Zwei Pferde tot - Dramatische Zustände auf Reiterhof in Bad Sassendorf

Zwei ausgehungerte Pferde auf dem Reiterhof bei Bad Sassendorf mussten eingeschläfert werden.
Zwei ausgehungerte Pferde auf dem Reiterhof bei Bad Sassendorf mussten eingeschläfert werden.
Foto: Kreisveterinärdienst Soest
Was wir bereits wissen
Die dramatischen Zustände auf einem Reiterhof in Bad Sassendorf haben zwei ausgehungerte Pferde nicht überlebt. Sie mussten von Tierärzten eingeschläfert werden.

Bad Sassendorf.. Nachdem einem Gestüt in Bad Sassendorf 87 Pferde wegen Vernachlässigung entzogen worden sind, steht nun fest: Zwei der Tiere haben nicht überlebt. Ein Pony-Wallach und ein Friesen-Wallach, beide rund 20 Jahre alt, mussten von Tierärzten aufgrund ihres schlechten Zustandes eingeschläfert werden. Um ihren Zustand beweissicher zu dokumentieren, hat man sie zur pathologischen Untersuchung nach Arnsberg gebracht.

Hungerzustand hat zum Tod der Pferde beigetragen

„Wir gehen davon, dass der Hungerzustand zum Tod beigetragen hat“, sagt Wilfried Hopp, Leiter des Kreisveterinärdienstes. Die beiden alten Tiere habe die Vernachlässigung wohl noch stärker getroffen als jüngere. Sie hatten sich vermutlich völlig entkräftet hingelegt und konnten nicht mehr auf die Beine gebracht werden.

Tierquälerei Der Veterinärdienst hatte den Hof in Bad Sassendorf schon seit über zwei Jahren im Blick. Bei der letzten Kontrolle sei jedoch alles einwandfrei gewesen, betont Wilhelm Müschenborn, Sprecher des Kreises Soest. „Wir gehen deshalb davon aus, dass sich die Situation auf dem Gestüt in den letzten vier bis sechs Wochen dramatisch zugespitzt hat.“ Müschenborn sprach in den Medien von "extremen Zuständen", die er so auch noch nie im Kreis Soest erlebt habe.

Nach dem Tod einer älteren Schimmelstute am 6. März war der Reiterhof erneut untersucht worden. Man fand dort völlig abgemagerte Pferde in schlechtem Pflegezustand vor. Weil die Halter (ein Ehepaar) der Anordnung, einen ausreichenden Futtervorrat vorzulegen, die Ställe auszumisten und die Pferde zu füttern, nicht nachkamen, wurden die Tiere einen Tag später beschlagnahmt.

Kreis stellt Strafanzeige gegen die Pferdehalter

Der Veterinärdienst hat Strafanzeige gestellt, ein Verfahren zur Tierhaltungsuntersagung gegen die Pferdehalter läuft. Die ausgehungerten Tiere werden vorerst von Besitzer eines Nachbarhofes versorgt. Es kann ein halbes Jahr dauern, bis alle Pferde wieder gesund gepflegt sind.