Zufall führt Hebamme in Bergstadt

Rüthen..  Hell und freundlich sind die Räume der Hebammenpraxis von Bianca Worm an der Hachtorstraße 15. Räume, bei denen man sich gut vorstellen kann, dass durch diese lautes Kinderlachen schallt. Beim Tag der offenen Tür, bei dem die Familien-Hebamme ihre neue Praxis vorstellte, war dies auf jeden Fall so, Kleinkinder krabbelten über die Matten und hatten Spaß an den Kuscheltieren, während sich der ein oder andere Erwachsene im Still-Schaukelstuhl ausruhte.

Durch einen Zufall sei sie auf die Räumlichkeiten, in denen sich bis vor einige Wochen ebenfalls eine Hebammenpraxis befand, aufmerksam geworden, erzählt Bianca Worm. Für das Kreisjugendamt sollte sie recherchieren, welche Angebote es in dieser Praxis gibt – und stand vor verschlossenen Türen. „Da ich an das Schicksal glaube und mich sowieso verändern wollte, habe ich die Gelegenheit ergriffen“, schmunzelt Bianca Worm, die bereits seit rund zwei Jahrzehnten Frauen und Familien von der Schwangerschaft über die Geburt bis ins Wochenbett betreut. „Ich möchte, dass die Rüthener Frauen nicht ausschwärmen müssen.“

Stillberatung, Akupunktur und Kineso-Taping gehören ebenso zu ihrem Angebot wie Kurse in Geburtsvorbereitung und Rückbildung, Babymassage und Babypflege sowie windelfreie Erziehung. Außerdem hat Bianca Worm eine Zusatzausbildung zur Familien-Hebamme, das heißt, das sie Müttern und Vätern in besonderen oder schwierigen Lebenssituationen bis zum 1. Lebensjahr des Kindes mit Rat und Tat zur Seite steht.

Begleitung junger Mütter

„Die Aufträge dazu bekomme ich vom Jugendamt“, erläutert Bianca Worm, die für die Ämter von Stadt und Kreis Soest sowie der Stadt Lippstadt im Einsatz ist. „Es hat sich herauskristallisiert, dass ich gut mit minderjährigen Müttern klar komme“, erzählt sie. Kein Wunder, schließlich sind zwei ihrer Kinder im Teenager-Alter.

Geplant ist ein Projekt mit der Arche für Mädchen in dieser Altersgruppe. „Es gibt einige Mädchen in der 9. und 10. Klasse, die sich vorstellen könnten, bald schwanger zu werden“, erklärt sie. Mit den Mädchen wird Bianca Worm ins Geburtshaus nach Soest fahren, um ihnen zu zeigen, wie eine junge Mutter den Alltag mit Kind erlebt. „Ich möchte zeigen, dass es viele Verpflichtungen gibt und Muttersein nicht bedeutet, schön mit dem Kinderwagen spazieren zu fahren. Ich hoffe, dass das bei den Kindern ankommt.“