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Burgmänner verteidigten die Stadt

09.10.2012 | 18:25 Uhr

Gertraud Bungter-Striepens lebt gerne am Reckhof nah dran am Geschehen der Innenstadt. Vermutet hat sie schon, dass der wie der Edelkirchenhof geschichtsträchtig sein könnte. Sie bat unsere Redaktion um Klärung und die ließ sich mit Hilfe von Klaus Holzer und der Stadtführergilde beibringen. Kamens Burgmänner verhalfen beiden Straßen zu ihrer Bezeichnung.

Adelsfamilien wechselten sich ab

Verteidigungssitze an den Stadttoren

Die Burgmannen wurden vom Grafen von der Mark aus umliegenden Siedlungen gerufen,u.a. von Haus Böing und Haus Reck.

Sie mussten Verteidigungs- und Kriegsdienste leisten. Über das Dienstgut, meist an einem Stadttor gelegen, konnten sie im Laufe der Zeit frei verfügen. Wälle des Galenhofs wurden erst 1898 eingeebnet.

Der Hering- oder Haringhof, später Edelkirchenhof, östlich des Westentores, nördlich der Weststraße gelegen, war ursprünglich ein Lehnsgut der Grafen von der Mark. Aufgabe des Hofes und der mit ihm belehnten Burgmänner war es, das Westentor zu bewachen.

Er wurde Anfang des 14. Jahrhunderts erbaut. Von 1368 bis 1700 wurde es durch die Familie von Freisendorf, ab 1462 durch die Familie von Edelkirchen bewirtschaftet. Um 1900 gehörte es Abraham Jacobi, einem jüdischen Viehhändler aus der Weststraße. 1912 wurde das Haus abgerissen. Danach wurde das Gelände als Viehweide genutzt. Der Edelkirchenhof bekam eine gewisse Berühmtheit, als Rosa Luxemburg hier auf einem Leiterwagen eine Rede hielt.

Auf dem Gelände des jetzigen Parks stand früher die Burg. Beim Neubau eines Hauses in den zwanziger Jahren fand man Reste der Burgmauer. Vorgänger der heutigen Anlage war ein 1926 nach geometrischen Mustern angelegter Park. Bei dieser Gelegenheit entstand eine neue Parallelstraße zur Kämerstraße – die Straße „Am Reckhof“.

Geschlossene Gesellschaft

Gertraud Bunkter-Striepens aus der Straße Reckhof wohnt am Reckhof. Sie mag besonders das parkähnliche Umfeld.Foto: Klaus Hartmann

Der Reckhof, auch Reck-Palandscher Hof, schloß direkt östlich an den Haringhof an und lag westlich der Kämerstraße/Ecke Westenmauer. Er diente dem Schutz des Kämertores. Die Burg wurde Anfang des 14. Jahrhunderts gebaut. 1925 erwarb die Stadt sie und ließ sie abreißen.

In diesen Hof zogen Mitglieder der Familie von der Recke 1250 nach ihrem Auszug aus der Grafenburg ein, nachdem diese von Engelbert I., Graf von der Mark, übernommen worden war. Die Familie von der Reck zur Horst verkaufte es um 1462 an die von Palandt. Um 1840 wurde das zugehörige Gelände Weideland. Um 1840 gehörte es einem Gerhard von Weeren (eigentlich „Werne“), dann Bleckmann, dann Alexander Koepe, der es als Viehweide nutzte. Sein Bauernhof lag dort, wo bis vor kurzem KiK einen Laden betrieb. Dahinter gab noch keine Bebauung. Der Edelkirchenhof war Viehweide.

Die genannten drei Familien hatten enge Verbindung, kleine Städte bildeten geschlossene Gesellschaften. Eine Tochter des Gerhard von Weeren (der Name ist noch erhalten in der Weerenstraße zwischen Markt und Weststraße) heiratete den Lehrer und Kantor Bleckmann, dessen Tochter Anna 1878 den Wilhelm Alexander Koepe heiratete. Die Koepes waren eine alte Kamener Familie, die durch Bierbrauen und Schnapsbrennen reich geworden war. Der Koepeplatz erinnert an sie.

Der Ursprung der Dynastie von der Recke liegt in Lerche auf dem Hofe Stam, der bereits 1392/93 in den ältesten Lehnbüchern der Grafschaft Mark erwähnt wird.

Klaus Holzer und Klaus-Peter Wolter


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