Das aktuelle Wetter Unna 13°C
Themenabend Rio Reiser

Heuler trafen den Ton der 68er

01.07.2012 | 17:30 Uhr
Heuler trafen den Ton der 68er
Die "Heuler" und der Chor der Universität Dortmund servierten einen von Reinhard Fehling (Im Bild an der Gitarre) inszenierten großartigen Rio-Reiser-Abend in der Konzertaula.

Kamen.   Kamen.Ganz viel Rio Reiser, aber auch einige Anteile Reinhard Fehling: Einen großartigen Themenabend zu dem Polit-Barden mit Wurzeln im Kreis Unna gestalteten die „Letzten Heuler“ in der Konzertaula. Moderne Arrangements und Eingriffe in die Originaltexte holten Rios Band „Ton Steine Scherben“ in die Gegenwart.

Ganz viel Rio Reiser, aber auch einige Anteile Reinhard Fehling: Einen großartigen Themenabend zu dem Polit-Barden mit Wurzeln im Kreis Unna gestalteten die „Letzten Heuler“ in der Konzertaula. Moderne Arrangements und Eingriffe in die Originaltexte holten Rios 68er Band „Ton Steine Scherben“ in die Gegenwart.

Und ein Stück aktuelle Politik gab es auch. Das Programm lieferte eine Menge Gründe sich darüber zu freuen, dass der Widerstand von CDU und FDP in der Nachbarstadt Unna überwunden wurde:

Mit knapper Mehrheit wurde da eine provinzielle Posse verhindert. Rio Reiser bekommt trotz von der CDU beanstandeter Homosexualität und Hausbesetzervergangenheit des Sängers und Songschreibers dort eine eigene Straße. In der Konzertaula gab es dafür viel Beifall.

Beifall bis hin zu Standing Ovations gab es dort auch für das, was die Heuler und Fehling, verstärkt durch den Chor der Universität Dortmund aus Liedern von „König von Deutschland“ bis Junimond machten. Fehling schreckte nicht davor zurück, mal aus zwei Reiser-Songs einen zu machen, mal Texte zu ändern.

Aus dem König von Deutschland wurde der König von überall, noch dazu verquickt mit Rios gelegentlich beißendem Text über Menschenfressermenschen. Doch gerade dieses Arrangement war vielleicht der stärkste Beitrag des Abends, zu Recht als vom Publikum eingeforderte Zugabe wiederholt.

Rio-Fans erlebten einen anderen, modernen Rio. Natürlich fehlte – vor allem wohl bei „Für Immer und dich“ - die immer leicht schräpende, aber ausdrucksstarke und kaum nachahmbare Stimme Reisers. Dessen Gesang war immerhin geprägt vom Kultstatus der „Scherben“ in der Hausbesetzerszene Berlins in den 70ern und dem zwangsläufigen finanziellen Scheitern der Band.

Wenn man sich aber einmal einließ darauf, das Fehling daraus neue vielstimmige Klangerlebnisse schmiedete, dann begeisterten diese Arrangements wie auch der gekonnte Wechsel von Chorauftritten und Soli.

Nicht alle Passagen waren gleich stark und ein paar Wackler gab es auch – doch die störten niemandem im begeisterten Publikum. Einen großartigen Gesangschor und ein paar wirklich tolle Stimmen bot Fehling auf mit dem Duett von Frauke und Leif Dryden zu „Wann“ samt starker Gitarrenbegleitung als einem der emotionalen Höhepunkte.

Die Heuler knüpften mit dem Konzert an eine alte Tradition der Themenabende und großen Konzerte vor Ferienbeginn an. Gegen eine Fortsetzung wäre nichts einzuwenden. Das Konzert selbst immerhin wird am Montag in Dortmund wiederholt.

Klaus-Peter Wolter

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/6829413/create

Fotos und Videos
Weitere Streiks geplant
Bildgalerie
Warnstreik
Schirme im Bus
Bildgalerie
Schirmverleih
Unna aus der Luft
Bildgalerie
von oben
Prunkstizung des RV Wanderlust
Bildgalerie
Fotostrecke
Aus dem Ressort
Profilbild gratis - Zeig deine Liebe zum BVB auf Facebook
Champions League
Im Finale der Champions League trifft Borussia Dortmund auf den FC Bayern München in Wembley. Die Region drückt dem BVB die Daumen, um gemeinsam zu zeigen, wo das Herz des deutschen Fußballs schlägt. Mit unserem exklusiven Facebook-Profilbild könnt ihr im Netz Farbe bekennen.
Polizei erschießt zwei streunende Jungbullen in Werne
Tiere
Auf einem Hof in Werne sind am Mittwoch zwei Jungbullen ausgebüxt. Die scheuen, aber starken Tiere waren beim Entladen aus einem Hänger entwischt. Die Polizei wusste nur einen Ausweg: Die Tiere zu suchen und von der Jagdaufsicht erschießen zu lassen.