgeschrieben, was beide Partner einbringen wollen in ihre Partnerschaft. Mehr Konstanz und eine Institutionalisierung soll die gemeinsame Leseförderung stärken. Und der Bürgermeister soll aufpassen, dass das auch funktioniert, so die schülergerechte Lesart. Im Vetragsdeutsch: Hermann Hupe hat die Schirmherrschaft über die Partnerschaft übernommen.

Die Schüler der Klasse 2c kennen sich schon gut aus. Ihre Lehrererin Gabi Willeke betreut die schuleigene Bücherei, die durch die Unterstützung der Gelsenwasser AG finanziert wurde. "Das hat einen richtig Motivationsschub ausgelöst", erzählt Gabi Willeke. Nur sei eben die Buchauswahl begrenzt, die Stadtbücherei bleibe das Leseparadies.

Die Schüler der 3a sind fast schon selber Lehrer. Im Lesekumpel-Projekt begeistern sie Kindergartenkinder für das Lesen, lesen denen vor und machen so Lust auf Schule. Was die Zweit- und Drittklässler selbst so alles lesen, das begeistert Büchereileiterin Andrea Sternai. Die ließ ihre neuen kleinen Partner mal in ihren Regalen nach den eigenen Lieblingsbüchern suchen. Das Ergebnis zeigte, dass auch dort die Reserven endlich sind. Weil das magische Baumhaus gerade schwer angesagt ist in dieser Altersgruppe waren von 30 vorhandenen Exemplaren 29 ausgeliehen.

Was sie so lesen das malten die Friedrich Ebert-Schüler anschließend auch und machten dabei meist klassische Rollenverteilung deutlich. Die Fußballgeschichten und die Prinzessin stammten aus vorhersehbarer Geschlechteraufteilung.

Beide Seiten wollen die Partnerschaft auch mit neuen Aktionen füllen. Schulleiterin Jutta Karrasch plant auf einander aufbauende Büchereibesuche, bei denen Andrea Sternai und ihr Team Erstklässlern Piratentouren ermöglichen, Vierklässlern aber auch schon die Internetrecherche nahe bringen. Ein eigener Juniorleseclub nach Vorbild des schulunabhängigen Sommerleseclubs soll ebenfalls gestartet werden.

Bürgermeister Hermann Hupe würde sich freuen, wenn weitere Bildungspartnerschaften folgen, so weit denn die Arbeitskapazitäten auf beiden Seiten das zulassen. Das Projekt vertiefe eine sinnvolle Verzahnung von Schule und städtischer Bücherei. Kinder würden früh herangeführt an die Büchereinutzung, auch zum Vorteil der weiterführenden Schulen in der Stadt mit ihren eigenen Schulbüchereien, so Hupe.

Dass die Kamener Kinder trotz der Verbreitung technischer Spielzeuge gerne lesen, das zeigt die Nutzerstatistik der Bücherei. Rund 50 000 Ausleihen registriert die Kinderabteilung im Jahr, etwa ein Drittel der Gesamtausleihen, und dabei sind die zahlen der Schulbüchereien nicht eingerechnet.

Von Klaus-Peter Wolter


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