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Farbschmierereien

Mit Trockeneis gegen die Farbschmierereien

12.10.2012 | 17:28 Uhr
Mit Trockeneis gegen die Farbschmierereien
Die Schmierereien am Horne-Center werden beseitigt.Foto: Dietmar Wäsche

Werne. „Kohlendioxid, minus 80 Grad, 10 Bar “, so beschreibt Thomas Hohl seine Arbeit. Was sich anhört wie ein kompliziertes Chemieexperiment ist letztendlich die Formel für eine saubere Werner Innenstadt. Denn damit werden seit gestern die Schmierereien auf dem Pflaster direkt vor dem Einkaufscenter am Stadthaus beseitigt.

Dort hatten Unbekannte am Abend des 28. Septembers weiße Farbe auf die Pflastersteine gekippt, um sie anschließend mit ihren Schuhen und Fahrradreifen zu verschmieren und verteilen. Wer der oder die Urheber der Schmiereien war, konnte noch nicht ermittelt werden. Auch was für eine Farbe auf dem Pflaster verteilt wurde ist nicht ganz klar, Thomas Hohl kann die Frage nicht beantworten: „Das weiß nur der Schmierfink selber.“

Zwei Wochen lang mussten die Werner mit dem hässlichen Farbklecks leben, jetzt wird er entfernt. Dabei wird eine Technologie verwendet, die normalerweise für Metallreinigung verwendet wird: Der Trockeneisstrahl. Das Trockeneis, also gefrorenes Kohlendioxid (CO2), wird mit hohem Druck auf die Gesteinsplatten geschossen. Durch den großen Temperaturunterschied, immerhin hat das CO2 eine Temperatur von minus 78 Grad, lockert sich die Verbindung zwischen der weißen Farbe und den Pflastersteinen.

Nicht schrubben, sondern sprengen

Durch den Kontakt mit der viel wärmeren Luft und den Steinen „sublimiert“ das Trockeneis, das heißt es wird plötzlich gasförmig: Explosionsartig dehnt sich das Kohlendioxid aus und sprengt die Farbe vom Pflaster. Nun müssen die losen Farbreste nur noch aufgefegt werden.

Normalerweise reinigt man auf diese Art und Weise Industriemaschinen oder feine elektronische Bauteile, erklärt Thomas Hohl: „In der Firma machen wir auch Autoreinigungen, zum Beispiel den Unterboden.“ Besonders bei Oldtimern sei das Verfahren gefragt. Bei einem Testlauf vergangene Woche habe sich aber gezeigt, dass so die Farbe vom Pflaster zu bekommen sei.

Der Trockeneisstrahl hat einen großen Vorteil: Im Gegensatz zum Beispiel zum Sandstrahl hinterlässt er keine Schäden am Untergrund, das Werner Stadtpflaster wird also nach der Reinigung genauso sein wie vorher, eher noch ein bisschen sauberer.

Die Reinigung dauert insgesamt etwa zehn Stunden, rechnet Thomas Hohl: „Auch Samstag morgen werde ich wahrscheinlich noch zwei Stunden brauchen.“

Etwa 2 000 Euro kostet die Pflasterreinigung insgesamt, die Kosten übernimmt vorerst die Stadt, bis der Täter gefunden ist. Wenn er überhaupt gefunden wird – ansonst enbleibt die Stadt nämlich auf den Kosten sitzen.

Philipp Ziser

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