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Stärken und Schwächen

Keine Schule  stellt  Qualitätsanalyse ins Internet

01.06.2012 | 07:00 Uhr
Keine Schule  stellt  Qualitätsanalyse ins Internet
Prüfer der Bezirksregierung haben bereits fast alle weiterführenden Unnaer Schulen unter die Lupe genommen.

Unna. Welche Stärken und welche Schwächen haben die weiterführenden Schulen in Unna? Eine Frage, die sich sicher viele Eltern beim nahenden Wechsel ihres Kindes von der Grundschule stellen. Umso ärgerlicher, wenn es eine objektive Bewertung gibt, die die Suche erleichtern würde, davon aber nichts auf den Internetseiten zu finden ist.

Die Rede ist von der Qualitätsanalyse (QA) an Schulen, die von der Bezirksregierung Arnsberg seit August 2006 an allen 1280 Schulen des Bezirks durchgeführt wird. Dabei werden 25 Punkte wie Personale Kompetenzen, Leistungsanforderung und -bewertung, Unterrichtsgestaltung, Lernatmosphäre, Individuelle Förderung, Soziales Klima, Ausstattung, Unterrichtsorganisation, Kooperation der Lehrkräfte oder das Schulprogramm bewertet. Mit vier Stufen von „Vorbildlich“, über „Eher stark als schwach“ dann „Eher schwach als stark“ bis hinab zu „Erheblich entwicklungsbedürftig“. Die Schulleitung entscheidet im Einvernehmen mit der Schulkonferenz selbst, ob die Analyse veröffentlicht wird.

Bislang 50 % der Schulen haben die Arnsberger Prüferteams abgearbeitet. Jeweils an drei Tagen werden Schule und Unterricht unter die Lupe genommen sowie Interviews mit Schülern, Eltern, Lehrern und Personal (Hausmeister) geführt.

Auftaktschule der Prüfrunde in Unna war bereits 2006 die Gesamtschule Königsborn. Angemahnt wurde lediglich, auch die Förderung talentierter Schüler stärker im Blick zu haben. Den QA-Bericht im Detail zu veröffentlichen, hält Schulleiter Hans Ruthmann nicht für notwendig. Da „die offene und ehrliche Selbstdarstellung der Schule auf der Homepage ausreicht, um sich ein gutes Bild zu machen“.

Ihr Ergebnis noch zu veröffentlichen, darüber will Rektorin Petra Coerdt nachdenken. An der Anne Frank Realschule waren die Prüfer im Oktober 2009 zu Besuch und haben Schwächen bei der individuellen Förderung gesehen. Gemäß der üblichen Zielvereinbarung mit der Bezirksregierung wurden Fördermaßnahmen (Deutsch, eigenverantwortliches Arbeiten, Laptop-Lernwerkstatt) umgesetzt, so dass die Schulleitung dem Bilanzgespräch im Dezember optimistisch entgegen sieht. Einsehen darf beim Rektor der Peter-Weiss-Gesamtschule, Rainer Schollas, „jeder interessierte Besucher“ die vor zwei Jahren erstellte Analyse, die Bedarf in der Förderung leistungsstarker Schüler sowie in der Transparenz der Leistungsbewertung sah.

Am 2008 besuchten Geschwister-Scholl-Gymnasium mussten die Organisation der Vertretungsstunden, kooperative Lernformen und die individuelle Förderung verbessert werden. Beim letzten Punkt klappte das so gut, dass die Schule ein Qualitätssiegel erhielt. Das gesamte Analyse-Ergebnis selbst, ist online aber nicht zu finden.

Derweil man am Pestalozzi-Gymnasium noch auf den Besuchstermin wartet, sind die Prüfer im Ernst-Barlach-Gymnasium Ende April angerückt. Jetzt wartet Direktorin Gabriele Müller-Vorholt auf den Bericht. Handlungsbedarf wird wohl im Bereich selbstständiges Arbeiten gesehen. Nach der schulinternen Besprechung will sie sich dafür aussprechen, „das Ergebnis ins Internet einzustellen“ – eine Premiere.

Marcus Esser


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