Zur Meinungsbildung

Im Internet wird viel über die Mohammed-Karikaturen des Satiremagazins „Charlie Hebdo“ diskutiert. So sagen die einen: „Die sind viel zu beleidigend, so etwas darf nicht abgedruckt werden.“ Die anderen sind aber der Meinung, dass „das doch Pressefreiheit“ sei.


Nun wird das Magazin heute in Deutschland erscheinen und in vielen Städten ist der Andrang groß. Viele wollen das Heft haben. Zu Recht wie ich finde. Klar, ein Teil der Menschen kauft das Heft aus Sensationslust, weil es jeder macht. Meine Freundin nannte das makaber: „Mordsgeschäft.“ Das ist mir bewusst. Trotzdem finde ich es wichtig, mal einen Blick in das Heft zu wagen. Worüber wird da eigentlich so heiß diskutiert? Und was habe ich für eine Meinung dazu?


Meine Meinung ist nämlich, dass zu viele Menschen mitreden, die noch nie einen Blick in das Heft geworfen haben, gar nicht mitreden können. „Charlie Hebdo“ jetzt zu kaufen, grenzt zwar an Sensationslust, hilft aber auch, sich eine Meinung zu den Geschehnissen zu bilden und fundiert mitdiskutieren zu können. Und wenn nur einige, die das Heft aus bloßer Neugier kaufen, sich eine Meinung bilden können, dann hat sich der Kauf doch schon gelohnt, denn das ist Sinn und Zweck der Presse.