Bayer Schering feiert Geburtstag
13.09.2010 | 17:20 Uhr 2010-09-13T17:20:00+0200
Bergkamen. Der größte Arbeitgeber und der größte Ausbildungsbetrieb in der Stadt Bergkamen feiert Geburtstag. Denn am 13. September 1960 - vor genau 50 Jahren - wurde die Schering AG in das Handelsregister als neuer Eigentümer des Chemie-Standortes Bergkamen eingetragen.
Die unsichere politische Lage im damals geteilten Berlin bescherte dem damaligen Kohlestandort Bergkamen ein neues industrielles Standbein. Und was für eines. Dr. Hartmut Klusik, Vorstandsmitglied der Bayer Health Care AG, bescheinigte am Montag beim Festakt den Bergkamener Mitarbeitern, dass sie nicht unerheblich an dem weltweiten Erfolg des Bayer Konzerns beteiligt seien, dem die einstige Schering AG seit vier Jahren angehört.
Der Erfolg des Bergkamener Werkes, in dem die Wirkstoffe für die Anti-Baby-Bille und Röntgenkontrastmittel hergestellt werden, sorgte - trotz aller Hochs und Tiefs in den fünf Jahrzehnten - für ein ungeheures Selbstbewusstsein an dem Standort in der „westfälischen Provinz“, der in der Konzernzentrale in Berlin durchaus öfters für Irritationen sorgte, berichtete Werkleister Dr. Franz Josef Renneke schmunzelnd, der 1986 selbst von Berlin ins Bergkamener Werk wechselte.
Ohnehin gab es gestern beim Festakt die ein oder andere Schmonzette zu hören. Lediglich die kurzfristige Absage des neuen NRW-Wirtschaftsministers Harry Kurt Voigtsberger („Termingründe“) sorgte für eine ganz kurze Verstimmung bei den Bayer Schering-Verantwortlichen.
Sonst gab es keine Absagen. Weit über hundert Gäste - fast ausschließlich würdig gekleidete Herren aus Politik und Verwaltung, von Genehmigungsbehörden, IHK und auch aus dem Konzern selbst - nahmen am Festakt im Rathaus teil, dem sich eine Führung durch das benachbarte Bayer Schering Werk anschloss. Gerade frühere Mitarbeiter nahmen das Angebot wahr, sich die Veränderungen anzusehen. Ihnen und den aktuellen Mitarbeitern galt vor allem der Dank der Geschäftsleitung. „Sie haben alles richtig gemacht und Bergkamen zu einer modernen und außerordentlich dynamischen Produktionsstätte gemacht“, lobte Dr. Klusik.
Er verhehlte aber auch nicht, dass es im Laufe der Jahre auch Probleme gab. Etwa 1992, als die Industriechemie-Sparte verkauft wurde und viele Arbeitsplätze abgebaut wurden. Und auch 2006 gilt als Einschnitt, als der traditionsreiche Name Schering aufgegeben und der Bergkamener Standort ein Teil des Bayer-Konzerns wurde. Diesmal ohne Einschnitte am Standort Bergkamen. Schließlich habe Bergkamen „beachtliche Qualitäten“, lobte Dr. Klusik.
Dennoch werde gerade das Pharmageschäft nicht leichter“, warnte Klusik, räumte aber auch ein, dass die Weltbevölkerung immer älter und auch immer mehr werde. „Diese Menschen wollen alle eine gute medizinische Versorgung.“ Wenn der Bayer Konzern, also auch der Bergkamener Standort, sich nicht auf seinen Erfolgen ausruhe, werde man sich auch in der Zukunft als starkes Unternehmen präsentieren können.
TAG DER OFFENEN TÜR
Bayer Schering Pharma möchte auch mit den Nachbarn - also den Bergkamener Bürgern - seinen Geburtstag feiern. Dazu wird am Samstag (18.) von 10 bis 15.30 Uhr zu einem Tag der offenen Tür eingeladen. Ab 18 Uhr findet ein Nachbarschaftsfest, unter anderem mit DSDS-Gewinner Mehrzad Marashi, statt.
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