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Krankenhaus-Fusion

Medizinische Versorgung wird besser

02.12.2012 | 22:00 Uhr
Medizinische Versorgung wird besser
Am Freitag, 30.11.2012, wird im Hellmig-Krankenhaus umfangreich renoviert und umgebaut. Das Foto zeigt den früheren EDV-raum, der bald Wartebereich für ambulante und stationäre Patienten wird. Derzeit wird an der Stromversorgung gearbeitet.Foto: Dietmar Wäsche

Kamen. Die Gerüchteküche brodelt in der heißen Phase vor der Fusion des Hellmig-Krankenhauses mit dem Klinikum Westfalen zum 1. Januar 2013. Eines geht so: Die Bäderabteilung im Hellmig-Krankenhaus wird geschlossen. Ein anderes besagt: Patienten-Essen werden künftig von einem Catering-Unternehmen geliefert. Beide Gerüchte sind falsch, wie Norbert Vongehr vom Hellmig-Krankenhaus klarstellt.

Fakt sei, dass sich im Zuge des Zusammenschlusses herausgestellt habe, dass keine der drei vorhandenen Krankenhausküchen in Kamen, Dortmund und Lünen in der Lage ist, die Krankenhausverpflegung für alle drei Standorte sicher zu stellen. Von Anfang an sei klar gewesen, dass es eine Zentralküche am größten Klinik-Standort in Dortmund geben solle. „Die jetzige Küche dort befindet sich allerdings im siebten Obergeschoss und ist daher allein schon unter logistischen Gesichtspunkten, was Lebensmittelanlieferung und Essensauslieferung betrifft schlecht geeignet“, so Vongehr. Geplant ist daher, die Küche samt Lebensmittelbevorratung in ein 1 600 Quadratmeter großes Gebäude auf dem Gelände des Dortmunder Knappschaftskrankenhauses zu verlegen, das bisher als Lager diente. Hier sollen dann ab Mitte kommenden Jahres 1 500 Essen für Mitarbeiter und Patienten zubereitet und ausgeliefert werden. Das möglicherweise auch mit bisherigem Küchenpersonal aus Kamen. Ungeklärt ist noch die Auslieferung. Hier werden nach Angaben von Michael Kleinschmidt, kaufmännischer Direktor in Dortmund, derzeit hauseigene und externe Lösungen diskutiert.

Das zweite Gerücht die Bäderabteilung betreffend nahm Vongehr im Gespräch mit unserer Zeitung zum Anlass, die durch die Fusion zu erwartenden Verbesserungen am Standort Kamen zu unterstreichen. „Wir erwarten hier in den kommenden Jahren in der ambulanten und stationären medizinischen Versorgung einen deutlichen Qualitätssprung“, so Vongehr. Acht bis zwölf Millionen Euro werde das Klinikum Westfalen hier in den nächsten Jahren investieren. Nach Vongehr ist folgendes in der Planung:

1

Derzeit verfügt das Hellmig-Krankenhaus über 207 Betten. Durch die Einrichtung einer Abteilung für Geriatrie sollen 60 Betten dazu kommen. Geriatrie – Altersmedizin – kümmert sich um Vorbeugung, Diagnostik und Behandlung von Krankheiten und Fähigkeitsstörungen des älteren Menschen mit ihren sozialen Auswirkungen.

2

Die Radiologie im Haus wird aktuell durch eine Gemeinschaftspraxis vorgehalten. Das Krankenhaus kann jetzt schon auf den dortigen Computer-Tomografen (CT) zurückgreifen. Noch im Laufe des kommenden Jahres soll dieser Bereich um ein Magnetresonanztomografen (MRT) erweitert werden.

3

In den heutigen Kellerräumen, in denen jetzt noch die Krankenhausküche und Vorratsräume untergebracht sind, soll ein Dialysezentrum eingerichtet werden. Entsprechende Verhandlungen mit der in Kamen ansässigen niedergelassen Praxis Wirtz/Pätzold sind weit fortgeschritten. Wegen des An- und Abtransportes der Patienten sind neben Umbaumaßnahmen im Gebäude auch neue Stellflächen vor dem Haus erforderlich und in Planung. Dies auch wegen der künftigen Belieferung mit Mahlzeiten aus Dortmund.

4

Die physikalische Therapie im Hellmig-Krankenhaus, in der zurzeit sieben Mitarbeiter beschäftigt sind, wird modernisiert und ausgebaut. Der Bäderbereich bleibt vollständig erhalten, neue Behandlungsräume kommen hinzu. Zusätzliches Personal soll hier eingesetzt werden.

5

Der komplette Bereich der internen Funktionsdiagnostik im Erdgeschoss wird derzeit umgebaut und modernisiert. Das gilt für alle gängigen Diagnoseverfahren wie Ultraschall, Echo-Kardiografie, Lungenfunktionstest, bis hin zu medizinischen Sondierungen des Magen- und Darmtraktes.

Von Uli Thormählen



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