Zu viel Wasser an der Oberfläche

Zu viel Wasser im Steinbruch: Die Frage, was Oberflächen- und was Grundwasser ist, beschäftigt die Rüthener Politik schon lange. Hier die Ratsmitglieder 2013 bei einer Exkursion im Steinbruch Kallenhardt.
Zu viel Wasser im Steinbruch: Die Frage, was Oberflächen- und was Grundwasser ist, beschäftigt die Rüthener Politik schon lange. Hier die Ratsmitglieder 2013 bei einer Exkursion im Steinbruch Kallenhardt.
Foto: WP

Kallenhardt/Rüthen..  Die Firma Westkalk will in ihrem Steinbruch in Kallenhardt künftig nicht nur bis zu 373, sondern 338 Meter über Normal Null (üNN) Gestein abbauen dürfen (die WP berichtete). Was für das Unternehmen lediglich die „Änderung einer Nebenbestimmung“ ist, sieht man in der Rüthener Politik ganz anders.

Zahlreiche Zuschauer, insbesondere von der Initiative Trinkwasser, waren zur Sitzung des Rüthener Bauausschusses gekommen, um aus erster Hand zu erfahren, wie die Politik mit dem Thema umgehen würde. Zusammengefasst: Nicht im Sinne Westkalks.

„Ab wann ist man im Grundwasserbereich?“, das sei die entscheidende Frage, formulierte es Bürgermeister Peter Weiken – und erinnerte zugleich daran, dass es schon bei der vorherigen geringeren Abbautiefe im Vorfeld eine große Diskussion gegeben habe.

Jetzt habe das Unternehmen ein neues Gutachten präsentiert – und beim Kreis Soest eingereicht, wonach es keine Gefahr für das Grundwasser bedeute, sollte entsprechend tiefer abgebaut werden. Gegenüber dem Kreis gelte es nicht – wie irrtümlich im Beschlussvorschlag formuliert – das „gemeindliche Einverständnis zu erklären“ (oder besser: zu versagen). Sondern die Stadt sei „nur“ aufgefordert, eine Stellungnahme abzugeben. Der Kreis könne sich jedoch über die Stellungnahme Rüthens hinwegsetzen.

„Nicht aussagekräftig“

Die Verwaltungsmeinung – und nicht nur die – sei eindeutig: Das vorgelegte Gutachten sei „nicht aussagekräftig“, da es zu einer ungünstigen Zeit hinsichtlich des Wasserstandes erstellt worden sei. Die Stellungnahme solle daher „stark negativ“ formuliert werden. Einschließlich eines Hinweises an den Kreis, dass man gegebenenfalls klagen werde. Nach weiteren Möglichkeiten, sich gegen die Ausweitung zu stellen, suche man noch, betonte Weiken auf Nachfrage von Ditmar Kruse (SPD); man werde klar und deutlich sagen, dass das Vorhaben nicht genehmigungsfähig sei.

Negative Stellungnahme

Weiken zu immer wieder zu sehenden Wasserflächen im Steinbruch: „Das ist mir alles ein bisschen viel Oberflächenwasser“. Konsequenz: Einstimmig fordert der Ausschuss eine negative Stellungnahme an den Kreis zu schicken.