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Zinssituation belastet bald Volksbank-Bilanz

24.01.2015 | 08:00 Uhr
Zinssituation belastet bald Volksbank-Bilanz
Volksbanker sind zufrieden mit 2014: Christoph Buerdick, Bernd Wesselbaum, Dr. Andreas Sommer und Franz-Josef Fisch (v.l.).Foto: Manfred Böckmann

Warstein/Soest.   Zufrieden mit dem Ergebnis ist die Volksbank Hellweg für 2014. Die Mitglieder werden wieder profitieren. Aber in Zukunft wird es schwieriger werden.

„Wir haben in einem schwierigen Umfeld ein zufriedenstellendes Ergebnis erzielt“. Auf diesen Punkt bringt Bernd Wesselbaum, Vorstand der Volksbank Hellweg, die Jahresbilanz des vergangenen Jahres auf den Punkt. Das Kreditwachstum habe den Erwartungen entsprochen, die Entwicklung bei den Einlagen hätte besser sein können.

Aber die Banker können natürlich ihre Kunden verstehen, schließlich gibt es nur noch wenige Zinsen auf den Sparbüchern und bei anderen Sparformen. Kein Wunder also, dass die Einlagen der Kunden in der Bilanz 2014 um 12 Millionen auf 1,016 Milliarden Euro gesunken sind. Bei den Verbundpartnern stiegen hingegen die Guthaben um acht Prozent.

„Die Kunden sind unzufrieden mit den mickrigen Zinsen“, weiß Generalbevollmächtigter Franz-Josef Fisch. Die Kunden entdecken (nach einer entsprechenden Beratung) die Wertpapiere – allerdings in ganz großem Teil nicht in Form von direkten Aktien-Beteiligungen, sondern als Fondsanlage. Und wer Geld spart, tut dies zumeist mit kurzfristigen Fälligkeiten (203 Millionen als Tagesgeld und 430 Millionen auf Sparkonten), weiß Vorstand Wesselbaum. Dabei sehe man „kein Licht am Ende des Tunnels“ – sowohl hinsichtlich der auch weiter niedrigen Zinsen als auch der zunehmenden Regulatorik.

Forderungen gestiegen

Die Forderungen (Kredite) stiegen um 51 Millionen Euro auf 941 Millionen, ein „guter“ Wert, findet Wesselbaum beim Bilanzgespräch in Warstein. Das seien mit plus 5,7 Prozent „schöne Zuwachsraten wie im Vorjahr“. Rund 50 Prozent betrifft den gewerblichen Bereich. Und die Privatkunden nutzten hauptsächlich Wohnungsbau-Kredite, wobei sich der Schwerpunkt dabei immer mehr in Richtung Renovierung verlagert.

Die gesamte Bilanzsumme steigerte die Volksbank Hellweg im vergangenen Jahr um 2 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Den Jahresüberschuss gibt das Institut mit 3,5 (nach 2,7) Millionen Euro an, das haftende Eigenkapital kletterte von 114 auf 141 Millionen Euro – eine Kreditklemme gibt es also bei den Hellweg-Bankern nicht.

Das Problem für die Bank ist eher, dass die neuen Kredite deutlich niedrigere Zinssätze haben als auslaufende Verträge. Wesselbaum: „Wir leben noch etwas davon, was wir in der Vergangenheit gemacht haben. Das wird in den nächsten Jahren Wirkung zeigen.“ Die Zinseinnahmen werden also weiter sinken, die Banker achten noch mehr auf die Kosten – auch Fusionen werden wohl wieder an Relevanz gewinnen, so Wesselbaum. Allerdings wohl nicht bei der Volksbank Hellweg selbst, wo es (nach der gescheiterten Fusion mit der Volksbank Sauerland) nur „freundliche Gespräche unter Kollegen“ gebe.

Änderungen bei Immobilien

Beim Immobiliengeschäft gab es Veränderungen, da sich die Volksbank Hellweg nicht mehr im Lippstädter Marktgebiet bewegt (durch die Fusion der Volksbank Beckum-Lippstadt). „Der limitierende Faktor ist das Angebot“, betonte Dr. An­dreas Sommer, dass die Nachfrage weiter groß ist – allerdings vor allem im städtischen Bereich. Kein Wunder, bekommt man doch Kredit bei einer 20-jährigen Kreditbindung im Idealfall für bereits zwei Prozent. Vermittelt wurden 116 Objekte mit einem Volumen von 18,3 Millionen Euro.

721 private Bauvorhaben mit einem Volumen von 72 Millionen Euro wurden finanziert. Im Bereich Warstein gab es 275 Finanzierungen, davon 13 Neubauten und 145 Modernisierungen. Das Volumen lag bei über 20 Millionen Euro. Der Anteil der gewerblichen Finanzierungen (insgesamt 96 Millionen Euro) aus dem Warsteiner Geschäftsgebiet betrug 2014 rund 20 Prozent, erläuterte Christoph Buerdick. Auffallend: Es gibt kaum noch Finanzierungen von Photovoltaikanlagen – die Einspeisevergütungen sind zu sehr gesunken.

Veränderte Dividende

Zum zweiten Mal zahlt die Volksbank Hellweg ihren Anteilseigner eine veränderte Dividende aus: Neben 380 000 Euro „normaler“ Dividende (2,5 Prozent auf den Geschäftsanteil) werden 510 000 Euro als Bonus ausgeschüttet – entsprechend dem Umfang der Geschäftsbeziehung. Die Ausschüttungsrendite liege mit 5,7 Prozent über der Rendite der Vorjahre. Beschlossen werden muss dies allerdings erst in der Vertreterversammlung, die am 2. Juni in Soest stattfinden wird. Dort scheidet auch altersbedingt der Warsteiner Aufsichtsratsvorsitzende Werner Stratmann aus.

Außerdem müssen in diesem Jahr die Vertreter neu gewählt werden, was wieder bei insgesamt acht Mitgliederfesten im November, unter anderem auch in Belecke und Warstein, passieren wird.

Manfred Böckmann

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2015-01-24 08:00
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