Das lange Warten auf den Gelben Container
30.10.2012 | 10:33 Uhr 2012-10-30T10:33:00+0100
Unna. Ein Unnaer Unternehmer wartet seit Juni auf einen 1100-Liter-Container, in dem er die Wertstoff-Abfälle seiner Baguetterie sammeln kann. Beinahe wäre er bis Dezember vertröstet worden.
Rot wie der Zorn und grün wie die Hoffnung – Nikolaos Ganas’ Gefühle haben alle Farbschattierungen durchgemacht. Und alles wegen der Gelben Tonne. Fast fünf Monate wartet der Baguetterie-Betreiber nun schon auf einen Behälter, der seinen geschäftlich anfallenden Wertstoffen Herr werden könnte.
Beantragt habe er einen „Eins-Einser“, so die Kurzform des 1100-Liter-Containers, bereits im Juni. Am Montagmorgen vertröstete die ausliefernde Gesellschaft für Wertstoff- und Abfallwirtschaft des Kreises (GWA) ihn um weitere vier Wochen.
Bis der Geduldsfaden reißt
Beim inzwischen vierten Kontakt riss Niko Ganas der Geduldsfaden. „Dann hätte ich den Container vermutlich als Weihnachtsgeschenk erhalten“, sagt er. Aus dem Griechen spricht Galgenhumor.
Nun weiß Ganas sich zu helfen. Gelbe Säcke, die nach der Umstellung auf die Tonnen im Juni eigentlich Auslaufmodelle sind, hortet der Unternehmer inzwischen wie Fort Knox die US-Goldreserven. Als ihm die Müllwerker jüngst aber signalisierten, die Säcke bald nicht mehr zu entsorgen („Es gibt ja die Tonnen“), da wäre ihm doch beinahe der Kragen geplatzt.
Die Chronologie der Anrufe:
1 Anruf im Juni
Da wurde Ganas prompte Lieferung eines Containers bis August avisiert.
2 Anruf im August
Da wurde wegen Lieferengpässen um Geduld gebeten.
3 Anruf zu Beginn der Herbstferien
Da wurde die Lieferung des 1100-Liter-Containers binnen 14 Tagen, spätestens zum 26. Oktober, zugesagt.
4 Anruf gestern
Da gab es die Auskunft samt Bitte um Entschuldigung, dass alle Anfragen aus dem Archivsystem der GWA gelöscht worden seien. Die „neue“ Anfrage werde vermutlich binnen vier Wochen bearbeitet.
Auf Anfrage unserer Redaktion bei der GWA geht es dann doch schneller. Nikolaos Ganas werde noch „innerhalb dieser Woche“ einen Container bekommen, versprach Pressesprecher Andreas Hellmich. Die Verzögerung sei „zu bedauern“, Ganas’ Schilderung der Anfragen treffe im Wesentlichen zu und sei kein Einzelfall. Erstmals vermerkt worden sei seine Anfrage am 5. Juli.
Tatsächlich sei die Umstellung von Gelben Säcken auf Tonnen und Container nicht reibungslos verlaufen. Das sei aber bei der Fülle von auszuliefernden Behältern nicht zu erwarten gewesen, sagte Hellmich. Die GWA hatte etwa 87 000 Gefäße auszuliefern. Hinzu kommen Änderungswünsche, also wenn Haushalte oder Gewerbetreibende größere oder kleinere Tonnen orderten – beziehungsweise eine zusätzliche.
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