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Mord am Hellweg

Drogenanbau im Hertie-Kaufhaus

28.10.2012 | 14:31 Uhr
Drogenanbau im Hertie-Kaufhaus
Mord am Hellweg: Autor Stefan Holtkötter las am Freitagabend in der Kamener Stadtbücherei.Foto: Patrick Opierzynski

Kamen. Eine Portion Spannung, eine Prise Humor und ein Hauch Sex – das scheint ein geeignetes Rezept für Krimikurzgeschichten. Mit genau dieser Mischung unterhielt Autor Stefan Holtkötter das Publikum in seinem Beitrag „Die Heilige vom Kamener Kreuz“ zum „Mord am Hellweg VI“-Band am Freitag in der Stadtbücherei.

Sandy ist verzweifelt. Bei der Kamenerin haben sich Mietrückstände von über 3 000 Euro angesammelt. Wenn sie bis Weihnachten das Geld nicht zusammenbekommt, sitzt ihre Familie Silvester auf der Straße. Als Mitarbeiterin im schwedischen Möbelhaus Ikea ist es unwahrscheinlich in so kurzer Zeit die Mietrückstände begleichen zu können. Ihr schmieriger Vermieter kommt Sandy daher „gutmütig“ entgegen. Mit lüsternem Blick schlägt er ihr vor, in Schulmädchenuniform zu ihm zu kommen, damit er auf die 3 000 Euro verzichtet.

Heilige Barbara erscheint

Doch bevor es soweit kommt, hat ihr kiffender und Drogen vertickender Bruder Dennis die Idee. „Die heilige Barbara ist mir erschienen“, sagt er völlig zugedröhnt. Dennis interpretiert das als göttliches Zeichen und will im alten Hertie-Kaufhaus am 4. Dezember Marihuana anpflanzen. Denn der Sage der heiligen Barbara nach erblühen die Kirschzweige am Heiligabend in voller Pracht.

Leider gelingt Dennis dies mit seinen Marihuana-Pflanzen nicht. Sandy bleibt also nichts anderes übrig als in ihre alten Rollschuhe aus Teenagertagen zu schlüpfen und zu ihrem schmierigen Vermieter Jens König zu fahren. Doch kurz bevor es für Sandy ekelhaft wird, stirbt der Vermieter vor ihren Augen. Wie es dazu kommt, und wieso tatsächlich eine Barbara in der Geschichte eine große Rolle spielt, ist auf den zwölf Seiten der Kurzgeschichte in der neuen „Mord am Hellweg“-Anthologie nachzulesen.

In der Pause nach dem ersten Programmteil reichten die Gastgeberinnen von der Stadtbücherei einen Currywurst-Snack. „Das ist die beste thematische Verbindung zwischen Berlin und dem Ruhrgebiet“, findet Andrea Sternal, Leiterin der Stadtbücherei. Denn der Münsterländer Stefan Holtkötter ist seit Jahren schon Wahlberliner und für die Lesung von weit angereist. Nach dem Snack gab der Sozialpädagoge Auszüge seines neuen Kriminalromans „Düstermühle“ zum Besten. Das Publikum genießt den lockeren und authentischen Schreibstil des Autors und bedankt sich mit Applaus. Im Anschluss nahm Holtkötter sich Zeit seine Bücher zu signieren.

Kinga Golomb


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