Zukunft der Schützenbruderschaft Niederbergheim ungewiss

Schützen Niederbergheim
Schützen Niederbergheim
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Was wir bereits wissen
Es war keine gewöhnliche Generalversammlung, zu der die Niederbergheimer Schützen am Sonntag zusammen kamen: Es ging um nicht weniger als um die Zukunft ihrer Schützenbruderschaft.

Niederbergheim.. Zwar wurde die Auflösung der Kompanien aufgrund von zahlreichen Einwänden zunächst um ein Jahr verschoben, doch Oberst Franz-Josef Schröer betonte: „Ohne neue Freiwillige werden wir um diesen Schritt nicht herum kommen.“

Unter dem Tagesordnungspunkt neun kündigte er das an, was bereits in der Einladung angekündigt war: Das Auflösen der Kompanien. „Ehrenamtliches Engagement ist mehr, als nur anderen helfen. Aber leider kann ich davon wenig spüren“, betonte er. Nach der Nordkompanieversammlung im Dezember blieben zwei Stellen im Vorstand unbesetzt. Zusammen mit den Rücktritten im Geschäftsführenden Vorstand machten das fünf unbesetzte Stellen im Vorstand. „Alle Arbeiten sind eminent wichtig für das Überleben unserer Schützenbrüderschaft, doch wir finden einfach keine Freiwilligen mehr“, fügte Schröer hinzu.

Nach den Ausführungen des Obersts meldeten sich viele Schützenbrüder zu dem Problem und waren sich nicht in allen Punkten einig: „Die Kompanien gibt es jetzt 33 Jahre, wollen wir das wirklich einfach so beenden?“, hieß es von der einen Seite, aber auch Befürworter des Planes waren unter den Anwesenden: „Ohne Leute geht es nicht mehr anders, wir können das nur schaffen, wenn wir die Kompanien auflösen.“ Außerdem wurde der Geschäftsführende Vorstand darauf hingewiesen, dass das Auflösen der Kompanien nur im Zuge einer Satzungsänderung möglich sei und dies an diesem Tag nicht gemacht werden könne.

Königsoffiziere nicht vollständig

Als es zu den Vorstandswahlen kam, wurde sehr schnell deutlich, dass es zu wenige Leute gibt, die im Vereinsleben noch aktiv teilnehmen wollen. Für das Amt des Geschäftsführers wurde Sascha Franke für weitere vier Jahre einstimmig gewählt. Da Norbert Rusche das Amt des Schriftführers nicht weiter bekleiden kann, wurde Peter Raab vom Vorstand vorgeschlagen und von der Versammlung für die restlichen drei Jahre gewählt. Als Adjutant scheidet Siegfried Arens aus seinem Amt und Markus Ertelt wird für zunächst drei Jahre dieses Amt übernehmen.

Die Ämter der Königsoffiziere konnten nicht vollständig besetzt werden. Michael Schrewe wird in seiner dritten Amtszeit Königsoffizier, doch für Thomas Berlinghoff konnte bisher noch kein Ersatz gefunden werden und das Amt bleibt daher unbesetzt. Die Königsfahne tragen weiterhin Peter Bathe, Jörg Winnig und Markus Berlinghoff. Für den Norden wurden als Fahnenoffizier Konstantin Ebers und als Fähnrich Maurice Heimüller gewählt.Die Versammlung einigte sich darauf, die unbesetzten Posten zunächst provisorisch oder gar nicht zu besetzen und den Plan der Satzungsänderung bis zur Generalversammlung 2016 noch einmal zu überarbeiten. Im nächsten Jahr soll weiter darüber diskutiert werden, denn Oberst Franz-Josef Schröer fügte weitergehend hinzu: „Wenn ihr nicht bereit seid, solche Aufgaben zu übernehmen, dann sehe ich schwarz für unsere Zukunft.“

Zuvor hatte bereits Pastor Raul van Lieshout in einem kurzen Grußwort hervorgehoben, dass die Dörfer Allagen und Niederbergheim beide nicht sehr groß seien und man einander helfen müsse. Außerdem betonte er: „Wir müssen gemeinsam unsere Vereine aufrechterhalten um auch in Zukunft noch mit einander feiern zu können, denn das Vereinsleben prägt das Dorfleben.“ Wie ereignisreich dieses Vereinsleben nach wie vor ist, wurde im Jahresbericht von Oberst Schröer deutlich: eine Maiwanderung, das Landesmusikfest in Soest und natürlich das eigene Hochfest waren nur der Anfang des Schützenjahres. Im Anschluss daran warteten auf das neue Königspaar Ralf und Christina Griese viele Feste. Die Niederbergheimer Schützen besuchten die umliegenden Schützenfeste, feierten die Kompaniefeste und das Kinderschützenfest. Das Kreisschützenfest wurde ebenfalls besucht. Ein weiterer Höhepunkt für das neue und das alte Königspaar war das Majestätentreffen auf der Montgolfiade in Warstein. Hubertus und Andrea Gosmann durften ebenfalls mit, da dieses Treffen für sie aufgrund der Legionellenkrise im Jahr 2013 ausfallen musste.

Trotz aller Personalprobleme soll die Schützenfestsaison 2015 zunächst wie gewohnt weiterlaufen, doch was dieses Jahr für die St. Johannes Schützenbruderschaft, insbesondere für Vorstand, bringen wird, muss im Laufe des Jahres geklärt werden.

In der Versammlung wurden Norbert Rusche, Michael Minogue und Siegfried Arens für langjährige Vorstandsarbeit mit einer Urkunde ausgezeichnet.