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Im Untergrund verschwinden Millionen

19.09.2012 | 06:00 Uhr
Im Untergrund verschwinden Millionen

Bergkamen. Es hört nie auf. Ins Bergkamener Kanalnetz – insgesamt 218 Kilometer lang – muss weiter investiert werden. Immer. Und immer wieder. Rund 12,4 Mio. Euro waren es in diesem Jahr. Und insgesamt 23,7 Millionen Euro werden in den Jahren 2013 bis 2018 im Bergkamener Untergrund verschwinden.

Das Geld fließt in die Sanierung von Kanälen, in neue Kanäle, in Pumpwerke. Wann wo wie viel investiert wird, steht jetzt im neuen Abwasserbeseitigungskonzept, das das Dortmunder Ingenieur-Büro Fischer für die Stadt Bergkamen aufgestellt hat, aufstellen hat müssen. Denn der Gesetzgeber schreibt ein solches Abwasserbeseitigungskonzept im Sechs-Jahres-Rhythmus vor.

Olaf Krahn, Diplom-Ingenieur beim Büro Fischer, erläuterte jetzt den Mitgliedern des Betriebsausschusses (Stadtbetrieb Entwässerung) die notwendigen Maßnahmen.

Über 5 Mio. Euro werden alleine in Oberaden und Heil investiert, wobei die notwendige Kanalisation für die Wasserstadt Aden mit zwei Mio. einen ganz besonders dicken Batzen ausmacht.

In Weddinghofen wird das Kanalnetz für den Logistikpark eine gute Mio. Euro verschlingen. Auch die Weiterführung der Kanalbaumaßnahme an der Landwehrstraße befindet sich in dieser finanziellen Größenordnung.

Insgesamt werden in Bergkamen-Mitte, Weddinghofen und Overberge knapp zehn Mio. Euro verbaut. Rund 7 Mio. Euro kommen noch einmal in Rünthe dazu.

Längt nicht alle Gelder müssen die Gebührenzahler in Bergkamen aufbringen. „Nur“ mit rund 14,5 Mio. Euro wird der SEB sich an den Kosten beteiligen müssen – spontan nötige Reparaturen inklusive. 9,2 Mio. Euro kommen vom Bergbau.

„Zu wenig“, murrte Werner Engelhardt (Fraktion BergAUF).

Kosten durch Bergbauschäden

Das seien ja noch nicht einmal 40 Prozent. Auch Harald Sparringa (Bündnis 90ß/Die Grünen) hinterfragte diesen Anteil, zumal Bergkamen sich in einer „Ausnahmesituation“ befinde, wie Horst Mecklenbrauck, Kämmerer und kaufmännischer Betriebsleiter des SEB, erläuterte.

So stehen in Bergkamen ja nicht nur turnusmäßige Kanalsanierungen an. Obendrauf käme noch einmal die Rohre und Pumpwerke, die durch Bergschäden in Mitleidenschaft gezogen worden sind. Ein Problem, das in anderen Landstrichen gar nicht auftritt. Mecklenbrauck nannte als Beispiel die Kamer Heide in Overberge, wo nach nur zehn Jahren schon wieder Sanierungsmaßnahmen nötig wurden. „In anderen Gegenden halten Kanalrohre 50 bis 100 Jahre lang“, klagte Sparringa.

Mecklenbrauck versicherte aber, dass man den Bergbau immer zur Kasse bitte. Der 40-prozentige Anteil in den kommenden Jahren sei nicht auf jede einzelne Maßnahme zu übertragen. Es gebe Bereiche, in denen sich der Bergbau mit bis zu 70 Prozent an den Kosten einbringe. Errechnet werde dieser Anteil nach einem festen Schlüssel.

Claudia Behlau

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2012-09-19 06:00
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