Dortmunder Polizisten mögen Tatort-Kommissar Faber nicht
12.11.2012 | 18:10 Uhr 2012-11-12T18:10:00+0100
Kamen. Auf den ersten Blick mag es erstaunen: Kommissar Faber und der neue Dortmund-Tatort kommen nicht bei allen Dortmunder Polizisten gut an. Einige haben bei der zweiten Folge schon gar nicht mehr eingeschaltet. Aber dafür gibt es Gründe, wie Dortmunds Polizeisprecher Wolfgang Wieland erklärt.
Vergangenen Sonntag in der ARD: Zum zweiten Mal ermittelt das Dortmunder Team im „Tatort“ . Der Krimi zur besten Sendezeit prägt das Bild, das Rest-Deutschland vom Ruhrgebiet und von seiner Polizei hat. Aber: Die Arbeit der echten Dortmunder Polizei nach außen darzustellen – das ist der Job eines Kameners. Wolfgang Wieland leitet die Pressestelle des Präsidiums. Ein Gespräch mit ihm darüber, wie er denn die Dortmunder TV-Beamten findet, endet überaus flott. Denn die guckt er schon nicht mehr.
Die erste Folge hat er sich noch angesehen – nicht zuletzt, weil ihn die Schauplätze interessierten. Und selbst wenn mal die Frage außen vor bleibt, wie wirklichkeitsgetreu das denn alles sei: „Selbst unter dem Unterhaltungsaspekt“, sagt Wieland, könne ihn das Geschehen um Hauptkommissar Peter Faber nicht begeistern. Ganz im Gegenteil – Wieland erinnert sich an einen Taubenzüchter aus Folge eins, dessen „sehr aufgesetztes Ruhrpottlerisch“ ihm sauer aufstieß. „Wie der sich da einen rausgedrückt hat“ – nee, das sei nichts für ihn. Und wenn ein gebürtiger Gütersloher das schon feststellt! Der 58-jährige begann seine Laufbahn in Köln, seine Frau stammt aus Bergkamen, 1978 zog das Paar nach Kamen, weil es da eine Wohnung gefunden hatte. Er lebe gern in der Stadt, sagt Wieland – „würde aber auch woanders hin gehen“.
Dienstwaffe in der Schreibtischschublade? Das gibt's in der Realität nicht
Und es gibt noch einen in der Dortmunder Polizei-Pressestelle, der täglich von Kamen aus zur Arbeit in die Nachbarstadt pendelt: Kim Ben Freigang. Anders als sein Chef Wieland wuchs der 41 Jahre alte Beamte in Kamen auf – und anders als Wieland hat Freigang auch den zweiten „Tatort“ aus Dortmund über sich ergehen lassen. „Sehr verhaltensoriginell“, lautet Freigangs diplomatisches Urteil über den Krimi-Kommissar Faber . Ungewöhnliche Charaktere gebe es zwar auch unter den real Dienst tuenden Kollegen – aber derart durchgeknallt wie auf dem Bildschirm? Eher nicht. Dass ein Ermittler, der zwischendurch immer mal vom nächstbesten Dach springen möchte, der Dramaturgie geschuldet ist, lässt der Polizeisprecher dabei noch durchgehen.
Als Kommissar Peter Faber steht Jörg Hartmann seit diesem Jahr im Dortmunder Tatort vor der Kamera. Dass sein Charakter von vielen Zuschauern als unsympathisch wahrgenommen wird, findet er "erstaunlich". Faber sei eben kein "Publikums-Umarmer". Ein Interview.
Den Kopf schüttelt er dann aber spätestens, wenn der TV-Polizist einen Zeugen beleidigt oder eine Beamtin ihre Dienstwaffe aus der Schreibtischschublade holt, wo sie vermutlich zwischen Kugelschreibern und einem vergessenen Butterbrot auf ihren Einsatz gewartet hat. Tatsächlich, damit das klar ist, liegt solch eine Waffe auf dem Dortmunder Polizeipräsidium da, wo sie hin gehört: In der Waffenkammer. Weggeschlossen.
Unfälle mit Todesopfern sind nicht witzig
Und klar ist natürlich auch: Der Alltag im Gebäudekomplex an der Markgrafenstraße in Dortmund ist nicht so aufreibend wie der im „Tatort“. Wenn Wieland, Freigang oder ihre Kolleginnen und Kollegen aus der Pressestelle auf dem Bildschirm auftauchen – oft ist das im Regionalfernsehen des WDR der Fall –, „dann ist alles ungeschminkt und natur“, lacht Freigang. Der muss zum Beispiel vor die Kamera, wenn es im Autobahnkreuz gekracht hat. Er gibt zu: „Etwas knöchern“ könne das wirken. Aber wen wundert’s: Es ist eben weder witzig noch besonders spannend noch sonst wie unterhaltsam, wenn sich einer hinstellt und erklären muss, da und da hat es einen üblen Unfall gegeben – im schlimmsten Fall mit Todesopfern.
Und bei welchem „Tatort“ entspannen sich die Dortmunder Polizeisprecher am liebsten? Wieland und Freigang sind sich einig: Münster. Der nehme sich nicht so ernst, wirke eher ironisch. Das richtige (Polizei-) Leben ist ja hart genug.
17:09
"Wieland erinnert sich an einen Taubenzüchter aus Folge eins, dessen „sehr aufgesetztes Ruhrpottlerisch“ ihm sauer aufstieß" - Tja, und das ist also der Polizeisprecher von Dortmund. Recherche und Ermittlung sind sein Ding offenbar nicht. Hat wohl in seiner Jugend nicht genug ??? gelesen oder gehört. Sonst hätte er sich ja mal schlau gemacht und festgestellt, dass dieser Taubenzüchter kein Geringerer ist als der gebürtige Essener Uli Krohm, ausgebildet an der Folkwangschule. Also ein Urgestein des Ruhrgebiets. Eine verdiente Größe aus regionalen Schauspielkreisen.
Wenn Herr Wieland immer mit soviel Unwissen vor die Mikrophone tritt, dann ist er im echten Dortmunder Tatort eine absolute Fehlbesetzung.
03:07
@ #36 Was meinen Sie denn mit Tiefgang beim Tatort aus Dortmund? Meinen Sie damit, dass er in die Kanalisation gespült werden sollte? Dann kann ich Ihnen nur zustimmen.
11:13
Gab es doch alles schon mal.
Vor 30 Jahren trat ein gewisser Kommissar Schimanski seinen Dienst an.
Die gleichen Meinungen wie heute machten die runde.
Die Duisburger Polizei schreite auf, die Stadt Duisburg ebenso.
Usw.
Die Gesellschaft hat sich kein bisschen verändert !
10:15
Mein Gott. Der Tatort ist doch kein Dokumentarfilm. Wenn ich sonntags abends was authentisches, informatives sehen möchte, schalte ich auf Poenix. Ein Krimi soll unterhalten und nicht die Realität darstellen. Und am Dortmunder Tatort gefällt mir, dass er Witz, aber auch Tiefgang hat. Er könnte in Zukunft nur etwas spannender sein.
08:29
Wenn Herr Wieland hier im Interview den „päpstlichen Papst“ gibt (geben muss) entspricht das auch nicht der Realität. Wenn nach einem Unfall auf der Autobahn mit einem Toten von den Polizisten nach der „Speckkiste“ gerufen wird (selbst gehört, gemeint war ein Sarg) ist das sicher auch am Rande des Makaberen. Aber ohne derartige Verdrängung wäre wohl Vieles an dem Job nicht langfristig zu ertragen.
Und wenn (in einer der ersten Folgen war es glaube ich) im Münsteraner Tatort zum Geburtstag eine Leiche mit Kerze im Hintern durch die Pathologie gerollt wird schreit auch keine Gerichtmedizin dieser Welt auf.
Die Frage ist, ob man überhaupt den Polizei-Job „realitätsnah“ sehen möchte. Ich glaube, ich nicht. Und von daher nerven die ewigen Begutachtungen über (fehlende) Realitäten mittlerweile gewaltig. Es ist und bleibt - ein Film.
Ich fand den 2. Teil – wider Erwarten – gut.
08:19
Wenn Herr Wieland hier im Interview den „päpstlichen Papst“ gibt (geben muss) entspricht das auch nicht der Realität. Wenn nach einem Unfall auf der Autobahn mit einem Toten von den Polizisten nach der „Speckkiste“ gerufen wird (selbst gehört, gemeint war ein Sarg) ist das sicher auch am Rande des Makaberen. Aber ohne derartige Verdrängung wäre wohl Vieles an dem Job nicht langfristig zu ertragen.
Und wenn (in einer der ersten Folgen war es glaube ich) im Münsteraner Tatort zum Geburtstag eine Leiche mit Kerze im Hintern durch die Pathologie gerollt wird schreit auch keine Gerichtmedizin dieser Welt auf. Also bitte nicht mit 2erlei Maß werten.
Die Frage ist, ob man überhaupt den Polizei-Job „realitätsnah“ sehen möchte. Ich glaube, ich nicht. Und von daher nerven die ewigen Begutachtungen über (fehlende) Realitäten mittlerweile gewaltig. Es ist und bleibt - ein Film.
Ich fand den 2. Teil – wider Erwarten – gut.
07:32
im allgemeinen sind mir zu viele neue Tatort Kommissare zu psychisch gestört es sollte mehr Kommissare geben die mit Humor ermitteln
07:28
.. völlig zurecht !
Natürlich haben Tatort-Produktionen, genau so wie andere, nicht viel mit der Realität zu tun.
Wer Tatort generell nicht mag, der möge doch lieber Alarm für Cobra 11 oder anderen niveaulosen Quark bei RTL & Co schauen.
Die meissten Tatort Serien, vor allem die Älteren, bestechen eher durch eine gute Handlung (wenn auch vorhersehber) und vor allem : gute Schauspieler !!!
Genau das ist bei dem Dortmunder Team nicht im Ansatz gegeben.
Eine Komissarin die zu 90% nur das Handy in der Hand hat und die anderen 10% mit nem Callboy im Bett liegt, 2 junge Nachwuchsschauspieler mit GZSZ-Niveau die ihren Text scheinbar ablesen, und das auch noch völlig schlecht.
Dann der Psychocop, völlig übertrieben und realiltätsfremd, würde besser ins RTL Abendprogramm passen.
Und besonders schlimm ist die Tatsache, dass dieses Team als Nachfolger für Schimanski gehandelt wird !!!!???
Verglichen mit den alten Schimanski Tatorten sind die Dortmunder ganz ganz großes Bahnhofskino.
Das schließe ich mich an, so ähnlich hätte ich es auch geschrieben.
Ganz meiner Meinung!!!
23:40
Die Macher des Dortmunder Tatorts meinen ganz besondere Filmwerke zu schaffen.
Heraus kommt Schrott.
22:28
Wenn man alle Toten in deutschen Krimis seit Einführung des flächendeckenden Fernsehempfangs zusammenzählt, müssten in Deutschand schon ganze Landstriche entvölkert sein. Also egal ob Tatort, Polizeiruf 110, Derrick und wie sie alle heißen: Märchen für Erwachsene...