Frau erwürgt - aus verletzter Mannesehre
09.07.2007 | 21:50 Uhr 2007-07-09T21:50:14+0200Kamen. (sw) Bis über den Tod hinaus wollte er sie besitzen. Aus diesem Grund hatte ein 41-jähriger Türke aus Kamen seine Ehefrau am 13. Januar diesen Jahres nicht nur erwürgt, sondern anschließend die Leiche auch noch sexuell missbraucht.
Seine Ehefrau hatte dem Kamener an diesem Tag gestanden, einen Liebhaber zu haben und hatte ihm eröffnet, dass sie sich scheiden lassen wolle. Das reichte dem 41-Jährigen als Mordmotiv aus. Weil er sich in seiner Ehre verletzt fühlte, brachte er seine Frau um. Der Mordprozess gegen den Kamener wurde gestern vor der großen Strafkammer des Dortmunder Landgerichts eröffnet. Obwohl es um verletzten Stolz ging, sah die Kammer zunächst einen durchaus gefassten Angeklagten vor sich. Mit ruhiger Stimme schilderte er, wie es letztendlich zu dem Mord im Januar gekommen war.
Eigentlich hätte er mit seiner Frau und seinen zwei Kindern ein völlig normales Leben geführt, begann der 41-Jährige seine Aussage. Nachdem er seine Frau 1989 in der Türkei geheiratet hatte, waren beide 1990 nach Deutschland gekommen. Bis vor zwei Jahren sei auch alles in Ordnung gewesen, berichtete er weiter. Dann hätten sie allerdings einen Internetanschluss bekommen, der das Leben des Ehepaares veränderte. Seine Frau habe oft im Internet gechattet, beklagte er. In einem dieser Chaträume hatte sie dann einen jungen Türken kennengelernt und sich in ihn verliebt. Nachdem sie im Dezember 2006 von einer Türkeireise zurückkehrte, gestand sie ihrem Mann die Affäre. Obwohl er damals schon sehr verletzt gewesen sei, habe er sich zunächst friedlich von seiner Frau trennen wollen, erzählte der Angeklagte. Trotzdem eskalierte die Situation am 13. Januar schließlich völlig.
Nachts gegen 0.30 Uhr suchte der Angeklagte das gemeinsame Schlafzimmer auf. Er wollte seine Frau überreden, mit ihm zu schlafen. Diese weigerte sich jedoch und sagte, sie liebe jetzt einen anderen Mann und wolle nichts mehr mit ihm zu tun haben. In diesem Moment sei er dann ausgerastet, sagte der Kamener. Und auch im Saal merkte man an dieser Stelle die Wut des Angeklagten. Deutlich lauter und aggressiver sagte er, sein Stolz und seine Ehre seien verletzt gewesen und deshalb habe er sich bei seiner Frau für diese Schmach rächen wollen.
Er gab zu, seine Frau erst einige Minuten mit den Händen und anschließend noch mit einem Gürtel gewürgt zu haben. Nachdem er sicher war, dass sie tot war, entkleidete er die Leiche und verging sich an ihr. Nach einem missglückten Selbstmordversuch stellte er sich der Polizei. Nachdem gestern nur der Angeklagte aussagte, werden an den nächsten Verhandlungstagen noch weitere Zeugen befragt. Der Prozess wird am Mittwoch fortgesetzt.
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