Zeichen für Toleranz

Warstein..  „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“, besagt ein jüdisches Sprichwort. Wieder in den Fokus des Gedächtnisses der Warsteiner Bevölkerung gerückt werden die Namen der Angehörigen von drei jüdischen Familien, die Opfer des NS-Terrors wurden, am 16. März. Dann werden im Beisein des Künstlers Gunter Demnig die 13 Stolpersteine vor den Häusern Hauptstraße 33 und 94 sowie Auf’m Bruch 17 verlegt. „Wir haben erst einmal auf die Terminbestätigung gewartet und werden in Kürze in der Arbeitsgruppe mit den Vorbereitungen beginnen“, erklärt Initiator Jürgen Kösters.

Parallel zur Verlegung der Stolpersteine soll eine kleine Ausstellung im Sitzungssaal des Rathauses stattfinden, in der über die NS-Zeit, die Häuser der Familien, die heute zum Teil baufällig sind, und deren Geschichte informiert wird. Auch die Spender sollen zu diesem Termin eingeladen werden, damit die Verlegung der Stolpersteine in einem angemessenen Rahmen durchgeführt werden kann. „Ob der Künstler bei der Besichtigung der Ausstellung noch dabei sein wird, ist nicht klar. Ich vermute, dass er sofort weiter fährt, da er anschließend noch nach Brilon muss, um dort weitere Steine zu verlegen. „Ich bin froh, dass er diese europaweite Kunstaktion initiiert hat“, betont Jürgen Kösters.

Steine auch in Wurzen

So haben die Bürger Warsteins die Gelegenheit, durch die Aktion ein Zeichen zu setzen für Toleranz. „Das passt in die derzeitige Zeit. Es ist wichtig, dass wir auch in Warstein Solidarität zeigen gegenüber Menschen, die wegen ihrer Religion verfolgt wurden. Man muss ein klares Zeichen gegen das setzen, was heute in Dresden geschieht.“

Ein Zeichen setzen will auch Warsteins Partnerstadt Wurzen. Auch in dieser sollen in diesem Jahr noch Stolpersteine verlegt werden. „Die sind zeitgleich den geschichtlichen Hinweisen gefolgt“, so Jürgen Kösters. „Das ist ein wichtiges Zeichen gegen Rechts.“