Bürgerbüro plant für neuen Perso
07.09.2010 | 17:04 Uhr 2010-09-07T17:04:00+0200
Holzwickede. Eines steht fest: Mit der Einführung des neuen Personalausweises wird es einen Ansturm geben. Ob auf das alte Dokument oder das neue im EC-Karten-Format, das weiß Andreas vom Lehn vom Bürgerservice der Gemeinde noch nicht so genau. „Wir bekommen auf jeden Fall mehr zu tun“, sagt er.
So viel ist aber klar: Ab dem 1. November kann im Bürgerbüro die „Perso-Karte“ beantragt werden. Der scheckkartengroße Ausweis enthält einen Chip, der neben dem biometrischen Abbild des Eigentümers und seinen Fingerabdrücken auch eine elek-tronische Signatur enthält. Diese Daten sind verschlüsselt gespeichert und können per Funk ausgelesen werden.
„Sinn des Ganzen ist unter anderem, dass man sich als Kunde bei Online-Einkäufen oder dem Kontakt mit Behörden als Absender identifizieren kann“, erklärt vom Lehn. Das soll Zuhause mit Lesegeräten passieren, die am Computer angeschlossen werden.
Ob das so klappt, wie vom Bundesinnenministerium geplant, ist aber noch nicht sicher. „Das Verfahren ist sicherheitstechnisch noch kritisch, denn der Chaos-Computer-Club hat es geknackt.“ In der Tat haben Hacker die Perso-Daten sowie die PIN-Nummer des Benutzers auslesen können. Das funktionierte, weil bei den Basis-Lesegeräten die Identitätsnummer (PIN) direkt über den PC und nicht über eine Tastatur am Lesegerät eingegeben wird – und ein durch Viren manipulierter Computer diese an Dritte weiterschicken kann.
Mit den neuen Funktionen steige auch der Beratungsbedarf der Bürger. „Den alten Personalausweis zu beantragen dauert bei uns fünf bis zehn Minuten, je nachdem welche Fragen die Leute noch haben“, sagt vom Lehn. „Künftig wird es sicherlich doppelt so lange dauern. Sicherlich auch, weil uns der Bürger bei den neuen Funktionen ein Loch in den Bauch fragt.“ Damit die drei Mitarbeiterinnen im Bürgeramt auch auf alle Fragen die passenden Antworten parat haben, sind für sie noch EDV- und rechtliche Schulungen angesagt – wie am heutigen Mittwoch, an dem das Bürgerbüro zumindest für Ausweis-Angelegenheiten geschlossen bleibt.
Fast 2.000 Ausweise, davon 150 für junge Leute unter 24 Jahren gehen pro Jahr im Bürgerbüro über den Tisch. Die Wartezeit für den Ausweis von der Bundesdruckerei lag bislang bei zwei bis drei Wochen, „wie lange es künftig dauert, wird sich noch zeigen.“
Neue Geräte, um die Ausweisdaten auszulesen, und die dazugehörige Software stünden schon bereit. Neu ist auch, dass das biometrische Passfoto vom Fotografen per Mail an die Behörde geschickt werden kann. „Das kann jedenfalls unser Programm, doch ob wir das auch machen, steht noch nicht fest – das entscheiden wir kurzfristig“, erklärt vom Lehn. Mit dem Arbeitsaufwand für seine Mitarbeiter steigt auch der Preis des neuen Personalausweises. Von 8 auf 28,80 Euro. „Ich gehe davon aus, dass da der ein oder andere Diskussionsbedarf hat, aber da gibt’s keinen Handlungsspielraum – die Gebühren werden uns vorgegeben.“ Einen Tipp kann jedoch Sparfüchsen weiterhelfen: Die Ausstellung des alten Ausweises kostet eine leicht erhöhte Bearbeitungsgebühr von 13 Euro, wenn das vorige Dokument noch nicht erneuert werden muss, ein neuer alter Ausweis aber vorzeitig beantragt wird.
18:18
Ich würde mein Passfoto auch am liebsten digital abgeben. Dann könnte man sein Foto auch viel einfacher selber machen. Digitalkameras hat ja jeder zuhause. Und man kann das Bild auch kostenlos an die biometrische Schablone anpassen, z.B auf http://www.persofoto.de. Eine Email und die Sache wäre erledigt,
14:27
Nicht aufregen ....
Solange wir Bürger keine leistungsgerechte Bezahlung bei unseren Angestellten (vulgo Beamten) durchsetzen, bleibt in der dt. Amtsstube alles, wies ist.
Der Leidensdruck beim Kunden (vulgo Bürger) ist wohl bisher nicht hoch genug .... wird er aber noch.
Das Berufs-Beamtentum ist zwar noch (!) nicht tot, riecht aber schon streng.
23:43
„Wir bekommen auf jeden Fall mehr zu tun“, sagt er
Das ist ja schrecklich, dann müssen einige der Staatsangestellten ja wirklich zwischendurch mal arbeiten!
„Das kann jedenfalls unser Programm, doch ob wir das auch machen, steht noch nicht fest – das entscheiden wir kurzfristig“, erklärt vom Lehn
Richtig, das wäre ja auch Unfug, ein digital geschossenes Bild direkt zu Nutzen. Besser ist das Bild drucken zu lassen, im Bürgerbüro dann wieder einzuscannen und weiterzuleiten. Es muss ja schließlich genug Arbeit für alle Planstellen geben. Wäre ja schrecklich, wenn man auf einmal effizient arbeiten müsste und Prozesse transparent würden..und ja nicht den techischem Fortschritt Tür und Tor öffnen - alles muss so bleiben wie es immer war, schließlich kann man ja nicht erwarten, dass Beamte über 40 mit dem Computer umgehen müsten. Dafür müssten sie sich ja weiterbilden, womöglich sogar noch neben der Arbeitszeit - sowas gibt es doch nur in der Industrie...