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Massenerin bezahlt Bauprojekt

04.06.2012 | 18:09 Uhr
Massenerin bezahlt Bauprojekt
Private Investorin bezahlt Friedhofstreppen-Sanierung in Massen: Erika Bangert (links) hat die Sanierung der Friedhoftreppe in Obermassen bezahlt. Mit im Bild Helmut Tewes (Mitte) und Ina Semleit von der Friedhofsverwaltung (re). Foto: Karl Dittrich

Massen.   Weil die Stadt für die Sanierung der durch Frost zerstörten Treppe zum Friedhof in Obermassen kein Geld hatte, spendete Erika Bangert 20 000 Euro. Die Treppe wurde nach dem Harten Winter Anfang 2011 von der Stadt gesperrt. Jetzt ist sie wieder begehbar.

Die Stadt ist nahezu pleite – jetzt übernehmen die Bürger öffentliche Aufgaben. Für die Sanierung der Treppe zum Friedhof in Obermassen fand sich eine private Investorin. Erika Bangert spendete der Stadt 20 000 Euro, um das nach zwei harten Wintern zerstörte Bauwerk zu sanieren.

Fast täglich spaziert sie mit ihrem Hund zum Grab ihres Mannes. Der hat vor zweieinhalb Jahren auf dem Obermassener Friedhof seine letzte Ruhe gefunden. Doch die Spaziergänge wurden nach dem Harten Winter Anfang 2011 länger – die Stadt sperrte die Abkürzung hinter der B1-Unterführung zum höher gelegenen Friedhof nach erheblichen Frostschäden. Aus Sicherheitsgründen. Wer zu Fuß unterwegs war, musste den Umweg über die Zufahrtsstraße nehmen.

„Ich habe die Verwaltung angerufen und gefragt, was man wegen der Treppe machen kann“, erzählt Erika Bangert, die seit 25 Jahren in Massen wohnt. Die Antwort im vergangenen November: Für die Sanierung habe die Stadt kein Geld.

Angebot als Scherz aufgefasst

Außerdem bestehe für den Erhalt der Treppe kein Bedürfnis, da der Friedhof im Vergleich zu der Ruhestätte in Niedermassen wenig genutzt werde. „Da kochte es in mir, ich dachte: jetzt erst recht“, sagt Bangert. Sie machte der Friedhofsverwaltung ein Angebot, welches diese nicht ablehnen konnte. „Ich habe zuerst gefragt, ob das ein Scherz sei“, sagt Ina Semleit vom Bereich Friedhofswesen. Denn dass eine Bürgerin ein Bauprojekt der Kommune vollständig bezahlt, sei bisher noch nicht vorgekommen. So mussten erst einmal Verwaltungsrichtlinien studiert werden, das Okay des Rechnungsamtes der Stadt eingeholt werden. Grünes Licht für den Treppen-Neubau gab’s im Frühjahr. Am 1. März rissen Bauarbeiter die alte und nach den Frostschäden nicht mehr zu reparierende Steintreppe ab.

Das neue Bauwerk nutzten die Massener Friedhofsbesucher schon vor seiner Fertigstellung. Weil sich das Verzinken des Metallgeländers erheblich verzögerte, die Stufen aber bereits gegossen waren, musste auch die neue Treppe zunächst abgesperrt werden. „Dann wurde aber die Absperrung von Unbekannten entfernt, die die Treppe schon ohne Geländer benutzt haben“, sagt Ortsvorsteher Helmut Tewes. Das sei nicht die feine Art, zeige aber, dass die Abkürzung zum Friedhof angenommen werde.

Tewes wünscht sich, dass Massener auch für den Platz vor dem Bürgeramt die Spendierhosen anhaben: „Dort wurden die Sitzbänke finanziert, es fehlen aber noch ein paar Spielgeräte für Kinder.“

Ruben Schulte


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