Das aktuelle Wetter Unna 10°C
Tierschutz

Grüne kritisieren "Tierquälerei" beim Krebsfest von Ikea

31.07.2012 | 15:23 Uhr
Grüne kritisieren "Tierquälerei" beim Krebsfest von Ikea
Flusskrebse werden beim Krebsfest bei lebendigem Leib in kochendes Wasser geworfen.Foto: ThinkStock

Kamen.   Der Möbelriese Ikea lädt für den 3. August in Kamen zum „Krebsfest“. Was ein kulinarischer Höhepunkt werden soll, trifft jedoch nicht jeden Geschmack. Politiker der Grünen prangern die für die Tiere offenbar schmerzhafte Kochprozedur an und fragen: „Betäubst du schon oder quälst du noch?“

„Betäubst du schon oder quälst du noch?“ So titeln der Bergkamener Bundestagsabgeordnete Friedrich Ostendorff , Sprecher für Agrarpolitik der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, und Anke Dörlemann, Sprecherin der Grünen im Kreis Unna, in Anlehnung an einen Werbeslogan eine Stellungnahme, in der sie sich kritisch zum bevorstehenden Krebsfest bei Ikea Kamen am 3. August äußern.

Was für das Möbelhaus ein jährliches Familienfest nach „traditioneller schwedischer Art“ sei, bedeute für tausende Krebse einen qualvollen Tod. „Auch die bei Ikea in Kamen angebotenen Krebse werden lebend in kochendes Wasser geworfen, um sie zu töten. Dabei kommt es zu einem qualvollen Todeskampf, der bis zu sieben Minuten andauern kann. Diese Schlachtmethode ist aus unserer Sicht nicht zu verantworten.“

Auch Schalentiere sollen vor Schmerzen geschützt werden

Die Grünen fordern, dass Krebse generell nur nach Betäubung getötet werden. „Wir setzen uns mit unserem Entwurf für ein neues Tierschutzgesetz dafür ein, dass auch für Schalentiere wie Krebse endlich klare Regeln gelten, die Tierquälerei verhindern.“

Dinah Rudack leitet die Kamener Ikea-Filiale.

Den Vorwurf der Tierquälerei will Dinah Rudack, Niederlassungsleiterin von Ikea Kamen nicht gelten lassen. Die Krebse würden in der Region Hubei in China mit traditionellen Fangmethoden gefischt. Nach dem Fang würden die Krebse innerhalb von maximal zwei Stunden verarbeitet und in große Töpfe mit integrierten Heizspiralen gegeben. „Töpfe und Heizspiralen sind so dimensioniert, dass sie konstant die gleiche hohe Temperatur halten. Ein Abkühlen des Kochwassers ist somit ausgeschlossen, und der Tod tritt unmittelbar ein, sobald die Tiere in das kochende Wasser kommen“, sagte Rudack.

Die Krebse werden anschließend tiefgefroren und so von China aus in die Ikea-Einrichtungshäuser transportiert. „Für Ikea werden lebende Tiere daher nicht über einen Zeitraum von Tagen oder sogar Wochen gelagert“, betonte die Möbelhaus-Chefin.

Lange schwedische Tradition

Das Krebsessen bei Ikea knüpfe an eine lange schwedische Tradition an und sei Teil „unserer Identität als schwedisches Unternehmen“.

„Viele Kunden freuen sich auf das jährliche Krebsessen in unserem Haus“, erklärte Rudack. Auch am kommenden Freitag rechnet man im Kamener Einrichtungshaus mit 300 bis 350 Gästen zu diesem Event.

Während die Grünen-Politiker Ostendorff und Dörlemann Ikea auffordern, den eigenen Unternehmensansprüchen („Für uns bedeutet Nachhaltigkeit, sich um Menschen und Umwelt zu kümmern“) nun endlich Taten folgen zu lassen, sieht sich das Unternehmen zu Unrecht angegriffen.

„Wir nehmen ethische Fragen generell sehr ernst. Wir möchten sicherstellen, dass alle Produkte, und insbesondere alle Lebensmittel, die wir herstellen und anbieten, in umwelt­verträglicher und ethisch einwandfreier Art und Weise produziert werden“, heißt es in einer mit der konzernzentrale abgestimmten Erklärung von Dinah Rudack.

Uli Thormählen



Kommentare
10.08.2014
15:54
Grüne kritisieren "Tierquälerei" beim Krebsfest von Ikea
von EPetras | #48

Natürlich, es gibt immer noch etwas, das schlimmer sein könnte - doch soll man deswegen Tierquälerei einfach so hinnehmen?

Krebse sind keine Krabben, die das kochende Wasser wegen ihrer Kleinheit recht schnell erhitzt - wo auch Krabben ja z. T. schon vom Aussterben bedroht sind. Krebse sind hier vom Aussterben bedroht, also nimmt man sie aus China - und ausgerechnet da soll alles mit rechten Dignen zugehen?

Tatsache ist. Krebse sind so groß, dass es eben länger dauert, bis das Tier im kochenden Wasser (!!!) tot ist.
Das ist Tierquälerei.

Wer das lustig findet - tut mir leid, der ist mir wirklich unsympathisch. Wie kann man das Leiden eines Lebewesens wissentlich in Kauf nehmen - nur um eines fragwürdigen Genusses willen?

In einem anderen Artikel hierzu las ich, die Krebse seien aus Aquakultur. Dann kommt noch eine massenhaft enge Haltung und ein wahrscheinlicher Medikamenteneinsatz hinzu.

Lecker?

03.08.2012
13:03
Grüne kritisieren
von Taffy11 | #47

Dieses Gewäsch der Grünen ist Körperverletzung. Kommen diese Leute sich mit ihrer Art nicht manchmal selbst schon peinlich vor? Erst recht, wenn sie sich ihre glorreiche Ministerdarstellerin in Düsseldorf ansehen?

01.08.2012
14:58
Kräftsvika
von RANRW | #46

Nach diesem unsäglichen Gejammer der sogenannten Grünen freue ich mich ja noch mehr aufs Krebsessen hier vor Ort in Schweden.

@45: Dann sollten Sie nicht nach Schweden fahren, denn hier stapeln sich die Tiefkühltruhen in den 7-Tage die Woche geöffneten Supermärkten mit Krebsen um dann mit viel Schnaps und guter Laune verputzt zu werden.

2 Antworten
Grüne kritisieren
von HerrJensen | #46-1

Guten Appetit! Antibiotika brauchen sie dann ja nicht mehr zu nehmen, sind ja genug drin. Viel Spass übrigens auch mit den kommenden Resistenzen gegen dieses Medikament.

Grüne kritisieren
von kuhlewempe | #46-2

Gute Laune? Das verbieten die Grünen Spieße als erstes

01.08.2012
12:37
Grüne kritisieren
von Zanti | #45

Ja die Welt ist grauenvoll. Ich möchte auch nicht bei lebendigem Leib frittiert werden.
Sorry IKEA, aber eurer olles Krebsfest ist echt grauenvoll. Ich werde nicht mehr bei euch kaufen.

01.08.2012
12:23
Grüne kritisieren
von HerrJensen | #44

In Deutschland werden Schweine, nachdem man sie versucht hat zu töten (Klappt nur bei ca. 80% wirklich!) in heisses Wasser geworfen. 20% der Tiere leben da noch! Rinder werden, oft noch bei vollem Bewusstsein an den Bändern ihrer Hinterläufe aufgehängt. Was würde hier ein Aufschrei durch die Reihen gehen, wenn der nette Chinee von nebenan seinen Hund schlachten würde und diesen auf den Grill legen würde. Das ist in einigen Landstrichen Chinas durchaus üblich. Aber die süssen kleinen Hündchen sind ja was anderes.
Der Verzicht auf Fleisch könnte die Hungerproblematik der Welt lösen: 50% der weltweiten getreideproduktion, 85% der weltweiten maisproduktion und 90% der weltweiten sojaproduktion werden an schlachttiere verfuettert. wenn man bedenkt, dass man 22 kg getreide oder soja oder mais benoetigt um 1 KG RIND herzustellen, kann man sich vorstellen, wieviele menschen mit denselben ressourcen stattdessen OHNE FLEISCHINDUSTRIE satt werden koennten. Guten Appetit weiterhin!

4 Antworten
Grüne kritisieren
von fuffzigpfennig | #44-1

Danke! Da lasse ich mir doch lieber 1kg feinste Rinderhochrippe schmecken, als mir 22kg Getreide oder Soja reinzuwürgen. Die Rechnung geht daher voll auf! ;-)

@HerrJensen
von joergel | #44-2

Tja, Herr Jensen, Dann müssen sie nur noch erklären, wer diese gewaltigen Ressourcen an Nahrungsmitteln umsonst produzieren und in die Hungerländer transportieren soll. Die Landwirte leben nun mal von ihren Produkten, es ist ihnen egal ob dies die Fleischproduzenten bezahlen oder das Sozialamt. Dummerweise gibt es kein Sozialamt für die ganze Welt und auch der regelmäßige Transport in Hungerländer würde Unsummen verschlingen, die niemand bezahlen will und kann.

Was würde also für die Hungernden dabei herauskommen, wenn der Rest der Menschheit kein Fleisch mehr essen würde? Gar nichts, denn die es bezahlen können werden statt Fleisch eben vegetarisch essen - und die es nicht bezahlen können würden weiterhin hungern. Dazu kämen noch etliche Pleite gegangene Landwirte, sowie sämtliche Arbeitskräfte der Fleischindustie, die weltweit arbeitslos würden.

Schöne neue Welt. Aber träumen sie ruhig weiter von den angeblichen Ressourcen mit denen die Hungernden satt werden können...

Grüne kritisieren
von HerrJensen | #44-3

Wo genau hatte ich von umsonst gesprochen?
Das meiste Futter für Ihr Lieblingsessen wird mittlerweile in Dritt Welt Länder produziert. Peinlich aber wahr. Die Ausgaben für die Bezahlung von Essen an Drittweltländer würde diese Kosten Deckeln. Hunger verursacht Kriege, das ist schon immer so gewesen. In den nächsten Generationen wird man Kriege nicht mehr um Land oder Öl führen, sondern um Wasser. Kriege sind auch für Deutschland extrem teuer! Ein Kilo Tier kostet uns 15.000 Liter Wasser Frischwasser.
Ihre Rechnung wird zur Milchmädchenrechnung, da die Landwirte genug zu tun haben, Getreide etc. anzubauen. Die Mitarbeiter in den Schlachthöfen hätten Arbeit in Betrieben, die Lebensmittel verarbeiten.
Um was haben sie Angst? Um ihr geliebtes Schnitzel? Ihre Wurst? Essen sie gerne weiter Tierteile. Das ist kein Traum sondern eine schnell mögliche Realität. Aber träumen sie gerne weiter von leckeren Steaks und sterbenden Kindern in Afrika!

Grüne kritisieren
von joergel | #44-4

Ja klar. Die Kinder in Afrika müssen Hunger leiden und sterben weil dort soviel Getreide und Soja für die Fleischindustrie angebaut wird. Ohne die Fleischindustrie braucht es also nicht aus anderen Ländern dorthin transportiert werden. Es ist ja im Überfluß vorhanden. Komisch nur, dass Hilfsorganisationen dort Nahrungsmittel hinbringen müssen.

Ach ja, da hörte ich was von Dürrekatastrophen und Hungersnöten mit Millionen Toten. Auch von Stammesfehden mit ethnischen Säuberungen und tausenden Flüchtlingen ist die Rede. Aber das dort Kinder hungern ist natürlich die Fleischindustrie Schuld...

Das ist genau so verrückt wie hier Wasser einzusparen, damit die Kinder in Afrika nicht verdursten. Davon haben die nämlich auch nichts, genau so wie sie nichts davon haben wenn wir weniger Fleisch essen...

Aber Hauptsache ihr Weltbild als fanatischer Fleischesser-Hasser stimmt wieder. Schon mal was von Toleranz gegenüber Andersdenkenden gehört?

01.08.2012
11:06
Grüne kritisieren
von hasselklaus | #43

Ha, jetzt könn´wir endlich wieder gegen die pösen, pösen Grünen holzen.
Leute, es ist Sommer (-loch !)

01.08.2012
11:02
Grüne kritisieren
von joergel | #42

Mal gut das IKEA keinen Hummer serviert...

01.08.2012
11:01
Grüne kritisieren ...... sich nur noch lächerlich
von Funakoshi | #41

Na klar, an kleinen Jungs das Abschneiden eines Stückes "P.......männchens" notfalls gegen die verfassungsrechtliche Garantie auf körperliche Unversehrtheit durchsetzen, aber sich für so einen Sch....ß schön echauffieren!!! Man weiß ja, was Obelix über die Römer sagte!!!

1 Antwort
Tradition ist
von bigkahuna | #41-1

Tradition!
Ob Krebs oder Vorhaut !

01.08.2012
10:54
Grüne kritisieren
von schnurri23 | #40

Beim Hummer ist es schon lange Tradition, nur da hat bis jetzt noch niemand was gesagt.
Ist ja auch eine andere Schicht, wie die von Ikea.
Jetzt fehlt nur noch PETA, die sich zu Wort melden um das Ganze etwas abzurunden.
Mahlzeit.

1 Antwort
@Schnurri23
von www.schnitzel-ist-out.de | #40-1

Nur weil Sie es nicht wissen, heißt es nicht, dass das Lebendigkochen von Hummern nicht kritisiert wird. Unsere Gesellschaft ist so empathielos, dass es eine Schande ist, dass wir überhaupt Organisationen wie PETA brauchen

01.08.2012
10:53
Grüne kritisieren
von jessiesrevenge | #39

da die Krebse aus China importiert werden seh ich das auch etwas skeptisch, schließlich ist das eine Massenabfertigung von mehreren Tonnen Krebsen. Hat sich denn schonmal jemand gefragt woher die sind? Gibt doch im Prinzip nur 2 Möglichkeiten, einmal die Massenzucht mit Medikamenten und Co oder eben die Ausbeutung der Natur und der dort lebenden Menschen. Nicht nur das das Fleisch aus der Zucht nicht schmeckt, siehe alleine Zuchtlachs und Pangasius etc, nein damit wird auch noch weiter Natur zerstört. Einige Großhändler machen daraus auch keinen großen Hehl raus, zb. gibt der größte von denen auch auf seine Internetseite an, das die chinesische Produktion von Flußkrebsen allein auf der Ausbeutung der Seen, Teiche und des vom Fluß überschwemmten Landes beruht. Na dann guten HUnger...zum Kochen der Tiere, die werden ja quasi schockgefroren und dann kopfüber in das kochende Wasser gesteckt, in der Regel sind die dann auch tot, aber ich fürchte es sind dort zuviele...

Aus dem Ressort
Kabelklau bei Kamen - Bahnverkehr im Ruhrgebiet gestört
Bahn
Eine Oberleitungsstörung sorgte am Freitagabend für Störungen im Bahnverkehr im Ruhrgebiet. Im Regional- und Fernverkehr kam es zu deutlichen Verspätungen. Bei der Bahn nannte man Kabelklau als Grund. Die Störung sollte bis zum Samstagmorgen behoben werden.
Ein Sturz vom Elternbett tötete den Säugling wohl nicht
Prozess
Die Anklage geht davon aus, dass die 32-jährige Mutter des vor knapp vier Jahren verstorbenen Babys das Kind zu Tode geschüttelt hat. Die Frau hatte dagegen erklären lassen, ihr Sohn sei aus dem Bett gefallen und habe sich so den Schädelbruch zugezogen. Gutachter bestreiten ihre Version.
Unbekannte zünden Polizeiauto in Holzwickede an
Feuer
Ein brennendes Polizeiauto hat am späten Freitagabend die Feuerwehr in Holzwickede bei Dortmund alarmiert. Der Wagen brannt völlig aus. Die Polizei geht davon aus, dass das Feuer vorsätzlich gelegt worden war. Wer dahinter steckt ist laut Polizei nicht klar.
A2 bei Kamen für Bombenentschärfung komplett gesperrt
Sperrung
Wegen einer Bombenentschärfung war die A2 zwischen Kamen und Bergkamen am Montagnachmittag etwa 20 Minuten lang komplett gesperrt. Grund ist die Entschärfung einer Fliegerbombe, die im Kamener Norden gefunden worden war.
Süßigkeiten-Lkw kippt auf der A1 bei Dortmund um
Unfall
Nach einem schweren Unfall auf der A1 war die Autobahn zwischen Kamen und dem Kreuz Dortmund-Unna am Donnerstag lange gesperrt. Ein Lkw war in Fahrtrichtung Dortmund umgekippt — zwei Männer wurden bei dem Unfall verletzt. Der Stau war mehr als zehn Kilometer lang.
Fotos und Videos
EU-Projekte in NRW
Bildgalerie
Förderung
83 Kilometer Emscher
Bildgalerie
Aus der Luft
Verseuchte Kläranlage in Warstein
Bildgalerie
Legionellen
Hansetag in Rüthen - die Gäste
Bildgalerie
Hansetag