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„Auf der Bredde“ herrscht dicke Luft

25.06.2012 | 17:30 Uhr
„Auf der Bredde“ herrscht dicke Luft

Hengsen. In Höhenlagen wird Luft in der Regel dünner. In Hengsen herrscht rund um das Bebauungsgebiet „Auf der Bredde“ allerdings dicke Luft – sogar bei den Anwohnern, die nicht im geplanten Luxus-Areal, sondern nur daneben wohnen. Die geplante Verkleinerung der noch nicht verkauften Grundstücke, passt den Häuslebauern gar nicht.

Die verbaute Aussicht

„Es verändert hier die Situation komplett“, sagt eine Bewohnerin des Edel-Baugebietes (Name der Redaktion bekannt). Sie ist enttäuscht von den leeren Versprechungen der Gemeinde. „Uns wurde vor Jahren auch zugesichert, die Sicht ins Ruhrtal werde nicht genommen.“ Nun sei dort ein Wald angepflanzt worden, auf einem Grundstück, das der Gemeinde nicht gehöre und die deswegen darauf keinen Einfluss habe. „Kommen jetzt von hinten noch Doppelhäuser auf verkleinerte Grundstücke, werden wir von beiden Seiten drangsaliert“, findet die Frau. Auch die Familien an der Schwerter Straße, die direkt neben dem noch unbebauten Landstreifen wohnen, seien stinksauer. Ihnen sei vor Jahrzehnten zugesichert worden, ihr Blick ins Tal werde nicht genommen. Dann kam das Baugebiet „Auf der Bredde“ und nun noch Doppelhäuser. „Die kann man auch nicht so planen dass noch Sicht-Gassen bleiben.“

Das Rummel-Problem

Ihr Nachbar wird deutlicher. „Baudreck, Terror, Lärm – wir haben Südseite und würden von dem Desaster zwar nur am Rande etwas mitbekommen“, sagt er. Der Weg könne aber nicht sein, dass über die Köpfe der Anwohner entschieden werde, nur weil es der Gemeinde so passe. „Da muss man ein Gespräch suchen.“ Seine Frau erklärt: „Wir sind hier hingezogen, weil es anfangs nur elf Grundstücke waren. Vorher wohnten wir am Breiten Weg und wollten hier den Rummel loswerden.“ Doppelt so viele Parteien auf den halbierten Grundstücken bedeute mehr Autoverkehr, mehr Lärm, mehr Kinder. „Wobei Kinder nicht schlimm sind – wir haben auch die Grundschule hier, das wussten wir“, sagt die Anwohnerin. Für das Paar besonders ärgerlich: „Wir wollten damals auch nur eine Hälfte des Grundstückes kaufen.“ Jetzt müsse es auch bei der Parzellengröße bleiben.

Unattraktive Schotterstraße

Dass sich kein Käufer für die XXL-Grundstücke finde, habe auch mit dem Erscheinungsbild des Areals zu tun, finden die Anwohner. „Wenn das hier ein gehobenes Gebiet werden soll, muss man es auch so behandeln. Ein Auto wasche ich auch, bevor ich es veräußere.“ Dazu gehöre etwa, die Schotterstraße fertig zu stellen. „Jetzt schreckt es doch Käufer nur ab, eben weil sie seit sechs Jahren schon ein Provisorium ist.“

Provozierter Rechtsstreit

Sollte der Rat heute beschließen, die Grundstücke zu parzellieren, werden die Anwohner ihre Anwälte einschalten. „Man muss da prüfen, ob Vertrauensschutzgesichtspunkte greifen“, sagt Baurechts-Professor Hans Jarass von der Uni Münster auf Anfrage unserer Zeitung. Es sei eine umfassende Abwägung im Einzelfall erforderlich. „Die Haushaltssicherung der Gemeinde oder dass sie Geld verdienen will, spielt dabei aber keine Rolle.“ Ein legitimer Grund sei hingegen, wenn die Gemeinde Baugebiete stärker verdichten und Freiflächen reduzieren möchte.

Ruben Schulte

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Kommentare
27.06.2012
09:44
ich kanns verstehen ...
von Visionaer | #1


Ich hätte an Stelle der "Erst-Käufer" längst das Anwalts-Verzeichnis auf dem Tisch und den Hörer in der Hand, denn ..

es kann nicht sein, dass sich unsere meist herzlich uninformierten und bei strategischen Entscheidungen mit traumwandlerischer Sicherheit daneben liegenden Damen und Herren der Lokal-Politik die Dinge immer wieder so hindrehen, wie es Ihnen gerade passt.

Strategische Entscheidungen wie die Parzellierung von "Luxus-Grundstücken" auf der Bredde" sind frühzeitig mit allen direkt Betroffenen und vor allem mit "Fachleuten" abzuklären. Dann klappts auch mit dem Nachbarn ....

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